Wenn Lebensmittelmotten in der Küche das Essen befallen, will man sie schnell wieder loswerden. Lebensmittelmotten kann man selber bekämpfen, wenn man weiß, woher sie kommen und die richtigen Methoden zur Bekämpfung kennt. Hier zeigen wir wie es geht …
Video-Anleitung zur Bekämpfung der Lebensmittelmotten
Entdecken Sie effektive Strategien zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten in Ihrer Küche. Unser Video zeigt Ihnen, wie Sie Befall erkennen, befallene Lebensmittel sicher entsorgen und durch richtige Lagerung zukünftige Probleme vermeiden können. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Vorräte schützen und Ihre Küche mottenfrei halten.
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Das obige Video ist eine Zusammenfassung des folgenden Textes, der noch mehr Details enthält.
Was sind Lebensmittelmotten?
Lebensmittelmotten, auch bekannt als Speise- oder Küchenmotten, gehören zur Familie der Zünsler (Pyralidae) und sind in Mitteleuropa mit etwa 145 Arten vertreten. Als Vorratsschädlinge befallen sie bevorzugt trockene Lebensmittel wie Mehl, Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte und Schokolade.

Häufig gelangen diese Schädlinge durch den Einkauf bereits kontaminierter Produkte in unsere Küchen. Ein Befall ist daher nicht zwangsläufig auf mangelnde Hygiene zurückzuführen, sondern kann durch den Erwerb befallener Lebensmittel entstehen.
Nach dem Einschleppen in den Haushalt vermehren sich Lebensmittelmotten rasch. Ein Weibchen kann bis zu 300 Eier legen, aus denen nach wenigen Tagen Larven schlüpfen, die sich von den Vorräten ernähren. Diese Larven verursachen den größten Schaden, indem sie Lebensmittel durch Fraß, Gespinste und Kot verunreinigen.
Lebensmittelmotten können sich nur dann weiter ausbreiten, wenn sie Zugang zu weiteren Nahrungsquellen erhalten. Daher sollte man sie so früh wie möglich bekämpfen und ihre Ausbreitung durch präventive Maßnahmen verhindern.
Wie kann man Lebensmittelmotten erkennen?
Lebensmittelmotten halten sich bevorzugt in der Nähe ihrer Nahrungsquellen auf, insbesondere in Küchen und Speisekammern. Im Gegensatz zu Kleidermotten, die andere Bereiche des Hauses befallen, sind Lebensmittelmotten weniger mobil und fliegen nur kurze Strecken.

Bei stärkerem Befall kann man den Flugverkehr der Lebensmittelmotten in der Küche beobachten, wie die rechte Abbildung zeigt.
Bemerken Sie mehrere Motten (oder gar einen ganzen Schwarm) in der Küche, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass Lebensmittel befallen wurden. Spätestens dann sollten Sie auf die Suche nach befallenen Lebensmitteln gehen und die vorhandenen Motten bekämpfen.
Ein anderes, recht eindeutiges Indiz ist ein Gespinst im befallenen Lebensmittel. Es handelt sich um kleine feine Fäden (wie bei einem Spinnennetz) in der Verpackung. Teilweise hängen z. B. Körner fast wie freischwebend an diesen Fädchen. In der folgenden Abbildung habe ich eine befallene Tüte mit Perlgraupen fotografiert, die einen typischen Befall zeigt – hier auch mit einer Motte.

