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Donatien
Alphonse François - bekannt unter dem Namen "Marquis de Sade" - wurde
am 2. Juni 1740 in Paris geboren. Als Sohn eines adeligen Diplomaten und naher
Verwandter des damaligen Königshauses, bekam er schon früh Zugang zum französischen
Hofadel. Sein "frei-denkerischer" Onkel Abbé de Sade erzog den jungen
De Sade und übte einen großen Einfluß auf sein weiteres Denken
aus. Weiterhin ist bemerkenswert, daß er sich bereits als Jugendlicher
zum Kavalleristen ausbilden ließ und während des gesamten 7-jährigen
Krieges Frankreich treu diente.
Erst danach begann seine eigentliche Geschichte, die ihn als verruchte Persönlichkeit in aller Munde kommen ließ. Donatien Alphonse François begann einen ausschweifenden Lebenswandel zu etablieren. Er schaffte es innerhalb weniger Jahre sein gesamtes Vermögen zu verschleudern. Er verpraßte sein Geld in Spielsalons und gab Unsummen für seine Geliebten aus. Seine Eltern schlugen daraufhin vor, ihn mit Rennée Pélagie de Montreuil - einer wohlhabenden Dame aus erstklassiger Gesellschaft - zu vermählen. Diese Frau entsprach zwar nicht so sehr De Sades eigenen Vorstellungen, aber er willigte schließlich - vor allem des Geldes willens - in die Hochzeit ein. Trotz der seltsamen Neigungen von François entwickelte sich zwischen den beiden eine skurrile Liebesbeziehung. Besonders Renée begann den Marquis abgöttisch zu verehren. Ihre Liebe bewies sie ihm noch jahrelang, indem sie seine Eskapaden ohne Aufmucken als treue Ehegattin duldete.
De Sades erste Gefangenschaft war im Jahre 1765. Sie erfolgte offiziell aufgrund seines "liederlichen Lebenswandels". Vor allem die adeligen Kreise wollten den Marquis wegen seiner "abscheulichen Gottlosigkeit" hinter Gittern sehen.
Ein Jahr nachdem sein Vater gestorben und sein erster Sohn geboren war, wird François in der Affäre Rose Keller angeklagt. Er soll Rose Keller entführt und gequält haben und dafür eine weitere Haftstrafe verbüßen. Vor Antritt dieser Strafe flieht der Marquis jedoch mit seiner frischen Liebe - seiner Schwägerin - nach Italien. De Sades zweiter Sohn wird im gleichen Jahr wie Napoleon geboren - zwei Jahre später bekommt er eine Tochter.
Nachdem er vier Prostituierten Drogen in ihre Bonbons gemischt hatte, wird De Sade des versuchten Mordes angeklagt. Er und sein Diener Latour werden aufgrund dieses Skandals zum Tode verurteilt. Wiederum flieht der Marquis nach Italien und wird dort jedoch nachträglich verhaftet und eingekerkert. Er schafft es aus dem Gefängnis ausbrechen und versucht anschließend in Frankreich die Aufhebung seines Todesurteils zu erreichen.
Es
folgen weitere Skandale und De Sade wird im Jahre 1777 ins Gefängnis von Vincennes
eingesperrt. Sieben Jahre später landet er in der berüchtigten Bastille, in
der er lebenslänglich eingekerkert bleiben soll. In dieser Zeit entstehen De
Sades philosophische Werke und bekannte Skandalschriften wie: "120 Tage von Sodom",
"Aline und Valcour", "Die Leiden der Tugend", und "Eugénie de Franval". Während
der französischen Revolution gelingt dem Marquis ein weiteres Mal die Flucht.
In dieser Zeit verliebt er sich in Marie-Constance Quesnet, mit der er bis zu
seinem Tode liiert bleibt.
1791 schreibt und veröffentlicht Donatien Alphonse François unter einem Pseudonym heimlich sein wohl bekanntestes Werk "Justine". Er verbündet sich mit dem Revolutionsführer Robespierres und publiziert politische Streitschriften. Doch De Sade kann sich als ehemaliger Adeliger nicht mit dem Geist des Volkes vereinen. So landet er auch in den folgenden Jahren immer wieder in verschiedenen Kerkern. Im Jahre Juli des Jahres 1794 wird er schließlich zum Tode verurteilt. Nur knapp entgeht François - aufgrund eines organisatorischen Fehlers - der Guillotine. Wie durch ein Wunder gelingt es ihm abermals in den folgenden drei Monaten aus der Haft entlassen zu werden.
1795
erfolgt die Veröffentlichung seiner Schrift "Philosophie im Boudoir". Sein darauf
folgender gesellschaftlicher Niedergang wird von immer größer werdenden finanziellen
Schwierigkeiten begleitet. Sein eigener Verleger beschlagnahmt seine Werke,
es folgen Hausdurchsuchungen und schließlich landet der Marquis ohne Urteilsspruch
in der Irrenanstalt von Charenton. Die offizielle Begründung lautete: "Wahnhaft
vom Laster besessen".
Ein Jahr vor seinem Tode, erlebt der Marquis sein letztes Liebesabenteuer mit einem sechzehnjährigen Mädchen. Nachdem er über ein Drittel seines Lebens in Gefängnissen zugebrachte hatte, stirbt er schließlich in Charenton.
Wert 4.2 |
Thema: 4.4 | Information: 3.6 | Verständlichkeit: 4.6 |
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| Erotische Literatur | Hans Keller | 22.10.2007 17:19 |
| RE: Erotische Literatur | Lara Gandra | 22.10.2007 17:57 |