PC aufrüsten: Was muß ich beim Austausch von Komponenten / Bauteilen beachten?
PC Besitzer haben es leicht. Einen PC aufzurüsten, ist im Grunde eine sehr einfache Sache und meistens auch kostengünstig, da man in vielen Fällen nur wenige Komponenten des Computers austauschen muß, um die Performance zu steigern. In diesem Tipp will ich erzählen, wie man schrittweise vorgehen muß, damit man:
- ... die Komponenten findet, die man austauschen sollte, um die Performance (Rechenleistung) zu erhöhen.
- ... grundlegende Fehler beim Einbau dieser Komponenten vermeidet.
1. Welche Komponenten sollte ich austauschen, um die Performance meines Computers zu steigern?
Eine pauschale Antwort zu geben, ist unmöglich, da jeder Computer mit anderen Bauteilen ausgerüstet ist. Deshalb sollte man die Bezeichnungen der verschiedenen Bauteile notieren, um damit zum Computerfachmann zu gehen. Er kann Sie bei der Aufrüstung beraten und das beste Preis-Leitungsverhältnis individuell für Sie ermitteln. Dazu ist es aber notwendig zu wissen, welche Bauteile genau in Ihrem Computer vorhanden sind. Die Fragen, die sich hier stellen, lauten:
- Welche Bauteile muß ich meinem Computerhändler nennen? - und -
- Wie bekomme ich heraus, wie die einzelnen Komponenten genau bezeichnet werden?
Ihr Computerhändler wird folgende Daten von Ihnen benötigen:
- Motherboardbezeichnung
- CPU / Prozessorbezeichnung
- RAM - Art und Größe
- Grafikkarte
Wenn Sie die Bezeichnungen dieser Komponenten nicht im Kopf haben, können Sie das Freeware-Tool "Everest Home Edition" (Nachfolger von AIDA) nutzen, welches Ihnen alle Hardwarekomponenten per Mausklick anzeigt. Eine genaue Beschreibung dieses Tools plus Download finden Sie auf Philognosie in dem Tipp "Hardware: Welche Komponenten / Bauteile sind in meinem Computer?".
Sobald Sie sich dieses Tool heruntergeladen und installiert haben, starten Sie das Programm. Klicken Sie anschließend auf die Option "Computer" und "Übersicht" in der linken Spalte, dann sehen Sie im linken Fenster alle gefragten Komponenten mit der genauen Bezeichnung auf einen Blick. Notieren Sie sich diese Bezeichnungen auf einem Zettel und gehen Sie damit zu Ihrem Fachhändler. Diese Angaben sollten ausreichen, damit er Ihnen ein entsprechendes Angebot zur Aufrüstung des PCs machen kann.
2. Was muß ich beim Austausch der Komponenten meines Computers beachten?
RAM - Mischen Sie keine verschiedenen RAM-Sorten. Falls Sie mehrere RAM-Bausteine einbauen wollen, nehmen Sie immer Bausteine von der gleichen Firma. Unterschiedliche RAM-Bausteine können in einigen Fällen zu Fehlfunktionen führen. Diese Fehlerquelle kann man sich durch baugleiche RAM-Bausteine sparen.
Welche RAM-Bausteine passen, kann Ihnen der Computerhändler sagen, wenn er die Bezeichnung des Motherboards kennt. Man sollte auch nachfragen, ob man im BIOS etwas umstellen muß, sobald der neue RAM installiert worden ist. Einige Motherboards erkennen und konfigurieren die neuen Bausteine selbst, andere müssen manuell neu eingestellt werden. Falls Sie sich damit nicht auskennen, lassen Sie die BIOS-Einstellungen ebenfalls vom Computerhändler vornehmen. Eine korrekte BIOS-Einstellung ist für die Systemstabilität und evtl. auch für das Überleben Ihrer RAM-Bausteine elementar. Falsche Einstellungen können entweder zu einer geringeren Performance führen oder zerstören den RAM im schlechtesten Fall!
