Für Anfänger: Woraus besteht ein Computer (Bestandteile)?

Anfänger fragen sich oft: Woraus besteht ein Computer / PC? Welche Computer-Bestandteile gibt es? In dieser Einführung für Anfänger erfahren Sie, welche Bestandteile in der Hardware Ihres PC / Computers stecken und welche Funktion sie haben. Was ist was?

Ich werde im Folgenden nicht alle Bestandteile des Computers beschreiben - davon gibt es einfach zu viele - sondern nur diejenigen, die mittlerweile in PCs Standard sind. Die Anleitung "Woraus besteht mein Computer" ist für Anfänger geschrieben. Sie soll eine erste Orientierung geben, welche Bestandteile in einem PC zu finden sind und wie diese in etwa aussehen.

Die folgenden Beispiele für die Bestandteile eines Computers sind von Desktop-PCs. Heute benutzen zwar sehr viele Menschen Laptops / Notebooks, doch dort lässt sich das "Innenleben" (Bestandteile) nicht so gut zeigen. Das Prinzip ist jedoch dasselbe, d. h., alle Bestandteile sind ebenfalls vorhanden - nur kleiner.

1. Computer: Bestandteil "Computergehäuse"

Computer Bestandteil GehäuseFangen wir mit dem Gehäuse bei Desktop-PCs an - es gibt drei genormte Größen: Minitower, Miditower, Bigtower. Grundsätzlich bezeichnen sie nur verschiedene Gehäusegrößen - hier in aufsteigender Reihenfolge vom kleinsten zum größten. Die Wahl ist Geschmackssache. Da heute kaum mehr jemand die großen Brummer kaufen will, haben sich die kleinen bis mittleren Größen durchgesetzt.

Wer ein neues Gehäuse kaufen will, sollte auf die Leistung des Netzteils achten, das meist gleich mit dem Gehäuse (eingebaut) geliefert wird. Die Leistung des Netzteils muss für die anderen Komponenten im PC ausreichen. Hier kann Ihnen ein Fachmann sicher weiter helfen.

Bei Notebooks sehen die Computergehäuse nur etwas anders aus - sind wesentlich kleiner und handlicher, was maßgeblich zu ihrer Beliebtheit beigetragen hat. Sie haben allerdings den Nachteil, dass man fast alle Bestandteile nicht tauschen oder ersetzen kann. Sind einzelne Bestandteile eines Notebooks kaputt, ist die Reparatur in einer Fachwerkstatt genauso teuer, wie der Kauf eines neuen Notebooks. Damit ist es im Reparaturfall meist ein "Wegwerf"-Produkt.

2. Computer: Bestandteil "Mainboard und Prozessor"

Computer Bestandteil MainboardDas "Mainbord" ist die Bezeichnung für die Hauptplatine - das Herzstück Ihres Computers. Auf der Hauptplatine sind alle anderen Bauteile aufgesteckt oder per Kabel mit ihr verbunden. Auf dem Mainboard ist der Prozessorchip, die Grafikkarte, der RAM, die Netzwerkkarte, die ISDN-Karte usw. aufgesteckt.

Das Mainboard und Prozessor bestimmen im Wesentlichen die Geschwindigkeit Ihres PCs. Im Prinzip gibt es die einfache Faustregel - je schneller der Prozessor (Geschwindigkeit wird in Gigahertz (GHz) angegeben) desto schneller der Rechner.

Einige Mainboards können bei Desktop-PCs mit schnelleren Prozessoren aufgerüstet werden - was gewöhnlich billiger ist, als sich einen neuen Rechner zu kaufen. Im Zweifelsfall einfach einen Fachmann fragen (Namen und Nr. des Mainboards mitnehmen) - er kann dann einen Preisvergleich für Sie vornehmen. Manchmal lohnt sich diese Art der Aufrüstung.

Für Bastler ist die Aufrüstung des PCs mit einem neuen Mainboard (wenn das alte nicht mehr ausreicht) und Prozessor die billigste Variante. Hier kann man mit einem Fünftel des Kaufpreises (im Vergleich zu einem neuen Komplettsystem) sehr billig nachrüsten. Das kann ich aber nur erfahrenen Computerusern empfehlen - oder Anfängern, die Kontakte zu solchen Leuten haben.

Bei Notebooks gibt es diese Option nicht - das Mainboard ist hier fest verbaut. Wer ein schnelleres Notebook haben will, muss sich daher ein neues (mit schnellerem Mainboard und CPU (Prozessor)) kaufen.

3. Computer: Bestandteil "Festplatte"

FestplatteDie Festplatte ist sozusagen das Gedächtnis Ihres PCs - sie enthält das Betriebssystem (gewöhnlich Windows oder MAC), alle Programme und sonstigen Daten, mit denen Ihr PC arbeitet.

Jedes Programm, das Sie installieren - jede Datei, mit der Sie arbeiten, wird hier gespeichert. Heutzutage haben Festplatten eine Größe von 100 bis 1500 GB (Gigabyte). Das ist gewöhnlich mehr als genug Platz, um aufwendige Programme (wie Spiele - mittlerweile auch Windows) zu speichern.

