Geschichte: Entstehungsgeschichte des Automobils

Die Geschichte des Automobils begann im 19. Jahrhundert. Mit dem 20. Jahrhundert lösten motorisierte Wagen in nahezu allen Bereichen die von Zugtieren gezogenen Fuhrwerke mehr und mehr ab. Technisch durchlief die Autogeschichte einen mehrfachen Wandel.

Die Geschichte des Automobils begann im 19. Jahrhundert. Mit dem 20. Jahrhundert lösten motorisierte Wagen in nahezu allen Bereichen die von Zugtieren gezogenen Fuhrwerke mehr und mehr ab. Technisch durchlief die Autogeschichte einen mehrfachen Wandel.

So wurden im Jahr 1900 in den USA 40 Prozent der Automobile mit Dampf betrieben, 38 Prozent elektrisch, und nur 22 Prozent fuhren mit Benzin.

Mitte des 20. Jahrhunderts fuhren weltweit praktisch alle Autos mit einem Verbrennungskraftstoff. Anfang des 21. Jahrhunderts spielen elektrische Antriebe wieder eine zunehmende Rolle.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Entwicklung und Geschichte des Automobils.

Die Geschichte des Automobils beginnend vom Altertum bis zum 18. Jahrhundert

Geschichte Entstehung Auto AutomobilMit den technischen Entwicklungen, die bis zum Automobil fortgesetzt wurden, wurde um 4000 v. Chr. begonnen. Zum damaligen Zeitpunkt wurde das Rad erfunden. Wo das heutige Automobil seinen wahren Ursprung hat, ist strittig. Jüngste Forschungen gehen von einer Erfindung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands aus. Um 400 v. Chr. wurden Treträder hellenischer Belagerungstürme mit Muskelkraft angetrieben. 300 v. Chr. wurde der Wagen des Demetrios von Phaleron von Menschen getragen.

Im Römischen Reich war der Wagen, das heutige Automobil, auch schon bekannt. Dieser wurde im Inneren von Sklaven per Muskelkraft betrieben. Ein Mönch und Gelehrter aus dem Mittelalter, Roger Bacon, sprach erstmalig von einem sich selbstständig bewegenden Mobil, wie er es sich vorstellte: „Eines Tages wird man Karren zu bauen vermögen, die sich bewegen und in Bewegung bleiben, ohne geschoben oder von irgendeinem Tier gezogen zu werden.“ Um 1447 kamen innerhalb Deutschlands Muskelkraftwagen auf.

Leonardo da Vinci zeichnete im Jahre 1490 ein Fahrzeug, das an einen Panzerwagen erinnert. Simon Stevin, ein Mathematiker aus den Niederlanden, baute 1600 einen Segelwagen mit Rädern. Dieser war in der Lage, angetrieben durch Windenergie, 30 Personen zu befördern. Im Jahre 1649 gelang dem Zeugschmied Hans Hautsch aus Nürnberg offenbar der Durchbruch zur Automobilität. Sein Wagen hatte vier Räder und konnte von selbst 1,6 km pro Stunde zurücklegen.

25 Jahre später folgte eine Konstruktion mit Pulverantrieb eines ebenfalls aus den Niederlanden stammenden Physikers, Christiaan Huygens. Huygens gilt als Vordenker des Verbrennungsmotors. Hierbei drehte es sich um einen Explosionsmotor, der mittels Schießpulver als Brennstoff betrieben wurde. Zum Ende des 18. Jahrhunderts entwarf der Russe Kulibin ein Samohyb. Dieses fand sich rund 100 Jahre später als Grundkonstruktion mit Bandbremsen, Chassis, Getriebegehäuse, Schwungrad und Wälzlagern in den ersten Automobilen wieder.

Mit Dampf betriebene Wagen

Seitens des englischen Physikers Isaac Newton wurde im Jahre 1680 das Konzept eines Dampfwagens vorgelegt. Zehn Jahre danach konnte der Franzose Denis Papin eine Hochdruckdampfmaschine mittels Kolbenantrieb herstellen. Thomas Newcomen, ein Engländer, baute um 1712 diese Dampfmaschine aus.

