Holzwürmer: Holzwurm selbst bekämpfen & entfernen

Holzwürmer sind nicht nur lästige Gesellen, sondern richten an befallenen Gegenständen einen bleibenden Schaden an. Besonders ärgerlich ist das, wenn Antiquitäten davon betroffen sind, die rapide an materiellen und ästhetischen Wert verlieren.

Viele denken gleich an einen Kammerjäger oder die chemische Keule, die man zur Bekämpfung einsetzen kann. Aber auch ohne diese Mittel sind Sie nicht wehrlos, denn man kann den Holzwurm auch mit einfachen Methoden und ungiftigen Substanzen selbst bekämpfen und beseitigen. In diesem Artikel werde ich relevante Informationen über Holzwürmer geben, aufzeigen, wie Sie den Befall durch einen Holzwurm erkennen und am Ende verschiedene Methoden beschreiben, wie Sie ihn selbst bekämpfen können.

Holzwurm bekämpfen: Was Sie über Holzwürmer wissen sollten

Holzwurm bekämpfen entfernenDer Gemeine Nagekäfer sieht dem Brotkäfer sehr ähnlich. Er wird 3 bis 5 mm lang, ist von dunkelbrauner Farbe und von ovalem Umriss. Sein Kopf liegt unter dem Halsschild verborgen. Die Antennen weisen drei leicht vergrößerte Endglieder auf.

Die Larve ist engerlingsartig gekrümmt und trägt starke Kieferzangen, mit denen sie vornehmlich das Splintholz von Hölzern befrisst.

Entwicklung und Vorkommen der Holzwürmer

Das Weibchen legt etwa 20 bis 30 Eier in Holzrissen ab. Nach ca. 3 Wochen schlüpfen die Larven. Sofort bohren sie sich in das Holz ein und entwickeln sich dort bis zu 4 Jahren. Ist die Larve ausgewachsen, verpuppt sie sich und der erwachsene Käfer verlässt das Holz durch ein rundes, 0,7 bis 3,3 mm großes Ausflugsloch.

Man findet den Holzwurm in Kellern, Dachböden, Kirchen, Brennholzlagern, leer stehenden Gebäuden, aber seltener in Wohnräumen. Dort ist normalerweise das Holz zu trocken (8 bis 10 Prozent Holzfeuchte), es sei denn, es wird z. B. beim Wischen des Fußbodens regelmäßig angefeuchtet oder der Raum hat von sich aus eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit (z. B. dauerhaft über 70%).

Ist ein Raum jedoch erst einmal befallen, kann sich der Holzwurm ausbreiten und schrittweise von Holz- zu Holzgegenstand wandern.

Wie kann ich einen Holzwurmbefall erkennen?

Hier einige typische Merkmale, die den Befall durch einen Holzwurm anzeigen ...

Holzwurm erkennen Holzmehl
Holzmehl am Boden
Holzwurmbefall an Möbeln
Holzmehl an Möbeln
Holzwurmlöcher in Holzgegenständen
Wurmlöcher am Holz

Wie Sie an den obigen Bildern erkennen können, gibt es einige einfache Merkmale, wie man den akuten Befall durch Holzwürmer erkennen kann. Wichtig ist immer die Kombination von Wurmlöchern und Holzmehl, denn das Holzmehl zeigt aktive Holzwürmer an. Wurmlöcher ohne Holzmehl sind normalerweise unbedenklich, da dann offensichtlich keine Holzwürmer mehr aktiv sind, d. h. es sich um "Altschäden" handelt.

Allgemeines zum Vorbeugen & Bekämpfen des Holzwurms

Grundsätzlich sollte man wissen, dass Holzwürmer wandern, d. h. sich über "Holzbrücken" ausbreiten können. Ich habe es einmal erlebt, wie sich Holzwürmer über einen "infizierten Schrank" -> über das Holzparkett -> in einem ganzen Wohnraum ausgebreitet und viele Holzgegenstände befallen haben.

Wer viel Holz im Haus hat (Holzboden oder Holzverkleidungen), sollte alte Möbel und Antiquitäten sehr genau auf Holzwurmbefall prüfen. Bei einzelnen Gegenständen können Sie den Holzwurm noch relativ einfach selbst bekämpfen. Ist er jedoch im Boden oder der Wand, dann hilft oft nur noch der Kammerjäger oder heftige Chemie.

