Mobiltelefone: Unterschiede zwischen Smartphone und Handy

Smartphones erobern den Markt der Mobiltelefone und verdrängen herkömmliche Produkte, die sogenannten Handys. Wer sich ein Mobiltelefon anschaffen will, wird sich daher fragen: Worin liegen die Unterschiede zwischen einem herkömmlichen Mobiltelefon und dem Smartphone?

Lesen Sie im folgenden Artikel für Einsteiger, worin die Unterschiede, Vor- und Nachteile liegen.

Handy als MobiltelefonFortschrittliche Technik hat die Menschen schon immer fasziniert. Je mehr Funktionen in einem Gerät untergebracht werden können, desto vielseitiger kann es eingesetzt werden, auch, wenn das manchmal auf Kosten der Bedienbarkeit geht.

Immerhin muss man sich informieren, was mit einem Gerät alles möglich ist und wie leicht oder intuitiv es bedient werden kann, um in den Genuss aller Funktionen zu kommen und ... noch viel wichtiger: es auch intuitiv bedienen zu können.

Ein solch vielseitiges Produkt ist das Smartphone. Manche bezeichnen es als die "Eier legende Wollmilchsau" und das völlig zurecht. Dass es immer noch als Mobiltelefon bezeichnet wird, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Funktion des Telefonierens nur eine von sehr vielen Anwendungsmöglichkeiten ist. Telefonieren kann man auch mit herkömmlichen Handys.

Genau genommen ist das Smartphone ein kleiner transportabler Computer, der mit dem herkömmlichen Handy nur noch seine Handhabbarkeit und Form gemeinsam hat, neben einigen überschaubaren grundlegenden Funktionen.

Verschiedene HandysFunktionen von herkömmlichen Handys

Handys gibt es mittlerweile in vielen unterschiedlichen Formen, Farben und Funktionen. In der rechten Abbildung sehen Sie nur einige Beispiele, wobei das Handy, welches in der Mitte liegt, eingeklappt werden kann.

Meist ist das Display (Bildschirm) deutlich kleiner als beim Smartphone. Daher ist es zur Nutzung des Internets und damit zur Darstellung von Webseiten nur sehr bedingt oder gar nicht geeignet. (Vergleichen Sie hierzu auch die Darstellung von Smartphones - nächster Abschnitt.)

Sehen wir uns nun die Funktionen von herkömmlichen Handys an, die jedoch von Gerät zu Gerät variieren können.

  • Telefonieren;
  • Digitales Fotografieren mit Blitz (wobei die Bildqualität beim Smartphone meist besser ist) und Aufnehmen kurzer Videosequenzen. Ausnahmen waren seit 2004 sogenannte Fotohandys (oder Fotomobiltelefone), die eine sehr viel bessere Bildqualität zu bieten hatten.
  • Seit dem Jahr 2000 gibt es Handys mit integrierter Musikabspielfunktion, über Kopfhörer zu hören. Wie beim MP3-Player können Musikdateien in den Gerätespeicher geladen werden. Um die Speicherkapazität zu erhöhen, gibt es seit 2001 die Möglichkeit das Gerät mit Speicherkarten aufzurüsten.
  • Verschicken von SMS-Nachrichten - sogenannten Kurznachrichten (Short Message Service). Doch jeder Buchstabe muss meist einzeln eingetippt werden. Viele Geräte sind nicht so intuitiv bedienbar und mit einer unterstützenden Funktion (Autokomplettierung) versehen. Auch die Länge von Kurznachrichten ist beschränkt bis zu 160 Zeichen.
  • Das Verschicken von MMS-Nachrichten (Multimedia Messaging Service) ist mit vielen Handys möglich. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung von SMS. Videos, Bilder, Ton und Text können mit MMS verschickt werden, aber nur, wenn das Endgerät MMS unterstützt, d. h. das empfangende Gerät darüber verfügt.
  • Das Display von herkömmlichen Handys ist kleiner und daher unübersichtlicher als das eines Smartphones.
  • Mit manchen Handys konnte man schon vor 10 Jahren im Internet surfen. Doch diese Funktion war nicht wirklich ausgereift. Die Displays waren zu klein, die Geschwindigkeit quälend langsam - nicht wirklich eine Möglichkeit, um sich im Internet zurechtzufinden und zu gewünschten Informationen zu gelangen.

