Energiekosten senken: Stromsparen im Haushalt

Der Stromverbrauch in privaten Haushalten nimmt weiter zu, obwohl es heutzutage gute, Strom sparende Markenprodukte für alle Produktbereiche des Haushaltes gibt. Am guten Willen vieler Verbraucher liegt es nicht - sie wollen ihren Stromverbrauch senken. Lesen Sie im folgenden Artikel, mit welchen drei Fragen Sie sich auseinandersetzen sollten, um Ihren Stromverbrauch künftig zu senken.

Es gibt mindestens zwei wichtige Gründe, Strom zu sparen. Der eine betrifft den eigenen Geldbeutel, der andere unser Klima und Umwelt. Dennoch verbrauchen vor allem private Haushalte immer mehr Strom. Wenn man bedenkt, dass moderne Haushaltsgeräte 1/4 bis 3/4 weniger Strom verbrauchen als Geräte in den 80er Jahren, mag dies verwundern. Auch mit steigenden Stromkosten ist dies nicht alleine zu erklären.

Es gibt weitere Gründe dafür:

  • Die Gesamtzahl der Geräte, welche Strom verbrauchen, sind pro Kopf deutlich gestiegen.
  • Es gibt immer mehr kleinere Haushalte.
  • Es gibt immer mehr zusätzliche Geräte, die Strom verbrauchen, z. B. Handys, Smartphones, Ladegeräte, Computer, WLAN-Anlage, etc.

Wer Strom sparen will, sollte alle Bereiche seines Haushaltes in den Blick nehmen. Zu wissen, wo man den eigenen Verbrauch drosseln kann, ähnelt manchmal einer Detektivarbeit, die aber notwendig ist und darüber hinaus viel Spaß machen kann.

Beim Aufspüren Ihres Stromverbrauchs und -einsparens sollten Sie immer drei Fragen im Hinterkopf behalten:

  • Gibt es in meinem Haushalt Stromfresser? Bin ich informiert, wie viel Strom meine Geräte verbrauchen?
  • Was ist bei der Anschaffung von neuen Geräten zu beachten?
  • Muss ich einige Gewohnheiten verändern, die mit einem zu hohen Stromverbrauch zusammenhängen? Diese Frage betrifft u.a. Ihren Lebensstil: Muss es wirklich noch ein weiteres elektronisches Gerät sein? Sie betrifft aber auch eine sachgerechte Handhabung der Geräte, z. B. nur eine volle Geschirrspülmaschine anzustellen.

Herausfinden, wie viel Strom ein Gerät verbraucht

Stromsparen und Energiekosten senken SteckdoseWer Strom sparen will, sollte wissen, wie viel Strom seine Geräte verbrauchen. Liegt der Stromverbrauch in der Norm? Ist er gut oder verbraucht das Gerät zu viel Strom?

Wenn Sie nicht wissen, wie viel Strom ein Gerät verbraucht, haben Sie die Möglichkeit, sich ein Strommessgerät zu leihen oder zu kaufen. Vernünftige Strommessgeräte sind etwa ab 20,-- Euro erhältlich. Sie können es später wieder verkaufen oder an Bekannte verleihen.

Alle Haushaltsgeräte bis zu einer Anschlussleistung von 4.200 Watt können Sie mit dem Messgerät überprüfen, sofern diese einen Normstecker haben! Das betrifft fast alle Geräte in Ihrem Haushalt. Beachten Sie jedoch, dass manche Geräte direkt ans Stromnetz angeschlossen sind (z.B. Heizungsumwälzpumpen, Elektroherde, elektrische Warmwassergeräte). Eine Messung mit dem Gerät ist bei ihnen nicht möglich.

Zeitdauer der Messung:

  • Bei Geräten im Dauerbetrieb empfiehlt sich eine Messung über 24 h. Das betrifft z. B. Kühlschränke, Hi-Fi-Anlagen (die auch im Stand-by-Modus Strom verbrauchen), Gefrierschränke, etc.
  • Bei anderen Geräten, die sich nicht im Dauerbetrieb befinden, messen Sie einfach die Zeit, in der sie im Betrieb sind. Das ist z. B. bei einer Waschmaschine oder Geschirrspülmaschine ein Waschgang. Sie rechnen dann den Verbrauch anhand der geschätzten Waschvorgänge auf ein Jahr hoch.
  • Elektrokleingeräte wie Zauberstab, Handrührgeräte, elektrische Dosenöffner haben einen vergleichsweisen hohen Verbrauch. Doch wegen des meist kurzen Gebrauchs nehmen sie auf den Jahresstromverbrauch einen geringen Einfluss. Doch bleiben Sie auch hier immer wachsam und kritisch! Manche Dinge lassen sich bequem ohne Strom bewerkstelligen.

Die Handhabung des Messgerätes ist denkbar einfach. Nehmen wir an, Sie wollen wissen, wie viel Strom Ihr Kühlschrank innerhalb von 24 h verbraucht. Der Stecker des Kühlschrankes wird einfach in das Messgerät eingesteckt. Das Messgerät stecken Sie direkt in die Steckdose.