Grundsätzlich gilt, befallene Holzgegenstände von anderem Holz zu separieren und zuerst den Holzwurm zu entfernen, bevor man ihn wieder mit anderem Holz in Kontakt bringt. Wer in seiner Wohnung einen Holzwurmbefall beobachtet, kann durch folgende Methoden versuchen, ihn ohne unnötige Gifte zu bekämpfen.

Methoden: Holzwurm selbst bekämpfen und entfernen

1. Holzwurm mit Isopropanol bekämpfen

Im folgenden Video wird gezeigt, wie man Holzwürmer mit Isopropanol (99,9%) bekämpfen und entfernen kann. Diese Methode eignet sich vor allem bei unbehandeltem Holz, da der reine Alkohol Lacke, Lasuren oder Öle anlösen, bleichen oder anderweitig verfärben kann. Sie eignet sich auch bei großen Holzgegenständen wie Schränken oder Türen. Ist das Holz sehr dick, muss sie unter Umständen mehrfach angewendet werden.

2. Methode: Holzwürmer mit Kälte bekämpfen

Holzwürmer mögen keinen Frost und sterben bei Minustemperaturen ab. Diese Temperaturempfindlichkeit kann man sich zunutze machen, indem man kleinere Holzgegenstände (wie Schatullen, Kästchen oder kleinere Kisten) in die Gefriertruhe gibt und dort 3 bis 4 Tage durchfrieren lässt.

Bei größeren Gegenständen - wie einer Couch, einem Schrank - kann man diese Methode im Winter draußen auf dem Balkon oder einer Terrasse anwenden. Denn auch ein starker Frost im Winter wirkt wie die Gefriertruhe. Man sollte das Möbelstück jedoch vorher mit einer Plane gut einpacken, damit Schnee und Eis nicht ins Holz oder in die Polster gelangen können.

3. Methode: Holzwürmer mit Hitze bekämpfen

Holzwürmer bekämpfen Holzwurmbefall erkennenErhitzt man das Holz auf über 55°C, sterben die Holzwürmer ebenfalls ab. Kleinere Gegenstände können Sie in den Ofen Ihres Küchenherds stellen, bei einer Temperatur von ca. 80 bis 100°C für etwa 4 bis 6 Stunden. Das sollte ausreichen, um auch die Larven - die resistenter als die fertig geschlüpften Holzwürmer sind - zu töten. Alternativ geht auch eine Sauna - doch decken Sie unbedingt das Holz, wo der Gegenstand aufliegt mit einer Folie ab, welche die Temperatur verträgt.

Bei größeren Gegenständen, die nicht so stark befallen sind, kann man das Holz auch mit einem Heißluftföhn erhitzen und dadurch die Holzwürmer abtöten. Achten Sie jedoch darauf, das Holz nicht mit dem Heißluftföhn zu verbrennen, was leicht geschehen kann. Da man - je nach Holzdicke - das Holz nicht so gut erwärmen kann wie im Ofen, können manchmal auch Larven überleben. Sie müssen daher diese Wärmebehandlung meist mehrfach wiederholen, bis alle Holzwürmer entfernt bzw. abgetötet sind.

Ich habe gehört, dass einige Tüftler es geschafft haben, den Holzwurm erfolgreich zu bekämpfen, indem sie ein Möbelstück in schwarzes Plastik an sehr heißen Sommertagen windgeschützt in die Sonne stellten.

4. Holzwürmer mit Hausmitteln (Eicheln) bekämpfen

Holzwürmer fühlen sich von Eicheln magisch angezogen. Stellen Sie einfach einen Teller mit Eicheln direkt an die befallenen Stellen. Der Geruch lockt die Würmer zu den Eicheln. Dann können Sie diese entweder in die Natur zurückbringen oder anderweitig entsorgen. (Anmerkung: Diese Methode habe ich nicht selbst ausprobiert, aber schon des Öfteren gehört!)

Achtung! Holzwürmer bekommt man recht schnell los, das Problem sind aber häufig die Eier, die wesentlich resistenter sind. Daher empfehle ich jede Prozedur ausreichend lange anzuwenden, damit die ungeschlüpfte Brut kurze Zeit später nicht für den gleichen Ärger sorgt.

Ansonsten können Sie die oben genannten Methoden auch kombinieren und selbst kreativ abändern, um den Holzwurm zu bekämpfen.

Viel Erfolg beim Bekämpfen der Holzwürmer!

09.05.2016 © seit 03.2004 Heiko Diadesopulus  

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