Warum Werbung die Qualität des Internets verbessert

Es gibt immer wieder Stimmen, die ein "werbefreies Internet" fordern. Andere bieten Apps an, die die Werbung auf Internetseiten verschwinden lässt. Doch kaum jemand überlegt, wie die Werbung das Internet verbessert oder dazu führt, dass heute viele Betreiber qualitativ hochwertige Artikel kostenlos anbieten. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Werbung Google Internet verbessernIn manchen Medien findet man heute Diskussionen von Menschen, die von der Werbung im Internet genervt sind.

Einige Leute fordern sogar ein werbefreies Internet oder preisen Werbeblocker an, die die Werbung in Artikeln komplett ausblenden. Man wünscht hochwertige Information, die jedem frei zugänglich und natürlich völlig kostenlos sind.

Wer solche Forderungen stellt, hat - aus meiner Sicht - keine Ahnung davon, wie das Internet funktioniert bzw. wie es sich von seinen chaotischen Anfängen hin zu einem hochwertigen Informationsmedium gemausert hat. Wer verstehen will, warum sich die Informationsqualität soweit verbessert hat, muss die Geschichte des Internets, von Google und der Werbung kennen.

Internet Geschichte: Das werbefreie Chaos ...

Werbung Internet vor GoogleViele vergessen, dass es das (nahezu) werbefreie Internet bereits gegeben hat - nämlich am Anfang seiner Geschichte. In dieser "Vor-Google-Ära" waren Suchmaschinen noch echte Suchmaschinen: "suchen kannste, findest aber leider nix". Selbst sorgfältig gewählte Suchbegriffe führten nur zu einer großen Ansammlung an Datenschrott, bzw. völlig irrelevanten Themen, die mit der Intention des Suchenden kaum bis nichts gemein hatten.

Selbst wenn man fündig wurde, waren die Ergebnisse (was deren Qualität anging) sehr durchwachsen - ein halbwegs gutes Lexikon war immer noch mehr wert, als 1000 selbstgestrickte Webseiten. Erst mit Google kam die Option ins Spiel relevante Themen überhaupt zu finden.

Doch mussten erst noch zwei weitere wichtige Entwicklungen stattfinden, um das Internet völlig zu verändern ...:

  • ... die Qualitätskriterien von Google für guten Content
  • ... die Erfindung von Google-AdSense.

Google entwickelte schon früh Kriterien, die qualitativ hochwertige Inhalte erzeugten (heute Programmrichtlinien genannt). In anderen Worten, wer in den Suchergebnissen auftauchen wollte, war immer mehr genötigt spezielle Texte zu Themen zu schreiben, die auch wirklich (über sogenannte Keywords) gesucht wurden.

Gute Autoren hatten aber nur geringe Möglichkeiten sich ihre Arbeit auch bezahlen zu lassen. Werbeanbieter gab es wenig, sie waren meist hochspezialisiert und zahlten nur klägliche Summen für "Bannerklicks". Andere kamen auf die Idee Artikelinhalte nur gegen Vorkasse zur Verfügung zu stellen. Keines dieser Systeme hat funktioniert. Die Bannerwerbung verfehlte das Interesse der Leser, die Artikel zu kaufen (ohne deren Qualität zu kennen). Das war den Usern zu unsicher oder zu teuer.

Google oder das Internet, das wir heute kennen ...

Erst mit der Entwicklung von Google-AdSense änderte sich dieses Bild drastisch. Wesentlich war, dass Google nur automatisierte und contentsensitive Werbung ins Spiel brachte, d. h. Werbung, die zum dem Thema des Artikels passte und so einen Mehrwert für den Leser brachte. Und erst diese Kombination - hochwertiger Content mit passender Werbung - erzeugte relevante Einnahmen für Autoren.

Dies hat einen Wettbewerb in Gang gesetzt, der bis heute anhält. Autoren versuchen immer mehr die Interessen der Leser zu erkunden, um Themen zu finden, die auch gesucht werden. Außerdem muss man heute schon sehr hohe Qualitätsstandards erfüllen, um ein Thema in den Suchergebnissen überhaupt noch an relevanten Stellen platzieren zu können.

Mittlerweile gibt es ca. 14 Millionen deutscher Webseiten, die in diesem Wettbewerb stehen, d. h. einige Millionen Autoren, die sich ihre Arbeit ganz oder teilweise von Google finanzieren lassen. Was würde wohl passieren, wenn man diesen Menschen ihre Einnahmen teilweise oder ganz streicht? Würden Sie ohne Gehalt arbeiten? Sicher nicht!

Wenn man bedenkt, dass man für einen gut recherchierten Artikel 4 bis 8 Stunden Arbeit investiert, außerdem noch Techniker, Programmierer, Designer etc. braucht, um die Webseite überhaupt modern zu halten, ist das ohne Einkünfte nicht mehr zu machen.

Gute Werbung erzeugt hochwertigen Content

Falls Sie auch in Zukunft relevante und kostenlose Informationen aus dem Internet haben wollen, ist das ohne Werbung nicht möglich. Diese Verdienstmöglichkeit gibt Millionen von Menschen Arbeit, die Ihnen dafür kostenlose Informationen zur Verfügung stellen.

Ohne Werbung kein InternetNatürlich gibt es auch nervige Werbung, die zu aufdringlich ist - aber jeder hat die Freiheit sich Webseiten auszusuchen, bei denen er das Verhältnis von Werbung und Information stimmig findet. Da die Konkurrenz im Internet aber immer weiter steigt, ist es meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit, bis die "schwarzen Schafe" verschwinden bzw. auch zu einer annehmbaren Werbepraxis kommen, welche die Leser akzeptabel finden.

Falls Sie das nächste Mal darüber nachdenken einen Werbeblocker zu nutzen oder ein "werbefreies Internet" wünschen, fragen Sie sich, ob Sie für all die Informationen auch zahlen würden. Ist Ihnen da ein kostenloses Internet mit ein wenig Werbung nicht lieber?

So gesehen, dürfte bei vielen die Antwort eindeutig sein.

Viel Freude mit den "kostenlosen" Informationsangeboten im Internet!

14.06.2016 © seit 08.2015 Tony Kühn  
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