- Grafikkarte: Auch hier kann ein Computerhändler anhand der Bezeichnung des Motherboards bestimmen, welche Grafikkarte Sie sinnvoll aufrüsten können. Verwenden Sie sowohl für die alte, als auch für die neue Grafikkarte denselben Treiber, z.B. NVIDIA. Es lohnt sich immer, die neueste Version des Treibers auf Ihren Computer zu spielen. Verwenden die beiden Grafikkarten unterschiedliche Treiber, dann ist die Löschung der alten Treiber eine Pflichtübung, damit später keine Treiberkonflikte die Systemstabilität beeinträchtigen können.
Mein Tipp: Kaufen Sie sich, wenn möglich, eine passiv gekühlte Grafikkarte, d.h. eine Graphikarte, die ohne zusätzliche Lüfterkühlung auskommt. Damit machen Sie Ihren PC wesentlich leiser. Wer will schon einen röhrenden Staubsauger unter dem Schreibtisch haben?
- CPU / Prozessor: Hier bestimmt ebenso der Motherboardtyp, welche CPU Sie überhaupt aufrüsten können. Da manche Motherboards hier ziemlich enge Grenzen stecken, empfiehlt es sich meist CPU plus Motherboard gleichzeitig zu tauschen. Falls Sie nur die CPU aufrüsten, sollten Sie auf jeden Fall auch das Betriebssystem anschließend neu aufspielen, denn manchmal kommt es zu Problemen mit der Hardwareerkennung, die der CPU schaden können. Außerdem sollten Sie auch die BIOS-Einstellungen kontrollieren, da mit einem Wechsel der CPU eventuell auch das BIOS anders eingestellt werden muß, bzw. Jumper auf dem Motherboard anders gesteckt werden müssen. Falls Sie sich damit nicht auskennen, überlassen Sie am besten die Konfigurierung des Mainboards bzw. des BIOS Ihrem Fachhändler.
Mainboard: Achten Sie zunächst darauf, daß das Netzteil Ihres Gehäuses für das neue Motherboard geeignet ist. Vor allem ältere Gehäusenetzteile sind nur bedingt oder gar nicht für neuere Mainboards geeignet. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Computerfachhändler. Es bietet sich bei einem neuen Mainboard-Wechsel an, gleich darüber nachzudenken, ob man zusätzlich eine neue CPU nachrüstet. Meist empfiehlt es sich schon vom Preis-Leitungsverhältnis her, die beiden Komponenten gleichzeitig zu wechseln.
Nach dem Einbau muß das BIOS konfiguriert - und falls Sie die alten Festplatten weiter verwenden wollen - auch das Betriebssystem neu aufgespielt werden. Denn die Entfernung der alten Motherboardtreiber funktioniert in den wenigsten Fällen problemlos. Wer die WIN XP Deinstallationsroutinen kennt, weiß wieviel Schrott WIN XP in der Registry stehen läßt. Fehlerhaft deinstallierte Treiber können zu unvorhergesehenen Problemen führen bzw. im schlechtesten Fall sogar das Motherboard killen.
Lassen Sie in diesem Zuge auch gleich Ihre Breitbandkabel kontrollieren. Ich erlebe es immer wieder, daß Hobbyaufrüster ihre Festplatten mit 40 adrigen Kabeln anschließen, statt mit den dafür vorgesehenen 50 Adern. Beide Kabelsorten funktionieren zwar, doch ein 40 adriges Kabel ist eigentlich für CD oder DVD-ROMs vorgesehen und nicht für Festplatten. Das kostet Performance, d.h. die Kapazität Ihrer Festplatte (besonders bei neueren Modellen) wird nicht wirklich ausgenutzt.
Soweit zu meinen Ideen, was Sie berücksichtigen sollten. Ich habe mich bei den Empfehlungen auf die Komponenten konzentriert, die am meisten mit der Performance des Computers zu tun haben. Andere Komponenten wie Soundkarten, Netzwerkkarten etc. habe ich nicht berücksichtigt. Ich hoffe, daß ein paar wertvolle Informationen dabei waren, die Sie beim nächsten Aufrüsten Ihres Computers berücksichtigen.
Viel Spaß beim Aufrüsten Ihres Computers!
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