Schädlinge bekämpfen: Gemüse vor Gemüsefliegen schützen

Die Trauer ist groß, wenn liebevoll angebaute Gemüsearten wie Möhren, Kohl, Zwiebeln oder Radieschen von Maden befallen werden. Viele Gärtner vermuten fälschlicherweise, daß das Gemüse von am Boden lebenden Schädlingen befallen wurde.

Gemüse gegen Gemüsefliegen bekämpfenIn den meisten Fällen stammen die Maden aus der "Luft" - sprich - von bestimmten Fliegenarten, die ihre Eier auf den Pflanzen abgelegt haben. Gemüsefliegen werden diejenigen Biester genannt, die durch ihre Larven unsere Gemüsesorten schädigen.

Dabei ernähren sich die Larven sowohl von oberirdischen Gemüseteilen, als auch von den Wurzeln der Pflanze. Da einige auf bestimmte Gemüsesorten spezialisiert sind, kann schon eine wechselnde Fruchtfolge helfen den Schädlingsbefall einzudämmen. Baut man eine Mischkultur von Zwiebeln und Gelben Rüben an, wird durch die Zwiebel die Möhrenfliege bzw. durch die Gelbe Rübe die Zwiebelfliege abgehalten.

Ein weiterer Trick ist der jährliche Fruchtwechsel, da im Boden vom Vorjahr noch Fliegenpuppen vorhanden sein können, die auf eine bestimmte Gemüseart spezialisiert sind. Eine ausgewogene Mischkultur von verschiedenen Pflanzen erschwert es Gemüsefliegen zudem ihre Wirtspflanzen über den Geruch zu orten.

Als effektivster Schutz wird jedoch ein Schutznetz empfohlen, welches das ganze Gemüse flächig abdecken soll. So haben neben der Gemüsefliege auch Raupen von Kohlweißlingen oder Nachtfalter keine Chance mehr. Ist der Boden jedoch von Larven bereits infiziert, hält das Schutznetz auch die natürlichen Feinde der Gemüsefliege ab, die sich darunter dann prächtig vermehren kann.

Bevor die Schutznetze zum Einsatz kommen, sollten Sie darauf achten, alte Kohlstrünke bzw. jede befallene Pflanze aus der umgebenden Erde zu entfernen und zu vernichten. Die Pflanzen müssen bereits ab der Keimung von dem schützenden Netz umgeben sein und bis kurz vor der Ernte damit geschützt werden. Wenn Sie zwischendurch an den Beeten arbeiten wollen, tun Sie dies möglichst bei regnerischen oder trüben Wetter. Bei diesen Wetterbedingungen sind am wenigsten Gemüsefliegen unterwegs. Im Hausgarten lassen sich alternativ durch geeignete Stützbügel auch Netztunnel erzeugen, die über die Beete gespannt werden.

Manche Bio-Gärtner schwören auch auf den Einsatz von Wermuttee, der Ameisen, Blattläuse und Gemüsefliegen fernhalten soll. Hier wird einfach 30 g von dem Kraut auf 1 Liter Wasser gegeben und aufgebrüht. Nach dem Abkühlen abseien und dann unverdünnt auf die Pflanzen spritzen.

Alternativ kann man dem Befall von Gemüsefliegen auch mit dem Ausstreuen von Bio-Gemüse-Streumittel vorbeugen. Dieses sollte ab Pflanzung (Keimung) wiederholt um die Pflanzen gestreut werden. Ein weiterer Trick ist, durch sehr frühe (oder sehr späte) Saat, die zweite Generation der Gemüsefliege im Juni bzw. August zu umgehen.

Damit bin ich mit meinen Tipps am Ende und hoffe es waren einige Anregungen dabei, die Ihnen helfen werden sich künftig besser gegen Gemüsefliegen zu wehren.

Viel Spaß beim Anbau Ihres Gemüses!

07.06.2016 © seit 06.2008 Andrea Munich  
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