Smartphones: Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Betriebssysteme?

Die Auswahl an Smartphones ist groß, sodass man schnell den Überblick verlieren kann. Doch es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Betriebssystemen, die für Smartphones zur Verfügung stehen.

Es ist sinnvoll, sich zuerst über die gängigen Betriebssysteme zu informieren, bevor man ein bestimmtes Modell in die engere Auswahl nimmt. Denn die Frage nach einem geeigneten Smartphone ist untrennbar mit dem entsprechenden Betriebssystem verknüpft bzw. mit den Programmen, die man auf dem Smartphone installieren kann.

Welche Betriebssysteme gibt es?

Vor- und Nachteile Test Betriebsystem Handys Anfänger Ein Betriebssystem ist eine Software, die die grundlegenden Funktionen für den Betrieb eines Computers oder Smartphones (welches im Prinzip ein mobiler Computer ist) bereitstellt.

Es verwaltet den Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen. Das Betriebssystem (BS) wird im Englischen "operating system" (OS) genannt.

Da also diese Software einen so entscheidenden Einfluss auf die Funktionalität und Handhabung (Usability) der Mobiltelefone hat, werden hier die wichtigsten Systeme genannt und ihre Vor- und Nachteile beschrieben.

Es kann hier nur ein allgemeiner Überblick über die wichtigsten Betriebssysteme gegeben werden. Wer sich ein Smartphone anschaffen will, wird nicht umhin kommen, sich weitergehend zu informieren, wenn eine Vorentscheidung getroffen wurde.

Folgende Betriebssysteme sind für Smartphones auf dem Markt (Stand November 2011):

  • Android
  • Blackberry OS
  • iPhone iOS
  • Symbian S60
  • Windows Mobile/Phone – das jüngste davon ist Windows Phone 7

Es gibt zwar noch einige weitere, doch sie werden nach der Meinung vieler Experten vom Markt verschwinden – ihr weltweiter Marktanteil ist verschwindend gering und damit wird sich deren Weiterentwicklung für die jeweiligen Anbieter nicht rentieren. Die wichtigsten, der oben genannten Betriebssysteme und von den meisten Nutzern bevorzugt, sind: Android, iPhone iOS und Windows Phone 7.

Blackberry OS wird in diesem Artikel nicht weiter beschrieben. Für Geschäftsleute sind Blackberrys eine gute Alternative, denn sie wirken professionell und sind für den geschäftlichen Anwendungsbereich entwickelt worden. Ihr Hauptaugenmerk liegt daher nicht bei Multimedia, sondern bei der Kommunikation und Einbindung in die Unternehmensperipherie.

Android

Dabei handelt es sich um ein Betriebssystem von Google. Der weltweite Markanteil beträgt derzeit etwa 25%. Android wurde von den Nutzern schnell akzeptiert und hat sich im Markt fest etabliert.

Android wird von mehreren Smartphone-Herstellern verwendet, z. B. von Sony Ericsson, Samsung, Motorola, Google, Dell, Acer. Es handelt sich um ein offenes Betriebssystem, d. h., es werden keine Vorgaben hinsichtlich einer Hardware gemacht. Oberflächen können unterschiedlich gestaltet werden. Daher sind die Smartphones mit Android so vielfältig wie bei keiner anderen Plattform.

Doch die Upgradepflicht liegt nicht bei Android, sondern beim entsprechenden Hersteller (z. B. Samsung, Sony Ericsson usw.). Man kann daher nicht davon ausgehen, dass man die neueste Version auf seinem Gerät hat und von der Weiterentwicklung des Betriebssystems auch zukünftig profitiert. Auch die Organisation der Anwendungssymbole liegt damit in der Hand der Gerätehersteller. Android bietet sehr viele Möglichkeiten, doch welche tatsächlich genutzt und umgesetzt werden, liegt an dem vom Nutzer gewählten Gerät.

Der Vorteil, dass mit diesem Betriebssystem verschiedenste Geräte laufen und die Auswahl für den Benutzer damit steigt, hat jedoch auch nachteilige Effekte. Es gibt aufgrund der unterschiedlichsten Oberflächen, keine allgemeine Android-Bedienung.

Android wird vorwiegend über einen Touchscreen (auch Tastschirm, Berührungsbildschirm) bedient – das Gerät kann also mit Finger(n) oder einem Stift bedient werden.

Im Android Market können zahlreiche Programme heruntergeladen und auf das Smartphone installiert werden, die sogenannten Apps (Applikationen). Die gesamte Oberfläche kann um zusätzliche Extras erweitert werden, z. B. um ausfahrbare Seitenlaschen, um mehr Platz zum Ablegen von Verknüpfungen zu schaffen. Die Oberfläche lässt sich so den individuellen Wünschen anpassen. Auch andere Programme (Applikationen) stehen in großer Anzahl zur Verfügung, z. B. Organizer, Spiele, Navigation.

Die angebotenen Programme stammen fast ausschließlich von Drittanbietern und freien Programmierern. Der Preis wird von den Entwicklern selbst bestimmt, doch der überwiegende Anteil der angebotenen Anwendungen sind kostenlos (derzeit etwa 65%). Zur Zeit gibt es etwa 560.000 Apps mit stark steigender Tendenz (Stand Oktober 2011). Pro Monat kommen etwa 30.000 Anwendungen hinzu.