Dabei wurde der Dampf außerhalb des Zylinders erzeugt. 1768 kam es zu neuen Veränderungen vonseiten eines schottischen Physikers James Watt. Watt gilt als Erfinder der direkten Dampfmaschine. Im Jahre 1769 baute Nicholas Cugnot für die französische Armee einen Dampfwagen mit drei Rädern.

Der Wagen verfügte über zwei Zylinder, deren Kolbenstangen das vordere Rad über ein Freilaufgetriebe bewegten. Ursprünglich ging diese Konstruktion auf den Erfinder Polsunow aus Russland zurück. Cugnots Dampfwagen konnte eine Geschwindigkeit zwischen 3 und 5 km je Stunde erreichen.

Geniale Erfindung

Bis zum Jahre 1886 gab es kaum Möglichkeiten, Strecken zu absolvieren, die über einen Tagesmarsch hinaus reichten. Zur damaligen Zeit gab es nur ein einziges Transportmittel, die Kutsche. Im Jahr 1886 wurde dann jedoch in Mannheim etwas erfunden, was die komplette Welt in Zukunft verändern sollte: Der Tüftler und Ingenieur Karl Benz erfand das Automobil.

Karl Benz hatte die brillante Idee, den gerade erfundenen Verbrennungsmotor seitens Nikolaus Otto auf eine Kutsche mit drei Rädern aufzubauen. Mit der Gattin des Erfinders der Motorkutsche, Bertha Benz, begann genau am 03. Juli 1886 die Ära des Automobils.

An jenem Tag unternahm Bertha Benz eine Spritztour mit dem Vehikel von Mannheim bis nach Pforzheim. In Wiesloch angekommen ging ihr das Benzin aus. Zur damaligen Zeit existierten noch keine Tankstellen. Benzin wurde in der Apotheke verkauft. Somit entstand aus der Stadtapotheke in Wiesloch die weltweit erste Tankstelle.

Wie das Automobil zu seinem Namen kam

Auto Geschichte ErfindungDer Frauenname Mercedes stammt eigentlich aus dem Spanischen, er bedeutete so viel wie Gnade. In der heutigen Zeit ist Mercedes in der Bedeutung mit einer Automarke gleichgesetzt. Emil Jellinek, ein österreichischer Staatsbürger, hat zur damaligen Zeit seinen Rennwagen unter dem Namen seiner Tochter, die Mercedes hieß, angemeldet.

Kurz darauf wurde aus dem Frauennamen der Name für das Automobil. Bis dahin war das Automobil unter der Bezeichnung Daimler-Motorenwagen bekannt. Sämtliche Fahrzeuge der darauf folgenden Generation bekamen den Namen Daimler-Mercedes, was bei Jellinek für Begeisterung sorgte.

Der Motor des ersten Wagens, welcher an Jellinek ausgeliefert werden konnte, bot eine Kraft von 35 Pferden. Entwickelt wurde dieser von dem damaligen Chefkonstrukteur der DMG Wilhelm Maybach. Aus heutiger Sicht handelte es sich dabei um ein erstes modernes Automobil. Begründet liegt dies darin, dass sein niederer Schwerpunkt auf einem Pressstahlrahmen und einem relativ leistungsstarken Motor lag. Rein vom Äußeren her war das Automobil sehr ansprechend, sodass dies später zum Industriestandard wurde.

Geschichte des Automobils im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurden mehrere Dampfautomobile gebaut. Es fanden viele Experimente seitens Erfindern und Ingenieuren mit Segel- und Muskelkraftwagen innerhalb Europas statt. So konnte der Engländer Richard Trevithick 1801 einen Dampfwagen konstruieren, der unter der Bezeichnung Puffing Devil Personen mit 8 km je Stunde über Steigungen beförderte.