Manchmal erkennt man einen Befall mit Lebensmittelmotten auch an Larven und deren Kot in den Vorräten. Die Larven sind kleine, weißliche oder cremefarbene Raupen, die sich in den befallenen Lebensmitteln aufhalten. Während ihrer Entwicklung hinterlassen sie winzige, dunkle Kotkrümel, die als kleine Punkte sichtbar sind. Diese Verunreinigungen machen die betroffenen Lebensmittel ungenießbar und können gesundheitliche Risiken bergen.
Ein weiteres Anzeichen für einen Mottenbefall ist das Verklumpen von trockenen Nahrungsmitteln wie Mehl, Getreide oder Müsli. Die Larven der Lebensmittelmotte spinnen weiße Gespinste, die die Lebensmittel zusammenkleben lassen. Diese klebrigen Fäden können in oder um die betroffenen Nahrungsmittel herum zu sehen sein. Auch eine veränderte Textur oder ein ungewöhnlicher Geruch sind Alarmsignale, die auf eine Kontamination hinweisen.
Lebensmittelmotten / Motten in der Küche bekämpfen
Befallene Lebensmittel sollten sofort in die Mülltonne außer Haus geworfen werden. Wirft man sie in den Küchen-Mülleimer, können dort aus den Mottenlarven nach Stunden oder Tagen neue Lebensmittelmotten entstehen.
Da die Mottenlarven weder Kälte noch Hitze vertragen, kann man „verdächtige Verpackungen“ ins Gefrierfach geben, um eventuell vorhandene Larven abzutöten.
Einzelne Motten (oder ganze Schwärme) saugt man mit dem Staubsauger auf. Je nach Stärke des Befalls muss man das so lange tun, bis alle Motten beseitigt sind. Suchen Sie in solchen Fällen immer nach der Quelle des Befalls.

Ebenso können Pheromonfallen dabei helfen, sehr große Populationen zu reduzieren. Diese Fallen enthalten einen Sexuallockstoff, der speziell männliche Motten anzieht. Die Männchen werden von dem Duft angelockt und bleiben auf der klebrigen Oberfläche der Falle haften, wodurch sie an der Fortpflanzung gehindert werden. So wird die Vermehrung der Motten eingedämmt. Es ist wichtig, die Fallen in der Nähe der befallenen Lebensmittel zu platzieren und regelmäßig zu kontrollieren.
Hat man befallene Lebensmittel in einer Schublade (Regal oder Schrank) gelagert, sollte man den entsprechenden Ort vollständig ausräumen und mit Essigwasser bzw. anschließend mit einer Spülmittellösung gut auswaschen. Da sich eventuell auch in den Ecken noch Mottenlarven (oder Larveneier) befinden, kann man diese mit einem heißen Föhn abtöten.
Speziell ein starker Befall kann ein guter Anlaß sein, die Küche insgesamt einmal ordentlich zu reinigen. Denn alle Krümel oder kleine Reste die frei zugänglich für die Motten sind, sind Nahrungsquellen, die ihnen bei der Ausbreitung gute Dienste erweisen.
Kontrollieren Sie alle Lebensmittel, die sich in der Schublade befunden haben, auf einen möglichen Befall (siehe oben). Ist nichts zu erkennen, können Sie die Lebensmittel weiterverwenden bzw. wieder einlagern. Achten Sie aber auf eine sichere Lagerung (Plastikbehälter oder Gefrierbeutel). Sollte sich dann später dennoch ein Befall zeigen, können Sie das Lebensmittel separat entsorgen. Damit ersparen Sie sich eine Menge Aufwand.
Ätherische Öle wie Lavendel oder Zedernholz werden oft zur Abwehr von Motten empfohlen. Allerdings gelangen Lebensmittelmotten meist durch den Kauf bereits befallener Produkte in den Haushalt und nicht von außen. Daher können ätherische Öle einen bestehenden Befall nicht effektiv bekämpfen.
Wie beugt man einer Ausbreitung von Lebensmittelmotten vor?
Da man beim Einkauf den Befall eines Lebensmittels kaum erkennen kann, wird es immer wieder vorkommen, dass man sich diese Schädlinge ins Haus holt. Allerdings gibt es Lebensmittel, die besonders gefährdet sind, befallen zu werden:
- Mehl und Mehlprodukte
- Kakao, Tee
- Getreide, Getreidekörner jeder Art
- Trockenobst, Trockengemüse
- Suppentüten
- Zucker
- Reis, Nudeln
- Tiertrockennahrung, Vogelfutter
- Müsli, Kekse, Nüsse,
… um die wichtigsten Beispiele zu nennen.
Man kann die Ausbreitung der Motten gut eindämmen, indem man die gefährdeten Lebensmittel nochmals separat in verschließbare Gefrierbeutel verpackt. Am sichersten ist jedoch die Aufbewahrung in verschließbaren Plastikbehältern, die einen Befall von außerhalb nahezu unmöglich machen (siehe Abbildung).