Herkömmliche Handys sind in der Handhabung und Funktionalität wesentlich überschaubarer und in der Anschaffung günstiger als Smartphones. Wer sein Mobiltelefon selten benutzt, braucht meist keinen Mobilfunkvertrag (inklusive sogenannter "Flatrates"), wenn er damit nicht oder nur selten ins Internet will - hier tut es auch die Prepaidkarte. Die laufenden Kosten bleiben daher überschaubar.

Funktionen von Smartphones

Smartphone AnleitungAuch hier zum optischen Vergleich mit herkömmlichen Handys eine Abbildung eines typischen Smartphones. Das Display ist deutlich größer und kann wesentlich größere Abbildungen darstellen. Tasten fehlen in diesem Beispiel fast ganz - die Bedienung erfolgt über die Berührung des Bildschirms (Touchscreen).

Smartphones können bald einen Computer ersetzen - bei vielen Anwendern tun sie es heute schon. Smartphones können sehr viel mehr als Handys, aber auch alles, was Handys können, nur sehr viel besser und komfortabler.

Deshalb sind Smartphones nicht für das Telefonieren optimiert (obwohl sie auch dazu genutzt werden), sondern sollen gut bedienbar sein für eine sehr breite Palette verschiedenster Anwendungen.

Anhand folgender Merkmale und Funktionen lassen sich Smartphones leicht von herkömmlichen Handys unterscheiden:

  • Das Display ist wesentlich größer, farbig (bis zu 256 Farben) und hochauflösend, sodass viele Menschen sogar das Ansehen von Filmen zumutbar finden, wenn sie unterwegs sind. Auch Spiele lassen sich damit gut spielen.
  • Smartphones haben entweder eine alphanumerische Tastatur (oft ausklappbar) und/oder Touchscreens, wo per Fingerdruck und/oder Stift alle Funktionen angewählt werden können, auch Buchstaben zum Eintippen. Die Bedienbarkeit ist damit wesentlich leichter geworden.
  • Sie verfügen oft über unterschiedliche Sensoren, die herkömmliche Handys sehr viel seltener aufweisen, z. B. GPS-Empfänger (wichtig, damit das Smartphone als Navigationsgerät zu verwenden ist), Bewegungs-, Magnetfeld-, Licht- und Näherungssensoren.
  • Smartphones haben meist ein Betriebssystem mit offengelegter API. Das bedeutet, dass Programme von anderen Herstellern auf das Gerät installiert werden können. Es gibt Tausende von Programmen, die zur Auswahl stehen und vom Nutzer zusätzlich installiert werden können. Wie beim Computer gibt es kostenpflichtige und kostenlose Anwendungsprogramme, Apps (Application) genannt.
  • Es gibt verschiedene Verbindungsarten, die dem Smartphone zur Verfügung stehen, wie WLAN, Bluetooth, Infrarot und eine USB-Kabelverbindung. Durch Handy übliche Verbindungsprotokolle, wie z. B. GSM, UMTS und GPRS (um nur einige zu nennen), können Daten in größeren Mengen übertragen und empfangen werden, natürlich auch SMS, MMS oder E-Mails. Auch das schnelle und komfortable Surfen im Internet ist möglich - wohl eine der am häufigsten genutzten Funktionen.
  • Entsprechend ausgestattet lassen sich mit dem Smartphone auch Videostreamings aus dem Internet (z. B. über WLAN) und Fernsehprogramme empfangen (über DVB-H oder DVB-T oder Internet).
  • In den meisten Smartphones ist eine Digitalkamera eingebaut, auch lassen sie sich als Musikabspielgerät verwenden (wie ein MP3-Player) mit guter Qualität, wenn man entsprechende Kopfhörer benutzt.