Ein Jahr darauf entwickelte der Schweizer Isaac de Rivaz den ersten Wagen, der mittels Verbrennungsmotor 26 m weit fahren konnte. Trevithick konnte 1803 ein selbstfahrendes Fahrzeug entwickeln, was vom Prinzip her eine mit einer Dampfmaschine ausgerüstete Postkutsche darstellte. Da dieses Fahrzeug jedoch teurer als eine Pferdekutsche war, konnte es sich nicht durchsetzen. Schon 1828 konnte ein Pendeldienst mithilfe eines Dampfbusses eingerichtet werden.

Ein Jahr darauf kam der von Walter Hancock entwickelte Dampfwagen für den Privatgebrauch zum Einsatz. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts kam ein Dampf-LKW – der Sentinel – auf. Das Jahr 1839 sorgte für Aufregung durch das von Robert Anderson in Aberdeen gebaute erste Elektrofahrzeug. Der Franzose Étienne Lenoir konnte seinen Gasmotor 1860 patentieren lassen. Acht Jahre später kam das erste von einer Dampfmaschine angetriebene Fahrrad seitens der Franzosen M. Perreaux und P. Michaux auf.

Der Deutsche Christian Reithmann ließ sich 1860 seinen Viertaktmotor patentieren. Nach weiteren zehn Jahren unternahm der Deutsch-Österreicher Siegfried Marcus in Wien Fahrversuche mit einem direkt wirkenden, verdichtungslosen Zweitaktmotor. Diesen hatte er auf einen simplen Handwagen montiert. Ab dem Jahr 1876 wurde mit der Herstellung von Viertaktmotoren in der Deutz AG begonnen.

Automobile am Ende des 19. Jahrhunderts

1886 kam die Entwicklung des heutigen Automobils einen großen Schritt vorwärts. Carl Benz erbaute 1885 sein Dreirad und konnte auf seinen Motorwagen im Januar 1886 ein Patent anmelden. Hiermit schlug die Geburtsstunde des modernen Automobils. Unabhängig hiervon folgten weitere Fahrzeuge in Stuttgart von Gottlieb Däumler, was später in Daimler umbenannt wurde, und solche von Siegfried Marcus und Wilhelm Maybach aus Wien.

Zum Bau des ersten deutschen Elektroautos kam es 1888 vonseiten der Maschinenfabrik A. Flocken aus Coburg. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden von den Russen Jablotschkow und Romanow das erste Auto mit Elektromotor konstruiert. Die ersten Automobilfabriken entstanden um 1891 in Europa und in den USA, beispielsweise kam es in Frankreich zur Gründung von Peugeot. Rudolf Diesel bekam 1892 sein Patent auf eine neue rationelle Wärmekraftmaschine mit einem höheren Wirkungsgrad.

1895 konnte der erste benzinbetriebene Omnibus in Netphen seinen Betrieb aufnehmen. Begründet auf seinen Erfahrungen mit der Heilmann-Lokomotive entwickelte Jean-Jacques Heilmann aus Frankreich im Jahr 1899 das dampfelektrische Auto. Der erste Rekord in Sachen Geschwindigkeit konnte schon ein Jahr früher aufgestellt werden mit dem Elektroauto von Gaston de Chasseloup-Laubat mit 63,14 km pro Stunde.

Weitere Rekorde wurden bis 1964 nur von solchen Fahrzeugen anerkannt, die mittels Räder betrieben worden sind. Der Autohersteller Gräf & Stift aus Österreich konnte 1898 ein Auto mit Frontantrieb herstellen, wofür er 1900 das Patent erhielt. Nach einem Jahr erlangte Camille Jenatzy mit seinem Elektroauto erstmalig eine Geschwindigkeit von über 100 km je Stunde. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts konnten Automobile die Pferdefuhrwerke verdrängen.

Dieser Beitrag wurde von Autoteilexxl.de zur Verfügung gestellt.

15.09.2016 © seit 04.2013 Jens Saibel
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