Schädlinge: Spinnmilben bei Zimmerpflanzen effektiv bekämpfen

08.05.2007
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Sandra Wolter
  

Wenn es wärmer wird und die Pflanzen womöglich auch in Zugluft gestanden haben, verbreitet sich die Spinnmilbe. Sie verbreitet sich rasch auf den Balkon- und Zimmerpflanzen und ist oft nur sehr schwer wieder los zu bekommen. Wenn die Spinnmilbe die geliebten Pflanzen befallen hat, ist guter Rat teuer. Deshalb habe ich einen Tipp verfasst, in dem ich Ihnen zeigen will, wie Sie Spinnmilben effektiv wieder los werden können. Beginnen wir mit der Frage, woran ich einen Befall der Pflanzen von Spinnmilben erkennen kann.

Wie sieht das Schädlingsbild Spinnmilbenbefall aus?

Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) ist ein kleiner saugender Pflanzenschädling, der sich kaum mit dem bloßen Auge erkennen lässt. Meist sitzen die winzigen weißen Sauger auf der Unterseite der befallenen Blätter oder in Blattmündungen. Spinnmilben vermehren sich bei ausbleibender Bekämpfung rasend schnell, so dass sie Ihre Pflanzen innerhalb einer Saison zu Grunde richten können. Bei fortgeschrittenem Befall sind die Blattunterseiten leicht klebrig, mit einem sichtbaren feinen Gespinst (ähnlich einem feinen Spinnennetz).

Dieser saugende Pflanzenschädling saugt den Pflanzensaft aus, so dass Lufteinschlüsse entstehen. Die Nährstoffzufuhr der Blätter wird unterbrochen, was zur Folge hat, dass Pflanzenteile - oder sogar die ganze Pflanze - abstirbt. Spinnmilben mögen warme, trockene Luft, weshalb sie sich manchmal auch im Winter - begünstigt durch die trockene Heizungsluft - auf Zimmerpflanzen festsetzen. Was sie überhaupt nicht vertragen können ist ein feuchtes, nasses Klima. Diese "Abneigung" können wir bei der Bekämpfung nutzen.

Wie kann ich die Spinnmilbe bekämpfen?

Mit einer sehr wirkungsvollen und einfachen Methode können Sie Spinnmilben dauerhaft zu Leibe rücken.

Sie brauchen hierzu folgendes:

  • durchsichtige Plastiktüten, -beutel oder -säcke in unterschiedlichen Größen, je nach Pflanzengröße. Auch Gelbe Säcke eignen sich bei größeren Pflanzen hervorragend.
  • Sprühflasche mit Wasser gefüllt,
  • gegebenenfalls eine Schere und einen Bindfaden.

Wie wirds gemacht?

  • Durchsichtige Plastikhüllen von innen reichlich mit Wasser einsprühen,
  • betroffene Pflanzenblätter sehr großzügig mit Wasser besprühen,
  • nun die eingesprühten Plastikhüllen über die einzelnen Pflanzenteile stülpen (z.B. einzelne Palmwedel) oder direkt über die ganze Pflanze; die Hüllen nun am Stamm bzw. an den einzelnen Pflanzenarmen unterhalb fast luftdicht zubinden - es muss eine sehr feuchte "Gewächshausatmosphäre" entstehen.
  • Die Pflanze in diesem Zustand an einem hellen, warmen Ort für mindestens 1 Woche so stehen lassen. Eventuell müssen Sie zwischendurch die Hüllen abnehmen und innen neu befeuchten, damit das feucht-warme Milieu erhalten bleibt.

Das feuchte Klima wirkt bei der Bekämpfung der Spinnmilbe wahre Wunder. Ihre Pflanze hält diesen Zustand problemlos ein paar Tage aus, die Spinnmilbe jedoch nicht - sie erstickt und geht ein. Diese Methode ist sehr effizient, zuverlässig, schnell und absolut umweltschonend.

Tipp: Bitte beachten Sie ...

Die Eier der Spinnmilben sind nach etwa 14 Tagen reif und neue Milben schlüpfen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen und die Pflanze keine Anzeichen von Schimmel zeigt, sollten Sie die Prozedur lieber auf 14 bis 20 Tage ausdehnen. Danach sind alle Milben ganz sicher bekämpft. Wenn Sie eine ganze Pflanze in dieser feuchten Atmosphäre eingehüllt haben, achten Sie darauf, dass keine abgestorbenen Blätter auf dem Topfsubstrat liegen.

Aufgrund der hohen Luftfeuchte sind abgestorbene Pflanzenteile besonders schimmelanfällig, was vermieden werden sollte. Abhilfe schafft auch, die Pflastikhülle ab und zu kurz zu lüften.

Weitere Möglichkeiten der Bekämpfung:

  • Pflanzen mit einer Mischung aus Wasser und Paraffinöl oder Speiseöl besprühen. Ich habe jedoch festgestellt, dass das Öl teilweise auch der Pflanze schadet, weil es die Atmungsporen der Blätter verstopft.
  • Raubmilben im Pflanzefachhandel bestellen und auf der Pflanze aussetzen. Raubmilben fressen die Spinnmilben, danach fressen sie sich gegenseitig auf. ACHTUNG: Raubmilben können nur in frostfreien Monaten versendet werden.

Viel Erfolg beim Bekämpfen der Spinnmilbe!

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