Kauft man Festplatten einzeln, so muss man diese gewöhnlich formatieren und partitionieren. Das Formatieren kann man sich vorstellen wie das Einrichten einer großen Bibliothek. Das Formatieren wäre analog dem Aufstellen der Regale (Format), d. h. dem Anlegen des grundsätzlichen Ordnungssystems (Regale), welches später mit Büchern (Daten) verschiedener Sparten gefüllt werden kann.

Festplatten verarbeiten Daten in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wer also die Geschwindigkeit seines PCs erhöhen will, sollte eine besonders schnelle Festplatte wählen. Die momentan schnellsten Festplatten werden SSD-Festplatten genannt und sind bis zu 30% schneller als herkömmliche.

Notebook-Besitzer können hier Glück haben, wenn sie ein Notebook mit austauschbarer Festplatte gekauft haben. In diesem Fall kann man evtl. auch bei Notebooks schnellere und größere Festplatten nachrüsten.

Partitionieren bezeichnet das Aufteilen der Festplatte in mehrere virtuelle (vorgegaukelte) Laufwerke. Ohne eine angelegte Partition haben Sie nur ein riesiges Laufwerk C: - d.h. ein einzelnes Laufwerk. Sie können z. B. Ihre Festplatte so partitionieren, dass Sie Laufwerke C, D und E anlegen. Der Rechner behandelt diese dann so, als wären sie tatsächlich physisch getrennt. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihre Daten sauber sortieren können. Sie können z. B. dann auf Laufwerk C: das Betriebssystem installieren, auf D: alle sonstigen Programme und auf F: nur persönliche Daten ablegen.

Das hat folgenden Vorteil:

Ist das Betriebssystem hinüber (was bei Windows durchaus öfter vorkommen kann), so sind die Daten auf den anderen Laufwerken sicher aufgehoben. Sie brauchen dann nur das Betriebssystem überzuinstallieren oder neu anzulegen - und weiter geht's. Liegen alle Daten auf einem Laufwerk (welches man im Worst Case formatieren muss), ist alles weg. Das Formatieren ist gerade bei Viren oft das letzte Mittel, um die Funktionalität des Computers wiederherzustellen. Also besser auf Sicherheit gehen.

4. Computer: Bestandteil "RAM"

Computer Bestandteil RAMRAM ist die Abkürzung für "Random Access Memory". Der RAM ist eine Art von Zwischenspeicher, in dem häufig genutzte Daten von Programmen zwischengelagert werden können.

Stellen wir uns wieder die Bibliothek vor. Es kommen nun die ersten Besucher (Programme) und fragen den Bibliothekar nach verschiedenen Büchern. Der Bibliothekar rennt los und holt jedem Besucher das Buch, das er gerade verlangt.

Nachdem er nun bemerkt, dass einige Besucher immer wieder nach denselben Büchern anfragen, wird ihm das Gerenne zu dumm und er legt die gefragtesten Bücher unter seiner Theke ab. Wenn ein Besucher nun zum hundertsten Male ankommt und nach demselben Buch (Daten) fragt, kann er das fragliche Werk einfach aus der Theke hervorzaubern und spart sich dabei sehr viel Zeit.

Dieser "Zwischenspeicher" entspricht der Idee des RAMs. Somit kann man sagen, je größer der Stauraum unter der Theke (RAM-Größe) ist, desto flotter wickelt der Bibliothekar den Kundenverkehr ab.

5. Computer: Bestandteil "Grafikkarte"

Computer Bestandteil GrafikkarteJeder Computer hat eine Grafikkarte, die (wie der Name schon verrät) die Daten in Bilder umwandelt. Die Schnelligkeit von Grafikkarten ist vor allem für Spielefans von großer Bedeutung. Gerade neue Spiele verlangen der Grafikleistung ihres Computers einiges ab - die meisten Spielehersteller konzipieren ihre Spiele auf Geschwindigkeiten, die dem neuesten Standard entsprechen.

Wundern Sie sich also nicht, wenn auf einem älteren Computer neue Spiele ruckeln oder gar nicht mehr laufen. Jedes Programm gibt die "Systemanforderungen" an, unter denen es optimal und minimal laufen kann.

Die Geschwindigkeit der Grafikkarte wird im Wesentlichen vom Prozessor und RAM-Volumen bestimmt. Wenn Sie Grafikkartenbezeichnungen sehen wie "Grafik max 64 MB shared Memory, 2D/3D" bedeutet dies, dass die Karte 64 MB (Megabyte) RAM besitzt und auch 2D bzw. 3D fähig ist (D für Dimensionen, wobei 2 Dimensionen eine Fläche ergeben und 3 Dimensionen einen Raum).

