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Wer
die Macht über den Brotkorb der Völker hat, kann sie zu Geiseln nehmen. Diese
Macht strebt seit 20 Jahren die 1914 gegründete Rockefeller-Stiftung in New
York an, mit ihrem Bemühen, die Art der landwirtschaftlichen Nahrungserzeugung
zu bestimmen und die Landwirte weltweit von sich abhängig zu machen. "Bis heute
hat sie mehr als 400 führende Wissenschaftler von den Philippinen bis Thailand,
von Kenia bis China ausgebildet. Die Rockefeller-Stiftung investiert seit 1994
mehr als 100 Millionen Dollar in die Forschung und Entwicklung von transgenem
Saatgut, um Zugang zur weltweiten Nahrungsmittelproduktion, besonders bei wichtigen
Entwicklungsländern, zu erhalten."
Sechs Chemie-Konzerne teilen sich das Geschäft: Syngenta, Bayer, Monsanto, DuPont, BASF, Dow Chemical.
Eine ausschlaggebende Hilfe zur Enteignung und Monopolisierung der Nahrungsmittelerzeugung war die Entscheidung des US-Supreme Court (Oberster Gerichtshof) 1980 "mit 5 : 4 Richtern, daß neue Formen von Leben patentierbar sind". Das war neu, daß Leben patentiert werden konnte. Bis dahin waren nur Erfindungen von Sachen patentierbar gewesen. "Bakterien seien unbelebten chemischen Verbindungen weitaus ähnlicher als Pferden, Bienen oder Himbeeren" , lautete die Begründung. Somit galt ein Mikroorganismus ab jetzt als erfunden, nicht mehr als entdeckt, wenn ein aufwendiges Verfahren nötig ist, um ihn zu isolieren.
Während das Europäische Patentamt hier noch nicht mitgemacht und ein Patentierungsverbot für "Pflanzensorten, Tierarten und biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen und Tieren" schon 1980 erwirkt hatte, was das Europäische Parlament 1995 nochmals bestätigte, beschloß dasselbe Parlament 2 Jahre später am 16. Juli 1997 den Gesetzentwurf für Gen-Patente.
Gleichzeitig kauften die Chemiekonzerne in großem Stil Saatgutunternehmen
auf. Ihre Versprechungen, bei der Ausbringung von genverändertem Saatgut
könnten Herbizide eingespart werden, erfüllten sich jedoch nicht,
wie das US-Landwirtschaftsministerium ermittelt hat. Der Einsatz sogenannter
Pflanzenschutzmittel muß im Gegenteil immer weiter erhöht werden.
Somit ist gleichzeitig mit dem patentierten Saatgut auch das Geschäft mit
diesen chemischen Mitteln für die Konzerne gesichert. Landwirte, die sich
dennoch auf das Geschäft einlassen, müssen Jahr für Jahr neues
Saatgut einschließlich der vorgeschriebenen Menge von Pestiziden kaufen.
2001 hatten die sechs Chemie-Konzerne einen Marktanteil an Pflanzenschutzmitteln
von über 80 % und bedienen über 90 % des transgenen Saatgutmarktes.
Die US-Konzerne Dow Chemical und Monsanto verdanken ihren steilen Aufstieg "den Millionenaufträgen zur Zeit des Vietnamkrieges 1965. Mit ihren Unkrautvernichtungsmitteln ... wurde der Dschungel entlaubt und Reisfelder und Menschen vergiftet. Die Firmen waren auf eine "Goldgrube"gestoßen. Die Chronik von Monsanto erwähnt, daß 1962 erstmals 1 Milliarde US-Dollar erzielt wurde, verschweigt aber den Grund."
Richard Fuchs zitiert Rachel Carson, die in ihrem weltberühmten Buch "Der stumme Frühling" fragt, "ob irgendein Kulturvolk einen erbarmungslosen Krieg gegen Lebewesen führen kann, ohne sich selbst zu vernichten und ohne das Recht zu verlieren, sich noch als Kulturvolk zu bezeichnen." Im deutschen Bundesland Brandenburg jedoch planen Bauern den Anbau von Gen-Mais. Im Wege steht nur noch das deutsche Gentechnikgesetz, demzufolge Gen-Bauern für Übertragung von Pollen genveränderter Pflanzen auf die Felder der Nachbarn haftbar sind.
70 - 90 von hundert Deutschen und anderen Europäern wollen das nicht. Mütter wollen keine genveränderte Nahrung für ihre Kinder. Das Schiedsgericht der Welthandelsorganisation (WTO) aber ist zu dem Schluß gekommen, die EU dürfe die Einfuhr genveränderten Saatgutes nicht ablehnen. Dem scheint Seehofer gehorchen zu wollen. Der "freie" Welthandel hat Vorfahrt. Das ist Demokratie, wie die Hochfinanz sie versteht.
Quellennachweis:
1. Richard Fuchs, Gentechnik: Die Enteignung unserer Nahrung: Manipulieren, patentieren, monopolisieren, globalisieren, in: Der Gesundheitsberater 3/2006
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Thema: 4.8 | Information: 4.3 | Verständlichkeit: 4.5 |
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