Was ist Mobbing? Was kann ich gegen Mobbing tun?

Mobbing ist ein Phänomen, welches mittlerweile in allen Gesellschaftsschichten anzutreffen ist. Viele Betroffene fragen sich "Was ist Mobbing genau?" und natürlich "Was kann ich gegen Mobbing tun?"

Was ist MobbingIn diesem Artikel erfahren Sie, welche verschiedene Arten von Mobbing es gibt, damit Betroffene und "Helfer" besser einschätzen können, ob die Kriterien auf ihre Situation zutreffen.

Am Ende finden Sie zudem viele Hilfestellungen und Lösungen, was Betroffene und Helfer tun können, um sich aktiv gegen das Mobbing zu wehren.

Phänomen "Mobbing" in der heutigen Gesellschaft

Mittlerweile hat das Phänomen "Mobbing" einen so umfassenden Einzug in die Gesellschaft gehalten, dass es schon kategorisiert werden musste. Die verschiedensten Arten und Möglichkeiten des Herabsetzens einer Reputation sind gemeiner und öffentlicher geworden.

Nicht zuletzt durch soziale Netzwerke und der Möglichkeit von Veröffentlichungen auf einfachste Weise (Internet) ist es möglich geworden, niedrigste Absichten zu verfolgen, die bis zum Tod des Opfers führen können.

Leider muss man auch anmerken, dass es nicht nur Arbeitskollegen untereinander sind, nicht nur Schüler – nein, selbst das mit der Begrifflichkeit "Bossing" einhergehende „Mobbing von oben“ greift um sich. Hier werden Subunternehmer von Stammbelegschaften gemobbt, Zeitarbeiter von Festangestellten und Mitarbeiter sogar von Vorgesetzten.

Die Arten des Mobbings sind vielfältig

  • Es wird behauptet, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht eingegangen sei.
  • Es werden Abmahnungen für Vorfälle geschrieben, die niemals stattgefunden haben.
  • Beurteilungen werden deutlich nach unten „korrigiert“.
  • Fehlverhalten wird unterstellt.
  • Informationen werden zurückgehalten.
  • Terminänderungen werden dem Betreffenden nicht bekannt gegeben (sehr peinlich in Meetings oder Kundengesprächen).
  • Gerüchte werden in Umlauf gebracht, die die berufliche Laufbahn zerstören können (Alkoholmissbrauch, angebliche Vorstrafen, angebliche Warnungen von Ex-Kollegen usw.).
  • Zuständigkeiten werden beschnitten.
  • Es wird so viel Arbeit aufgebürdet, gerne unter Zeitdruck, dass die betreffende Person nur scheitern kann.
  • Urlaubszusagen werden kurzfristig zurückgenommen.
  • Nach dem Urlaub oder der Krankheit ist das Büro durch jemand anderen besetzt, man erhält „alternativ“ einen völlig unzumutbaren Raum als Arbeitsort.

Aber auch verblendete Karriereleitererklimmerer scheuen sich manchmal nicht davor, zu drastischen Mitteln zu greifen.

Folgende Vorgehensweisen sind bei ihnen beliebt:

  • Beschimpfungen (gerne vor anderen) und auch das Blamieren einer Person,
  • Unterstellungen von Fehlern, die angeblich gemacht wurden,
  • Gerüchte über Aufenthalte in der Psychiatrie oder in einschlägigen Etablissements,
  • angebliche Zugehörigkeit zu Klubs und Szenen (Klubs für Homosexuelle, Rechtsradikalenszene usw.) werden breitgetreten oder ganz gezielt verbreitet,
  • auch vor gefälschten Dokumenten wird nicht Halt gemacht. Es werden z. B. Daten im PC manipuliert, Anrufe erfunden, Beschwerden ausgedacht …

Mobbing von Vorgesetzten Chef TeamleiterBesonders verbissene Ehrgeizlinge haben auch schon Vorgesetzte gemobbt.

Beliebt ist das Phänomen des „Flurfunks“, unter dem Mäntelchen der Verschwiegenheit. Es werden angebliche Insiderinfos verbreitet, um sicherzustellen, dass davon in rasanter Geschwindigkeit die gesamte Firma erfährt.

Beispiele hierfür sind ...:

  • Arbeitsanweisungen werden sabotiert,
  • das bewusste Blockieren von Projekten,
  • Beschädigungen von Dateien, Arbeitsmaterialien,
  • Manipulieren von Arbeitsunterlagen,
  • Arbeitsaufträge werden absichtlich in die Länge gezogen,
  • Gerüchte darüber, wie Vorgesetzte an den Job gekommen sind, werden gestreut (Doktortitel gekauft etc.).

Die leiseren Arten des Mobbings ...

... dürfen hier nicht vergessen werden: Sie sind sehr schlimm und oft noch viel schwieriger zu bemerken. In diesen Fällen bleibt die Hilfe von anderen aus oder die Situation wird herabgespielt. Das Mobbing kann von Kollegen genauso ausgehen wie vom Vorgesetzten. Allerdings geschieht dies fast immer unter "vier Augen", also niemals, wenn andere dabei sind. Der Betroffene wird dabei beispielsweise gemaßregelt wie ein Kind ("du bist zu jung" - "zu dumm" - "zu ängstlich" - "zu schüchtern" - "zu dick, zu dünn" - "nicht mal Akademiker" etc.).

Die miesen Tricks des leisen Mobbings:

  • Private Gegenstände werden entwendet (Handy, Autoschlüssel).
  • Die persönliche Habe wird beschädigt (Auto).
  • SMS (manipulierte oder echte) oder Ähnliches werden herumgezeigt.
  • Angriffe in sozialen Netzwerken werden anonymisiert verbreitet.
  • Das Eindringen in die Privatsphäre, z. B. durch fingierte Anrufe, Aufsuchen von Vereinen in denen der /die Betroffene anzutreffen ist und dort dann Gerüchte verbreiten.
  • Telefonterror im privaten Bereich, gerne nachts über einen längeren Zeitraum.
  • Besprühen des Autos oder des privaten Wohnhauses mit verbotenen Zeichen.
  • Postsendungen von sozial unverträglichen Absendern werden zugestellt.
  • Das völlige Ignorieren des Betroffenen oder des von ihm Gesagten (im Meeting, im Büro, in der Kantine).
  • Das Lächerlichmachen durch Nachahmen (gerne vor anderen Anwesenden).

Mobbing an der Grenze zur Kriminalität ...

Mobbing Gewalt und sexuelle Belästigung... verschwimmt hier unter Umständen: tätliche Übergriffe (wenn niemand hinschaut, boxen, würgen, schlagen, treten). Das Mobbingopfer wird vorsätzlich krankgemacht durch Kälte-Hitze-Einwirkungen, wie Durchzug, übersteuerte Heizungen, Ventilatoren.

Sogar vor dem Einsatz von diversen Sprays bis hin zu Medikamenten wird nicht zurückgeschreckt. Ebenso können verschiedene Formen der Gewalt auftreten.

Manchmal kommen sogar Misshandlungen vor, die dann als Missgeschicke getarnt werden (kochend heißer Kaffee wird über die Hand des Opfers geschüttet).

Manche Mobbingopfer sollen sogar im Extremfall in den Tod getrieben werden. Deshalb gilt es für alle, die Augen und Ohren offen zu halten. Das Dulden solcher Handlungen ist nicht weniger schlimm als das Ausführen, vielleicht sogar noch härter zu verurteilen, denn ein Mobber kommt nicht weit, wenn das Opfer nicht allein gelassen wird und Vertraute hat.

14.06.2016 © seit 05.2015 Elke Dola  

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