Stress und Erektionsstörungen: Der unterschätzte Zusammenhang

Wenn die Lust zwar da ist, die Erektion aber ausbleibt oder nicht ausreichend lange hält, muss nicht direkt eine dauerhafte Störung vorliegen. Durch Stress können die körperlichen Abläufe, die für eine Erektion erforderlich sind, gestört werden. Wenn dann auch noch beim nächsten Versuch die Sorge vor dem erneuten Scheitern hinzukommt, kann sich das Problem verfestigen.

Der Körper schaltet auf Alarm

Bei Stress aktiviert das Gehirn den Sympathikus, einen Teil des unwillkürlichen Nervensystems. Adrenalin lässt das Herz dann schneller schlagen und der Blutdruck steigt. Gleichzeitig können sich die Blutgefäße im Penis verengen, wodurch die für eine Erektion erforderliche Füllung mit Blut erschwert wird. Auch die Muskeln rund um den Schwellkörper sind in einem solchen Zustand angespannt, was der Erektion zusätzlich entgegenwirkt.

Stress

Psychische und körperliche Ursachen

Mediziner unterscheiden zwischen psychisch bedingten und organischen Erektionsstörungen. Als organische Ursachen sind beispielsweise Gefäßschäden bei Diabetes oder Nervenerkrankungen denkbar. Daher beginnt Hilfe bei erektiler Dysfunktion immer mit der Frage, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten und welche Vorerkrankungen vorhanden sind.

Ob die Unterstützung durch Medikamente angebracht ist, ist immer eine individuelle Entscheidung. Medikamente wie Sildenafil oder Tadalafil können die Durchblutung des Penis verbessern und bei sexueller Erregung eine Erektion erleichtern.

Wenn Sex zur Prüfung wird

Nach einer ausgebliebenen Erektion beobachten viele Männer beim nächsten Mal jede körperliche Regung. Ist der Penis schon fest genug? Bleibt er es auch? Diese Kontrolle lenkt von angenehmen Empfindungen ab und verstärkt die Anspannung. Auf diese Weise wird aus einem eigentlich harmlosen Misserfolg ein schwer zu durchbrechender Kreislauf aus Angst und negativen Erwartungen. Der Rat, sich einfach zu entspannen, ist zwar naheliegend, aber er kann zusätzlichen Druck erzeugen. In einer Beziehung kann es deutlich hilfreicher sein, vorerst auf bewusste Zärtlichkeit zu setzen, auf die kein Geschlechtsverkehr folgt. Dadurch wird Nähe weniger an eine bestimmte körperliche Reaktion geknüpft.

Entlastung im Alltag schaffen

Zur Stressbewältigung gehört, wiederkehrende Belastungen zu verändern. Konkrete Schritte können sein:

  • Begrenzen Sie die berufliche Erreichbarkeit am Abend.
  • Planen Sie regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf ein.
  • Sprechen Sie über Sorgen, ohne ein gelungenes Sexualleben an der Erektion zu messen.

Um Stress abzubauen ist die progressive Muskelentspannung gut geeignet. Dabei werden Muskelgruppen nacheinander angespannt und wieder entspannt. Bleibt die Angst vor dem Versagen bestehen, kann eine Sexualtherapie helfen.

Medikamente als hilfreiche Ergänzung betrachten

Wenn Belastung durch Stress vorliegt, sollte dieser Belastung entgegengewirkt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine medikamentöse Behandlung der Erektionsstörungen unangebracht ist. Bei ausgeprägter Leistungsangst kann die medikamentöse Behandlung auch gut mit einer Sexualtherapie kombiniert werden. Wichtig ist immer, den individuellen Fall zu betrachten und eine Lösung zu finden, die für diesen geeignet ist.

Autoren Philognosie

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