Insektenschutz nach Maß: Wann sich der Fachbetrieb lohnt und wann der Baumarkt reicht

Ein Fliegengitter mit Klettband gibt es im Baumarkt ab etwa 9 Euro, ein Spannrahmen nach Maß kostet ohne Montage ab etwa 45 Euro. Welche Lösung passt, hängt weniger vom Preis ab als von der Einbausituation: vom Falz, vom Rollladen und bei Türen davon, wie oft sie benutzt werden.

Im Herbst denkt kaum jemand an Mücken. Dabei kommen gerade dann Baumwanzen und Marienkäfer auf der Suche nach einem Winterquartier durch gekippte Fenster ins Haus. Für die Planung ist die Jahreszeit günstig: Maßanfertigungen werden im Herbst schneller geliefert als im Sommer, und die Entscheidung zwischen Baumarkt und Fachbetrieb lässt sich ohne Zeitdruck treffen.

Was kostet Insektenschutz aus dem Baumarkt?

Die einfachste Lösung aus dem Baumarkt ist ein Gewebe, das mit selbstklebendem Klettband am Fensterrahmen befestigt wird. Es ist ab etwa 9 Euro pro Fenster zu haben und hält meist bis zum ersten Fensterputzen. Wird das Gewebe dafür abgenommen, haftet es danach schlechter und lässt an den Ecken Spalten offen, durch die Mücken ins Zimmer kommen.

Insektenschutz

Eine Stufe darüber stehen Bausätze mit Aluminiumrahmen, die für Fenster etwa 15 bis 45 Euro kosten, je nach Größe und Hersteller. Die Profile sägen Sie selbst auf Länge und stecken sie an den Ecken zusammen, anschließend wird das Gewebe eingezogen. Wie gut das Ergebnis wird, hängt davon ab, wie genau Sie messen und sägen: Ein zu knapp geschnittener Rahmen klappert bei Wind, ein zu groß geratener passt nicht in die Öffnung.

Für Balkon- und Schiebetüren werden größere Bausätze bis rund 150 Euro angeboten. Alle Varianten gibt es in Standardgrößen, die Sie selbst an Fenster oder Tür anpassen.

Was kostet die Maßanfertigung vom Fachbetrieb?

Der Fachbetrieb misst jedes Fenster und jede Tür aus und lässt die Rahmen passend fertigen. Was das kostet, hängt auch davon ab, wo gefertigt wird. Die folgenden Richtwerte gelten für Fliegengitter nach Maß aus Polen in gängigen Größen, jeweils ohne Montage:

  • Spannrahmen für Fenster: 45 bis 90 Euro
  • Drehrahmen für Balkon- oder Terrassentüren: 150 bis 250 Euro
  • Pendeltür: 180 bis 280 Euro
  • Schiebeanlage für große Öffnungen: 250 bis 450 Euro
  • Begehbare Lichtschachtabdeckung: 60 bis 120 Euro

Bei gleichem Aufbau sind das meist 20 bis 35 Prozent weniger, als vergleichbare Elemente aus deutscher Fertigung kosten. In beiden Fällen bestehen die Rahmen aus pulverbeschichtetem Aluminium und das Gewebe aus Fiberglas. Sondergewebe kosten je Element 10 bis 30 Euro Aufpreis. Hinzu kommen die Montagekosten. Fragen Sie danach, bevor Sie Angebote vergleichen.

Ein Beispiel: Für acht Fenster und eine Terrassentür kosten Spannrahmen und Drehrahmen nach Maß zusammen 510 bis 970 Euro ohne Montage. Acht Alu-Bausätze für dieselben Fenster kosten 120 bis 360 Euro, ein Bausatz für die Tür bis zu 150 Euro.

Für den Mehrpreis gegenüber dem Bausatz bekommen Sie einen Rahmen mit verpressten Ecken und straff gespanntem Gewebe. Im Falz halten ihn Federstifte oder Einhängewinkel, gebohrt wird in der Regel nicht. Vor dem Winter ist er in einer Minute ausgehängt, dann fällt mehr Licht ins Zimmer. Zur Reinigung genügt der Staubsauger oder ein feuchtes Tuch. Die Lebensdauer liegt bei zehn Jahren und mehr.

Warum kommt es auf Falz und Rollladen an?

Der Falz ist der stufenförmige Absatz im Fensterrahmen, in den der Insektenschutz eingehängt wird. Seine Tiefe unterscheidet sich von Fensterprofil zu Fensterprofil um einige Millimeter. Das genügt, damit derselbe Rahmen an einem Fenster dicht anliegt und am nächsten bei jedem Windstoß klappert. Universalprofile aus dem Bausatz passen deshalb auf manche Fenster gut und auf andere gar nicht.