Die Gefahr sich Schadsoftware zu installieren besteht und steigt, obwohl sich Google bemüht, alle bekannten Programme mit Schadsoftware zu entfernen. Doch der Nutzer muss bei der Installation von Programmen wachsam sein. Hier empfiehlt es sich, nach einem entsprechenden Schutzprogramm Ausschau zu halten.

i-Phone iOS

iOS ist das Standard-Betriebssystem des Apple-Smartphones i-Phone. Für das i-Phone ist keine Bedienungsanleitung nötig, denn die übersichtliche Oberfläche und intuitive Bedienbarkeit macht sie überflüssig. Die gute und leichte Bedienbarkeit scheint eine wesentliche Maxime von Apple zu sein, denn das Betriebssystem wurde seit Beginn besonders unter diesem Gesichtspunkt weiterentwickelt.

Bedient wird das i-Phone mit den Fingern direkt auf dem Sensorbildschirm. Besonders daran ist die Möglichkeit von Multi-Touch-Gesten. Zwei Beispiele: Werden zwei Finger auf den Bildschirm gelegt, bewirkt ein Auseinanderziehen der Finger ein Zoomen, d. h. Vergrößerung des entsprechenden Bildausschnitts und umgekehrt. Das Zusammenführen oder  Doppeltippen auf den Bildschirm mit den Fingern bewirkt eine Verkleinerung des zuvor gewählten Bildausschnitts. Soll z. B. eine Internetseite nach unten gescrollt (bewegt) werden, so bewegt man die Seite einfach mit dem Finger.

Das i-Phone hat keinen Startbildschirm wie die anderen Betriebssysteme. Die Hauptansicht des i-Phones ist die erste Seite des Menüs. Deshalb sind Widgets (d. h. kleine grafische Fenster-Einblendungen, etwa des Wetters oder der Neuigkeiten von Facebook, etc.) nicht möglich. Anrufe, die man verpasst hat, werden durch eine Zahl im roten Kreis über das Telefon-Icon angezeigt.

Zusätzliche Apps können über den App Store heruntergeladen und installiert werden. Auch sie werden zum größten Teil von Drittanbietern oder freien Programmieren entwickelt. Jede entwickelte App wird von Apple geprüft und – wenn sie den Kriterien (besonders Jugendschutz) entspricht – freigegeben. Den Nachteil sehen Kritiker in der alleinigen Kontrolle durch Apple und angeblich willkürlichen Kriterien für Programmentwickler. Befürworter sehen darin jedoch den großen Vorteil, dass die zur Verfügung stehenden Programme keine Schadsoftware enthalten. Man muss sich daher nicht um die Sicherheit seines i-Phones sorgen.

Der App Store ist gut besucht, populär und übersichtlich gestaltet durch Rubriken, die eine Orientierung erheblich erleichtern, ebenso durch Bewertungen der einzelnen Apps. Die Auswahl an kostenlosen Programmen ist groß, doch geringer als kostenpflichtige. Die Mehrzahl der Programme liegt aber im einstelligen Eurobereich, beginnend bei knapp unter einem Euro. Im Juli 2011 standen über 450.000 Apps zur Verfügung mit stark steigender Tendenz.

Windows Phone 7 (WP7)

Mit diesem Betriebssystem von Microsoft laufen Geräte mehrerer Mobiltelefonhersteller, z. B. Nokia, Samsung.

Windows Phone 7 gibt es seit 2010 – es ist derzeit das jüngste Betriebssystem (Stand November 2011). Es hat endlich das völlig veraltete Windows Mobile 6.5 abgelöst und viele Neuerungen eingeführt. Es hat eine neue Plattform, die übersichtlich und einfach zu bedienen ist. Es gibt eine alphabetische Liste aller Funktionen und eine Startseite mit dynamischen Kacheln.

Bedient wird Windows Phone mit dem Finger und Multi-Touch – auch eine Neuerung gegenüber der alten Software. Geräte, die mit Windows Phone 7 laufen sollen, müssen sehr viele (im Vergleich mit anderen die höchsten) Hardwareanforderungen erfüllen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Sie brauchen mindestens 256 MB Arbeitsspeicher, 8 GB Flash-Speicher …

Im Gegensatz zu Android dürfen die Gerätehersteller, die dieses Betriebssystem verwenden, dessen Oberfläche nicht verändern. D.h., kennt man ein Gerät mit Windows Phone 7, kennt man alle.

Im Gegensatz zu Apple und iOS, lassen sich Dateien zwischen einem "Windows-Phone" und Windows-Rechner (durch ein USB-Kabel) nicht überspielen – ein Ärgernis für viele Benutzer. Dateien gelangen nur über E-Mails oder Internet-Speicher auf das Smartphone.

Zusätzliche Apps können über den Windows Phone Marketplace heruntergeladen und installiert werden. Sie stammen überwiegend von Drittanbietern. Wie beim App-Store ist der Marketplace geschlossen. Die Apps werden von Microsoft vor der Veröffentlichung zertifiziert, um den Nutzer vor Schadsoftware zu schützen.

Apps können vor dem Kauf ausprobiert werden, eine Besonderheit gegenüber anderen Anbietern. Sie können allerdings Werbung enthalten. Nach dem Kauf wird die Werbung ausgeblendet.

Derzeit gibt es ungefähr 35.000 Apps, wobei täglich ca. 100 Apps hinzukommen. Etwa 48% der Apps sind kostenpflichtig (durchschnittlich 1,70 Dollar).

Zum Schluss dieses Artikels noch einen Tipp: Wenn Sie sich ein Smartphone anschaffen wollen, nutzen Sie vorab die Möglichkeit, sich in einem Geschäft einige zur Auswahl zeigen zu lassen. Probieren Sie spielerisch aus, ob Sie sich mit dem Betriebssystem bzw. Gerät vertraut machen können und welche Bedienoberfläche Sie anspricht. Sie sind nicht gezwungen, sich gleich zu entscheiden.

Viel Erfolg bei der Auswahl eines passenden Betriebssystems und Geräts!

Cassandra B.

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