Dickmaulrüssler (schwarze Käfer) biologisch bekämpfen

Beim Dickmaulrüssler handelt es sich um einen kleinen, schwarzen Käfer, der von vielen Gärtnern als Schädling gefürchtet wird. Der (ausgewachsene) schwarze Käfer befällt und frisst die Blätter der Pflanzen, während seine Larven die Wurzeln angreifen.

Da Dickmaulrüssler sich schnell und stark vermehren können, sollte man ihn frühzeitig - möglichst biologisch - bekämpfen. Lesen Sie hier, was Sie gegen diese schwarzen Käfer tun können, um sie schnellstmöglich wieder loszuwerden.

Schwarze Käfer (Dickmaulrüssler) möglichst früh erkennen

Dickmaulrüssler schwarzer Käfer Schädling biologisch bekämpfenDer Dickmaulrüssler wird leider oft sehr spät entdeckt, obwohl er - je nach Art - zwischen 3 und 14 mm groß werden kann. Da er aber zu den nachtaktiven Pflanzenschädlingen zählt, sieht man ihn tagsüber kaum, da er sich in Spalten, Ritzen oder humosem Boden verkriecht. Er kann weite Strecken zurücklegen und sehr einfach auf Balkone oder Terrassen gelangen. Das Aussehen der Dickmaulrüssler ist auch im unten eingebauten Video recht gut zu erkennen.

Der Rücken des Pflanzenschädlings ist schwärzlich und weist dunkelbraune Flecken oder Punkte auf. Ihre Flügeldecken sind panzerartig, mit sehr feinen, gelblichen Härchen bewachsen. Die Käfer bestehen zu 90% aus Weibchen! Sie haben eine Lebenserwartung von 100-120 Tagen und jedes Weibchen kann bis zu 1000 Eier in der Erde ablegen!

Erste Anzeichen eines Befalls sind leicht an den Blättern der Pflanze direkt festzustellen. Sie weisen an ihren Blatträndern buchtenförmige, halbrunde Fraßstellen auf. Bemerkt man die schwarzen Käfer früh genug, kann man die Pflanzen retten.

Besonders heftig ist jedoch der Schaden an den Pflanzen, der durch die Larven des Dickmaulrüsslers entsteht. Die geschlüpften weiß-gelblichen Larven fressen nämlich die Wurzeln der Pflanze, was sie nachhaltig schädigt bzw. letztlich zu ihrem Absterben führt. Selbst große Pflanzen mit dickerem Stamm können den massiven Wurzelschaden kaum verkraften.

Dickmaulrüssler durch Absammeln bekämpfen

Wenn Sie den Befall der Käfer auf gewisse Pflanzen eingrenzen können, sollten Sie diese Pflanzen isolieren, aber dennoch bei den anderen Pflanzen wachsam bleiben. Die Käfer müssen regelmäßig abgesammelt werden, da sie sich schnell vermehren und relativ langlebig sind.

Da der Dickmaulrüssler nachtaktiv ist, muss mit der Suche im Dunkeln oder Dämmerung begonnen werden. Verwenden Sie eine Taschenlampe. Wird der Dickmaulrüssler durch das Licht gestört, lässt er sich von der Pflanze fallen und bleibt meist reglos liegen. Daher ist kein größeres Jagdgeschick notwendig - Sie brauchen die Käfer nur aufzusammeln. Neben dem Ableuchten der Blätter sollten Sie auch die Oberfläche der Blumenerde nicht vergessen - dort können sich die Käfer ebenfalls tummeln. Das Gleiche gilt für den Stil oder Stamm der Pflanze.

Wiederholen Sie die Prozedur Nacht für Nacht, bis Sie keine Käfer mehr finden. Denn ein einziger Käfer kann wieder Nachkommen erzeugen. Diese Form der Bekämpfung von Dickmaulrüsslern ist jedoch nur bei geringem Befall zu empfehlen.

Gegen Dickmaulrüssler: Blumenerde einzelner Pflanzen wechseln

Wenn der Befall nur gering ist - bzw. nur einzelne Pflanzen betrifft, können Sie diese durch Umtopfen retten. Sämtliche Erde sollte dabei entfernt werden und mit ihr die Larven, die recht gut zu erkennen sind. Falls das noch nicht reicht, können Sie mit der nächsten Maßnahme den Pflanzenschädling vollständig vernichten.

Dickmaulrüssler mit Nematoden bekämpfen

Natürliche Fressfeinde sollten spätestens bei starkem Befall zum Einsatz kommen. Die geschlüpften Larven der Dickmaulrüssler können biologisch mit sogenannten Nematoden bekämpft werden. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die in Pulverform erhältlich sind. Sie liegen dort in einer Art Winterstarre. Man kann sie in Gartencentern bekommen oder sich über eine Bestellung im Internet zuschicken lassen.

Dieses Pulver wird im Wasser aufgelöst und damit die befallenen Pflanzen gegossen. Damit die Nematoden gut jagen können, sollten Sie die Blumenerde ca. 2-6 Wochen gut feucht halten.

Die Nematoden sind für Menschen, Haustiere und Pflanzen völlig unbedenklich. Sie stellen keine Gefährdung dar und sterben ab, wenn sie keine Nahrung mehr finden. Sie sollten so früh wie möglich zum Einsatz kommen, idealerweise, wenn erste Fraßstellen an den Blättern einer Pflanze bemerkt werden.

Anleitung: Nematoden zur Bekämpfung von Dickmaulrüsslern einsetzten

 

Tipp: Vorbeugung ist der beste Schutz gegen Schädlinge

Beugen Sie weiteren Pflanzenschädlingen vor, denn vitale, kräftige und gesunde Pflanzen sind Pflanzenschädlingen nicht schutzlos ausgeliefert. Natürliche Abwehrstoffe halten Pflanzenschädlinge fern oder verhindern zumindest eine schnelle Ausbreitung.

Pflegen Sie Ihre Pflanzen nach deren Bedürfnissen. Erkundigen Sie sich je nach Pflanze, was sie an Standort, Wässerung, Temperatur, Düngung etc. benötigt. Da es sehr viele unterschiedliche Ansprüche von Zimmerpflanzen, je nach Art und Gattung gibt, ist es schwer, eine einheitliche Richtlinie zu geben. Dennoch lassen sich Zimmerpflanzen meist in Gruppen mit ähnlichen Pflegebedürfnissen einteilen, sodass eine individuellere Pflege leichter wird.

Falls Sie weitere Probleme mit Schädlingen in Haus und Garten haben, finden Sie unterhalb des Artikels in der Sammlung "Schädlinge und Ungeziefer bekämpfen" noch viele weitere Tipps und Tricks.

Viel Erfolg beim Bekämpfen des Dickmaulrüsslers!

16.10.2017 © seit 01.2013 Cassandra B.  

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