Die zweite kritische Stelle ist der Rollladen. Zwischen Fensterflügel und Rollladenpanzer bleibt oft wenig Platz, und an einem zu dicken Rahmen schleift der Panzer. Fachbetriebe prüfen die freie Einbautiefe beim Aufmaß und wählen notfalls ein flaches Profil. Werden die Rollläden ohnehin erneuert, lässt sich beides in einem Termin aufmessen. Als Vorbaurollladen gibt es auch den Rollladen mit integriertem Insektenschutz, bei dem das Insektenschutzrollo im selben Kasten sitzt.

Wann reicht der Baumarkt?

Wer zur Miete wohnt und in absehbarer Zeit umzieht, ist mit der günstigen Lösung gut bedient. Das gilt auch für ein einzelnes Fenster im Gästezimmer und für Fenster, die selten geöffnet werden, etwa im Abstellraum oder im Keller. Wenn Sie gern genau arbeiten, bekommen Sie mit einem Alu-Bausatz an einem Standardfenster ein ordentliches Ergebnis. Auch er wird in der Regel ohne Bohren eingehängt. Das Klettband ist dagegen nur etwas für eine Saison.

Wann lohnt sich die Maßanfertigung?

Bei Türen fast immer. Eine Balkon- oder Terrassentür wird jeden Tag viele Male geöffnet, und diese Belastung muss der Insektenschutz über Jahre aushalten. An einer gewöhnlichen Tür sitzt dafür ein Drehrahmen, der sich wie eine zweite Tür öffnen lässt und von einem Magnetverschluss zugehalten wird, auf Wunsch mit Selbstschließer. Wer oft mit einem Tablett in den Händen hinausgeht, nimmt besser eine Pendeltür, die in beide Richtungen schwingt.

Vor Hebe-Schiebetüren und breiten Terrassenfronten wird eine Schiebeanlage eingebaut, deren Flügel in einer eigenen Schiene vor der Verglasung laufen. Für sehr breite Öffnungen gibt es das Plissee, das bis zu vier Meter überspannt und zum Öffnen seitlich in ein schmales Profil geschoben wird.

Auch bei Fenstern mit Rollladen und bei Falzen, die vom Standard abweichen, lohnt sich das Aufmaß durch den Fachbetrieb. Dasselbe gilt, wenn das ganze Haus ausgestattet wird: Acht bis zwölf Elemente lassen sich an einem Vormittag montieren, und alle Fenster sehen danach gleich aus.

Oft vergessen wird der Lichtschacht vor dem Kellerfenster. Eine begehbare Abdeckung nach Maß hält dort Insekten und im Herbst auch Laub und Mäuse fern.

Welches Gewebe brauchen Sie?

In den meisten Räumen genügt das graue Standardgewebe aus Fiberglas, das man am Fenster kaum bemerkt. Die Sondergewebe lohnen sich dort, wo es einen konkreten Grund gibt. Pollenschutzgewebe filtert den größten Teil der Pollen heraus und ist deshalb vor allem für das Schlafzimmer von Allergikern gedacht. Beim Transparentgewebe sind die Fäden dünner, es stört den Blick in den Garten weniger. In Haushalten mit Katze empfiehlt sich ein Gewebe, das Katzenkrallen standhält.

Montage und Lieferzeit

Spannrahmen für Fenster können Sie selbst einhängen, auch wenn sie vom Fachbetrieb kommen. Manche Betriebe erledigen das bei der Lieferung gleich mit. Türen, Schiebeanlagen und Plissees sollte dagegen der Betrieb montieren, denn Scharniere und Laufschienen müssen genau ausgerichtet sein, sonst klemmt die Tür oder schließt nicht mehr von selbst. Abgerechnet wird die Montage meist pro Termin und nicht pro Fenster. Deshalb lohnt es sich, alle Elemente auf einmal zu bestellen.

Die Lieferzeit beträgt nach dem Aufmaß meist zwei bis vier Wochen und verlängert sich zwischen Juni und August. Bei einer Bestellung im Herbst oder Winter sind die Rahmen rechtzeitig vor der ersten warmen Woche im Haus.

Die Rechnung auf zehn Jahre

Ein Fliegengitter mit Klettband für 9 Euro muss nach einer Saison meist ersetzt werden. Auf zehn Jahre gerechnet sind das 90 Euro pro Fenster. Ein Spannrahmen nach Maß kostet einmalig 45 bis 90 Euro, wenn Sie ihn selbst einhängen, und muss in dieser Zeit nicht ersetzt werden. Rechnerisch am günstigsten bleibt der Alu-Bausatz für 15 bis 45 Euro, vorausgesetzt, er passt zum Falz und übersteht die zehn Jahre.

Oft passt deshalb eine Mischung am besten: Insektenschutz nach Maß an den Türen und an Fenstern mit Rollladen, ein Bausatz am Kellerfenster. Messen Sie vor dem Kauf nach, wie viel Platz zwischen Fensterflügel und Rollladenpanzer bleibt. Dann zeigt sich schnell, ob ein Universalprofil überhaupt infrage kommt.

Autoren Philognosie

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