Das Smartphone hält nicht nur Einzug in das private, sondern auch in das geschäftliche Leben. Terminkalender werden automatisch synchronisiert und aktualisiert. Dank der echten QWERTZ-Tastatur ist das Schreiben keine zeitaufreibende Tortur mehr. Es lässt sich als Diktiergerät verwenden. Adressdaten können automatisch verwaltet und aktualisiert werden, wenn ein entsprechendes Betriebssystem vorhanden ist. Wer viel unterwegs ist, kann es als Navigationsgerät verwenden, sofern die richtige Software installiert wurde. Auch Reiserouten lassen sich vorab festlegen.

Damit sind zwar nicht alle, aber die wesentlichen Vorteile schon genannt. Durch die Kombination mehrerer Funktionen in einem kleinen Gerät erspart man sich das Mitführen mehrerer Geräte. Es muss lediglich der Akkuladestand geprüft und früh genug aufgeladen werden. Entscheidend ist auch der Vorteil, dass sich verschiedenste Anwendungen auf diesem kleinen Gerät installieren lassen. Es lässt sich dadurch den eigenen Bedürfnissen sehr gut anpassen.

Doch mit den Vorteilen liegen auch Nachteile des Smartphones auf der Hand:

  • Benutzer können sich durch die umfangreichen Einstellungs- und Anwendungsmöglichkeiten schnell überfordert fühlen. Wer ein Gerät wirklich nur zum mobilen Telefonieren benötigt und jederzeit erreichbar sein will, ist mit einem herkömmlichen Handy besser beraten.
  • Da es sich um ein Kombigerät handelt, können Smartphones einige Aufgaben nicht so gut bewerkstelligen, wie Geräte, die darauf spezialisiert sind. Eine spezialisierte Digitalkamera hat z. B. eine bessere Aufnahmequalität als eine integrierte Digitalkamera, ganz zu schweigen von der Handhabbarkeit, die bei einem Einzelgerät meist besser ist. Allerdings werden die Kameras für Smartphones immer besser. Mit entsprechenden Fotoapps lassen sich die Bilder schnell und komfortabel verbessern. Ein anderes Beispiel sind aktive Freizeitsportler. Für sie liegt ein klassisches Outdoorhandy ebenfalls näher, als ein Smartphone, denn es ist wesentlich robuster und widerstandsfähiger. Es kann z. B. größere Temperaturschwankungen aushalten, ist kurzzeitig wasserdicht und vollständig vor Staub geschützt.
  • Wer sein Smartphone intensiv nutzt, muss einen Blick auf den Akkustand haben und häufiger aufladen.
  • Da Programme (Apps) auf dem Smartphone installiert werden können, besteht nicht nur die Gefahr sich Schadsoftware, z. B. Viren, Trojaner oder Dialer einzufangen, sondern es auch unübersichtlicher zu gestalten.
  • Smartphones wirken edel und sind in den meisten Fällen schon ein Design- und damit Statusobjekt. Sie sind empfindlich gegen Stöße und Kälte und bekommen schnell Kratzer. Natürlich gibt es entsprechende Displayfolien und Schutzhüllen. Dennoch muss man sehr gut auf sein Smartphone aufpassen, denn darüber hinaus enthalten sie wichtige persönliche Daten. Bei Langfingern sind Smartphones eine gern geklaute Einnahmequelle.
  • Durch ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sind Smartphones bei vielen Menschen aus ihrem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Sie sind mehr als nur eine technische Hilfe. Vielleicht nehmen sie mittlerweile sogar den zentralen Platz ein, um mit der Welt in Verbindung zu bleiben und sich selbst nur noch in der Abhängigkeit vom Smartphone „wohl“ zu fühlen. Ein vernünftiger Umgang mit diesen Geräten dürfte eine wichtige Aufgabe bleiben.

Wer sich ein Mobilfunkgerät anschaffen will, sollte vorab überprüfen, wozu er es nutzen will und welche Möglichkeiten es bietet. Vielleicht bietet das Gerät Ihrer Wahl die Möglichkeit es zukünftig um Anwendungen, die Sie später nutzen wollen, zu erweitern, und Sie ersparen sich einen teuren Neukauf.

Viel Erfolg bei der Wahl eines passenden Geräts!

26.01.2017 © seit 11.2011 Cassandra B.  
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