Handystrahlung: Elektromagnetische Strahlung bei Handys

Drahtlose Kommunikation mit Handys und Smartphones wird immer beliebter. Aber was ist mit der Handystrahlung - mit der elektromagnetischen Strahlung von Handys und Smartphones? Wirkt sie sich negativ auf unsere Gesundheit aus? Kann man sie reduzieren? Hier haben wir einige wissenswerte Informationen rund um die Wirkungen von elektromagnetischen Strahlen von Handys und Smartphones zusammengetragen.

Warum spricht man ausgerechnet über die elektromagnetische Strahlung von Handys und Smartphones? Sind wir nicht überall von Strahlungsquellen umgeben?

Zuerst sollte man wissen, dass beim Mobilfunk hochfrequente elektromagnetische Felder bei der Übertragung von Informationen zum Einsatz kommen. Da wir die Mobiltelefone direkt an den Kopf halten, können diese Felder viel stärker auf uns einwirken, im Gegensatz zu einem Router, der mehrere Meter von uns entfernt steht.

Die Strahlenbelastung nimmt also mit der Entfernung zur Strahlenquelle drastisch ab. Außerdem ist der Zeitfaktor wichtig und damit die Frage, wie lange man einer bestimmten Strahlung ausgesetzt werden muss, bevor sich Wirkungen erkennen und nachweisen lassen.

Ist die elektromagnetische Strahlung von Handys gefährlich?

Handystrahlung elektromagnetische Strahlung Handys Smartphones gefährlichLaut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geht nach dem derzeitigen Kenntnisstand (Jan 2017) vom Mobilfunk, der innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte arbeitet, keine erkennbare gesundheitliche Gefahr aus. Allerdings ist diese Technik noch relativ neu, es liegen also noch keine Studien über Langzeitwirkungen vor, die diese Einschätzung eindeutig belegen. Kurz: Man weiß es nicht.

Bekannt ist jedoch, dass Hörgeräte von der Handystrahlung gestört werden und es zu Störgeräuschen kommen kann. Bei elektronischen Implantaten - wie Herzschrittmachern - kann die Handystrahlung sogar zu einer Funktionsstörung führen und damit akut gefährlich sein.

Träger von Herzschrittmachern sollten ihre Handys oder Smartphones also niemals am Oberkörper (Jackett-Tasche) tragen, da ab einem Abstand von ca. 20 cm Störbeeinflussung bereits beobachtet wurde. Entweder verzichten solche Leute komplett auf eine Handynutzung oder achten peinlich genau darauf, dass die Handy-Antenne mindestens 25 cm oder mehr Abstand zum Herzschrittmacher hat.

Da die Strahlungsintensität - gerade bei Vielnutzern von Handys und Smartphones - um ein vielfaches höher liegt, als bei anderen Strahlungsquellen, rät das BfS immerhin zur Vorsicht und Vorsorge, bis genauere Kenntnisse vorliegen.

Wie lässt sich die Handystrahlung verringern?

Das BfS rät die Strahlungsbelastung von Handys und Smartphones grundsätzlich möglichst klein zu halten. Dies gilt ganz besonders bei Kindern, da sie sich noch in der Entwicklung befinden und daher viel empfindlicher als Erwachsene reagieren. Für Kinder wird empfohlen, die Handytelefonate auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Ganz so harmlos kann die Handystrahlung also nicht sein, denn das BfS gibt außerdem noch folgende Ratschläge, um die elektromagnetische Strahlenbelastung insgesamt möglichst niedrig zu halten.

  • Nutzen Sie das Handy zum Telefonieren nur, wenn es wirklich nötig ist.
  • Nutzen Sie eher Festnetztelefone statt Handys (falls möglich).
  • Halten Sie Gespräche mit Mobiltelefonen möglichst kurz.
  • Vermeiden Sie Telefonate bei schlechtem Empfang (z. B. im Auto ohne Außenantenne). Je schlechter die Verbindung, desto mehr versucht das Handy die Leistung zu erhöhen und damit steigt die Intensität des hochfrequenten Feldes deutlich an. Das Beste und Sicherste im Auto ist eine Freisprechanlage!
  • Nutzen Sie Handys und Smartphones mit geringen SAR-Wert. Je geringer der SAR-Wert, desto weniger Strahlung wird vom Mobilfunkgerät beim Telefonieren erzeugt.
  • Nutzen Sie Headsets, um den Abstand zwischen Kopf und Handy zu vergrößern. Da die Intensität der Strahlungsfelder mit dem Abstand schnell abnimmt, sinkt dadurch die mögliche Strahlenbelastung enorm.
  • Schreiben Sie - bei kurzen Nachrichten - eher Textnachrichten (SMS) statt zu telefonieren.

Wenn Sie diese Empfehlungen einhalten, sinkt die mögliche Strahlenbelastung erheblich und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass es negative gesundheitliche Auswirkungen für Sie geben könnte.

Falls Sie sich noch detaillierter über die Wirkungen von elektromagnetischer Strahlung interessieren, finden Sie beim Bundesamt für Strahlenschutz noch mehr Informationen zum Thema - siehe "Wirkungen elektromagnetischer Felder" (Link).

Viel Erfolg beim bewussten Umgang elektromagnetischer Strahlung!

07.02.2017 © seit 03.2006 Andreas Trepzik  
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