Ich verwende gerne Plastikbehälter mit durchsichtigem Deckel, da man so recht früh einen Befall von Lebensmittelmotten erkennen kann, ohne jeden Behälter einzeln aufmachen zu müssen.
Ansonsten sind natürlich auch Glasbehälter gut geeignet, um Lebensmittelmotten den Zugang zu verwehren bzw. eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Als Faustregel gilt: Je besser ein Lebensmittel verpackt ist, desto schwerer haben es Lebensmittelmotten sich dort Zugang zu verschaffen und sich weiterzuvermehren.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei einem Befall eines bestimmten Produkts nur dieses eine Produkt entsorgen muss – nicht gleich die halbe Vorratskammer.
Aber auch eine saubere Küche kann dabei helfen eine massive Vermehrung der Motten zu unterbinden. Gerade in Regalfächern, Schränken, Stellflächen oder Schubladen sammeln sich gerne mal kleinere Reste und Krümel an, die Nahrungsquellen für die Motten sind.
Je sauberer wir die Küche somit insgesamt halten, desto weniger Möglichkeiten bieten wir den Motten an Futter zu kommen.
Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten
Es gibt Ratgeber im Internet, die eine Bekämpfung von Lebensmittelmotten mit Schlupfwespen empfehlen, was ich persönlich für Humbug halte. Schlupfwespeneier sind teuer und wenn man befallene Lebensmittel entsorgt, gibt es eh nichts mehr zum Bekämpfen.
Bereits befallene Lebensmittel kann man auch nicht mehr retten – d. h. diese Maßnahme ist nur dann sinnvoll, wenn man Anfangs einer großen Population Herr werden möchte. In dieser „Anfangsphase“ können Schlupfwespen eine unterstützende Maßnahme sein.
Schlupfwespen sind winzige, für den Menschen unsichtbare Insekten. Sie parasitieren die Eier der Motten, indem sie ihre eigenen Eier darin ablegen, was die Entwicklung neuer Motten verhindert.
Die Schlupfwespen werden auf Trägerkarten geliefert, die Sie in die Nähe der befallenen Lebensmittel oder in die betroffenen Schränke legen können. Pro Meter Regal- oder Schrankfläche empfiehlt es sich, eine Karte zu platzieren.
Es gibt auch sogenannte Pheromonfallen, welche die Motten mit Lockstoffen anlocken. Damit kann man zwar keinen weiteren Befall verhindern, aber immerhin kontrollieren, ob man wirklich alle Motten in der Küche getötet hat. Dies kann im „Endstadium“ wichtig werden, wenn man keine sichtbar umherfliegenden Motten mehr ausmacht.
Lebensmittelmotten mit Hausmitteln bekämpfen
Weiterhin werden des Öfteren Hausmittel, wie Düfte oder Kräuter, zum Abschrecken der Lebensmittelmotten empfohlen. Diese nützen auch nichts, da man die Motten meist mit dem Einkauf einschleppt. Man kann sie also nicht mit Düften oder Kräutern weg vom Haus bzw. den Lebensmitteln halten.

Andere geben den Rat, Lebensmittel bereits beim Einkauf zu kontrollieren, was ebenfalls völliger Unsinn ist. Denn die Mottenlarven können schon beim Abfüllen in die Verpackung gelangt sein – eine intakte Verpackung besagt also rein gar nichts.
Damit bin ich mit meinen Tipps zur Bekämpfung der Lebensmittelmotten in der Küche am Ende und hoffe, dass ein paar Tipps und Informationen dabei waren, die Sie selbst gut anwenden können.
Viel Erfolg beim Bekämpfen der Lebensmittelmotten / Motten in der Küche!