Es gibt Ihnen zwei Informationen:

  • Es zeigt Ihnen die Leistungsaufnahme an, d. h., wie viel Strom momentan fließt. Die Leistungsaufnahme wird über das Display des Strommessgerätes in W (= Watt) oder kW (= Kilowatt) angegeben (1 kW = 1000 W).
  • Es zeigt Ihnen den Stromverbrauch an. Dieser wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen (1 kWh = 1000 Wh). Der Stromverbrauch gibt an, wie viel Strom in einem bestimmten Zeitraum geflossen ist.

Strommessgerät Strom messen StromverbrauchDas Gerät misst beides, Stromverbrauch und Leistungsaufnahme, gleichzeitig. Sie können während des Messvorgangs zwischen beiden Messinformationen hin- und herschalten, ohne das Endergebnis zu verändern. Vermutlich ist für Sie der Stromverbrauch, der in Kilowattstunden angegeben wird, interessant.

Nehmen wir an, dass Ihr Kühlschrank am Tag (24h) 0,7 kWh verbraucht. Rechnen Sie nun den jährlichen Verbrauch aus: 0,7 kWh x 365 Tage = 255,5 kWh. 255,5 kWh x 0,24 Euro = 61,32 Euro im Jahr. Schauen Sie auf Ihre Endstromabrechnung, um Ihre Kosten für eine kWh herauszufinden.

Beachten Sie jedoch: Wenn Sie Ihren Strom 10 h lang messen, müssen Sie die angezeigte kWh durch 10 teilen und mit 24 h multiplizieren, um Ihren täglichen Bedarf zu ermitteln.

Wenn Sie einen Messvorgang abgeschlossen haben, bleibt das alte Messergebnis im Speicher. Vor jeder neuen Messung müssen Sie die Anzeige auf dem Gerät wieder auf Null setzen. Lesen Sie die Gebrauchsanweisung Ihres Messgerätes aufmerksam durch.

Anschaffung eines Neugerätes

Bleiben wir weiterhin beim Beispiel eines Kühlschranks. Wenn Sie Ihren jährlichen Verbrauch ermittelt haben, können Sie Vergleiche mit einem Neugerät anstellen. Vergleichen Sie sorgfältig, auch mit Geräten, die etwas teurer in der Anschaffung sind (nicht nur mit Neugeräten der Klasse A, sondern auch der Klasse A++ und A+++). Rechnen Sie den Verbrauch auf 15 Jahre hoch, also der Lebensdauer des neuen Gerätes. Vergleichen Sie diese Kosten mit den derzeitigen Kosten Ihres alten Gerätes.

In vielen Fällen wird sich die Anschaffung eines neuen und energieeffizienten Gerätes lohnen, auch wenn es in der Anschaffung etwas teurer ist (und wir optimistisch annehmen, dass die Strompreise gleich bleiben, was natürlich nicht der Fall sein wird).

Bei der Anschaffung eines neuen Herdes sollten Sie Folgendes bedenken:

Gasherde schneiden beim Energieverbrauch am besten ab. Wenn Sie also einen Gasanschluss haben, lohnt es sich bei einer Neuanschaffung, diesen Anschluss zu nutzen! Wenn Sie keinen Gasanschluss haben, gibt es Gasherde mit Gasflasche.
An zweiter Stelle stehen Induktionsherde. Schlusslicht bleiben Herde mit gusseisernen Kochplatten. Vergleichen Sie also sorgfältig!

Gewohnheiten verändern

Legen Sie eine Liste Ihrer Gewohnheiten zu allen Fragen Ihres Verbrauchs an, z. B.:

  • Wie oft läuft wöchentlich die Waschmaschine und wie heiß wird gewaschen (90 Grad, 60 Grad, 30 oder 40 Grad).
  • Wie oft läuft die Spülmaschine (mit welchem Programm)?
  • Wie sehen meine Kochtöpfe und Pfannen aus? Wie alt sind sie? Welche Qualität haben sie?
  • Wie oft lade ich meine Handys, Batterien für die Modellautos ... auf?
  • Wie viele und welche Glühbirnen verwende ich?
  • etc.

Gehen Sie sorgfältig vor, beobachten Sie sich, holen Sie sich Feedback aus Ihrer Familie oder Freundeskreis, um "blinde Flecken" aufzudecken. Dann können Sie sich Gedanken machen, sich vielleicht ein neues Topfset anzuschaffen, Energiesparlampen zu verwenden, statt 90 Grad mit 60 Grad zu waschen und statt häufig zu baden, lieber öfter zu duschen, etc.

Empfehlung: Auch ein Vergleich der Strom- oder Gasanbieter hilft, viel Geld zu sparen. Einen kostenlosen Anbieter zu diesem Thema finden Sie hier: Stromvergleich (Link).

Viel Erfolg beim Herausfinden Ihres Stromverbrauchs und Stromsparen in der Zukunft!

27.10.2016 © seit 09.2011 Cassandra B.  
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