Kapitalismus oder die Natur hat ihre Grenzen

Teaser: Das Schlimme an unserer Zeit ist, daß wir die Natur nicht nur ausbeuten - wir verheeren sie. Verheeren heißt, eine Wüste zu hinterlassen, in der das Leben selbst verschwunden ist. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Konzerne aus Profitgier mit unserer Natur umgehen und was wir dagegen tun können.

"Wir leben in einer Zeit, in der das Geld die Welt in nicht mehr zu überbietender Schamlosigkeit regiert."

Ein Geschäft wider die Natur ...

In diesem „Turbokapitalismus“ haben es die vier weltweit größten Agrochemiekonzerne DuPont, Syngenta, Monsanto und Bayer dahin gebracht, mit ihren Erzeugnissen den Weltmarkt zu beherrschen. Ihre auf Angst und Leichtgläubigkeit der Weltbevölkerung zielende Werbung für ihre „Wundermittel“ sichert ihnen bis heute und in immer steigendem Maße die Abnehmer und macht sie von sich, als den angeblichen Rettern der Menschheit, abhängig. Das erleben wir sowohl in der Medizin wie auch in Landwirtschaft und Ernährung.

Die Natur wird manipuliert wie nie zuvor: Über 90 % der genmanipulierten Nahrungspflanzen werden gezwungen, ein Totalherbizid zu dulden, in sich anzureichern, selbst ein Gift zu erzeugen oder dies alles gleichzeitig zuzulassen.

Landwirte in aller Welt mit insgesamt 6,8 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind bereits darauf hereingefallen und müssen nun ihr Saatgut und gleichzeitig die „dazugehörenden“ Herbizide jährlich aufs Neue bei den Chemie-Konzernen kaufen. Hauptanbauländer von gentechnisch veränderten Pflanzen (Flächen in Millionen Hektar) sind:

  • die USA (54,3),
  • Argentinien (18),
  • Brasilien (11,5),
  • Kanada (6,1),
  • China (3,5),
  • Indien (3,8),
  • Südafrika (1,4),
  • Uruguay (0,4),
  • Australien (0,2).
  • Europa mit 5 Ländern – darunter Deutschland – liegt noch weit „hinten“ mit jeweils unter 0,1 %.

In Forschungslabors – im Denken fernab von der Ganzheit der Schöpfung und einem Rest von Ehrfurcht vor ihr – werden Gene verschiedener Arten von Lebewesen vermengt: Gene eines Bodenbakteriums geraten zwischen die von Mais-, Soja- und Baumwollpflanzen, die dann in ihren Zellen das Gift des Bakteriums selbst erzeugen, das die Fraßinsekten töten soll.

Karpfen werden durch artfremde Wachstumsgene größer als ihre Artgenossen. Menschliche Gene sollen Nutzpflanzen anregen, Eiweiße für die Pharmaindustrie zu bilden. „Wenn Firmen so tun, als sei das alles harmlos, dann ist das eine Lüge. Seit Jahrmillionen bleiben Lebewesen bei ihrer Art. Die Natur hat ihre Grenzen.“ (Quellennachweis 1)

Längst gibt es die Schokolade mit eingebautem Mittel zur Steigerung der Potenz oder zur Blutdrucksenkung. Solcher „segensreiche“ „Functional-food“ soll in den nächsten 3 Jahren von bisher 1 % auf 10 % aller Nahrungsmittel gesteigert werden. Und „längst arbeiten Forscher auch daran, mit gentechnischen Methoden Impfstoffe und Medikamente in Pflanzen zu erzeugen und Biowaffen zu entwickeln.“ (Quellennachweis 2) Fütterungsstudien dauern meistens nicht länger als 28 Tage, und die Mittel sind auf den Markt geworfen, ehe Langzeitwirkungen bekannt sind.

Das ähnelt dem Betrieb von Atomkraftwerken, deren Müllbeseitigung „projektbegleitend“ erforscht werden sollte. Sie laufen nun schon ein halbes Jahrhundert, sind teils bereits marode oder abgeschaltet, aber den jahrzehntausendelang strahlenden Müll sicher zu verwahren, weiß bis heute kein Mensch.

In Indien gibt es heute noch 700 Sorten Reis – statt bis vor wenigen Jahren 5000. In unseren geputzten Gärten und ausgeräumten Landschaften, in denen die Giftspritze „Unkraut“ und damit Wildblütenpflanzen gnadenlos ausrottet, sterben die Bienen. Immer mehr Menschen erkranken, nicht zuletzt an den harten „Nebenwirkungen“ der angeblichen „Heilmittel“, die sie gläubig schlucken.

Mensch und Natur ist kein Gegensatz ...

Doch die „Ungläubigen“ sind es, die überleben werden, weil sie mit der Natur leben und sie schützen. So wächst in Deutschland der Widerstand von Umweltverbänden und Naturmedizinern wie auch von Landwirten.

Im Projekt „Blühender Chiemgau“ haben sich im Jahr 2005 etwa 50 Landwirte „freiwillig und ohne jede finanzielle Entschädigung Blühflächen geschaffen – und waren begeistert. Auch Städte wie Traunstein haben sich an diesem Projekt beteiligt … die schwäbische Stadt Mössingen hat mit ihren insektenfreundlichen Blühflächen schon zahlreiche internationale Preise gewonnen.“ (Quellennachweis 3)

Jeder Gartenbesitzerin und jedem Gartenbesitzer ist es unbenommen, den eigenen Garten insektenfreundlich zu gestalten, wie es allen Menschen freisteht, sich dem starken Trend anzuschließen, in Bioläden einzukaufen, um genveränderten und sonstwie denaturierten Nahrungsmitteln aus dem Wege zu gehen.

Noch ist es möglich. Stärken wir die Lebensklugheit, damit sie die Oberhand gewinnt! Mutter Natur erduldet viel, aber nicht alles straflos. Achten wir ihre Grenzen und bleiben wir – in Liebe – auf ihrer Seite!

Quellenverzeichnis:

1. Angela von Beesten, Den Schatz bewahren, Vahlde 2005
2. Elke Kolb, Ehrfurcht vor dem Leben bewahren, in: Der Gesundheitsberater, Juni 2007, S. 21
3. Utto Baumgartner, Mitbegründer „Netzwerk Blühende Landschaft“ a. a. O., S. 6 – Die Schrift „Wege zu einer Blühenden Landschaft“ kann man bestellen beim Netzwerk Blühende Landschaft bei Mellifera e. V., Fischermühle, 72348 Rosenfeld, Ruf 07428/9452490, info@bluehende-landschaft.de, www.bluehende-landschaft.de

06.02.2013 © seit 06.2007 Heidrun Beißwenger
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