Der Bildschirm kann natürlich meist nur zweidimensionale Bilder darstellen - aber manche Spiele arbeiten mittlerweile mit aufwendigen Grafiken, die eher "dreidimensional" und damit realistischer erscheinen, was natürlich mehr Rechenpower erfordert.

6. Computer: Bestandteil "Soundkarte"

Wie die Grafikkarte das Bild aus den Daten erstellt, so erstellt die Soundkarte den Klang. Für Büroarbeiten sind Soundkarten meist nur unnützes Beiwerk - aber für Spieler oder Leute, die über ihren PC auch Musik hören wollen ein absolutes "Muss".

Es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Qualitäten von Soundkarten. Wollen Sie sie nur zum Spielen benutzen, reicht meist die billigste unter den Angeboten. Viele bieten teure und völlig unnütze Features an wie "integrierten Synthesizer" oder ähnlichen Schnickschnack - also alles, was man gewöhnlich nicht braucht (außer Sie sind Studiomusiker - aber dann empfehle ich Ihnen nicht unbedingt eine gute Soundkarte). Lassen Sie sich also keinen teuren Kram andrehen, selbst die billigen Soundkarten (bis ca. 50 EUR) stellen fast jeden gehobenen Anspruch zufrieden.

7. Computer: Bestandteil "Netzwerkkarte"

Computer Bestandteil NetzwerkkarteDie Netzwerkkarte ist für die Kommunikation (Datenaustausch) Ihres Computers mit anderen Computern zuständig. Hierbei wird entweder ein LAN-Kabel (LAN = Local Area Network = lokales Netzwerk) angeschlossen, um im heimischen Netzwerk Daten austauschen zu können oder man benutzt die Funkvariante, das WLAN, was heute fast überall gängig ist (WLAN = Wireless-LAN = Kabelloses LAN).

In der rechten Abbildung sehen Sie ein typisches LAN-Kabel für Netzwerkkarten.

Da Sie offensichtlich auf unserer Seite gelandet sind, beinhaltet Ihr Computer auch diese Netzwerkkarte, die Ihren PC über einen Router mit dem Internet verbindet. Diese Karte sorgt dafür, dass die Daten Ihres Browsers über das Telefonnetz übertragen werden bzw. Sie selbst Daten aus dem Netz erhalten können.

8. Computer: Bestandteil "CD-, DVD- oder Blu-ray Laufwerk"

Computer Bestandteile CD DVD Blu-RayDie berühmten "Silberlinge", d. h. CDs, DVDs oder Blu-rays können ebenfalls von Ihrem Computer verarbeitet werden. CDs haben hierbei die kleinste Speichergröße (wird heute meist nur noch zum Speichern von Musik verwendet) - DVD haben eine mittlere Speichergröße (sie reicht bereits zum Speichern von Filmen mit mittlerer Qualität) und Blu-rays haben die größte Speicher-Kapazität.

Diese Laufwerke sind "nur" abwärts kompatibel, d. h., mit einem CD-Laufwerk, können Sie nur CDs abspielen. Mit einem DVD-Laufwerk können Sie DVDs und CDs abspielen. Mit einem Blu-ray-Laufwerk können Sie CDs, DVDs und Blu-rays abspielen.

Wer beispielsweise Spielfilme bei einer Online-Videothek bestellt, sollte darauf achten, dass er das passende Format wählt. Sollten Sie ein Blu-ray-Laufwerk haben, ist das optimal - das kann alles.

DVDs und Blu-rays werden von Software-Entwicklern wie Spielefirmen häufig genutzt, um die Möglichkeit zu schaffen, Spiele auf dem PC installieren und spielen zu können. Wer also gerne PC-Spiele spielen will, sollte heutzutage mindestens ein DVD (besser ein BLu-ray-Laufwerk) haben.

9. Computer: Bestandteil "USB-Schnittstellen"

Computer Bestandteile USB-StickSeit einigen Jahren sind USB-Anschlüsse am PC und Notebook sehr verbreitet. Man findet fast kein externes Gerät (Kamera, Scanner, Drucker etc.), welches nicht einen USB-Anschluss nutzt. Zudem kann man sogenannte USB-Sticks (kleine portable Festplatten) kaufen, um Daten darauf zu speichern und damit ganz leicht zwischen verschiedenen PCs auszutauschen.

In der rechten Abbildung sehen Sie so einen USB-Stick. Man erkennt einen USB-Anschluss an dem flachen, rechteckigen Stecker recht gut.

Neben der Datenspeicherung können USB-Sticks ab Windows 7 auch als RAM-Erweiterung genutzt werden. Damit haben auch Notebooks - bei denen ansonsten nichts ausgetauscht oder aufgerüstet werden kann - die Möglichkeit den RAM zu vergrößern und damit den PC etwas schneller zu machen.

Nun kennen Sie die wichtigsten Bestandteile Ihres PCs und wissen, wozu die einzelnen Computer-Komponenten da sind.

Viel Spaß mit Ihrem PC!

09.05.2016 © seit 03.2002 Tony Kühn  
Kommentar schreiben