Bali Urlaub: Die etwas andere Art der Freizeitgestaltung

Wenn wir hier über Freizeit reden, möge sich der Leser bewußt machen, dass auch Freizeit gemeint ist. Ich meine hier nicht bügeln, Geschirr spülen oder Kinder verarzten, sonder FREIZEIT. Wenn Sie wissen wollen, wie man diese kostbare Zeit in Bali nutzen kann, holen Sie sich Anregungen aus meiner Story ...

Bali Urlaub FreizeitgestaltungWenn wir hier über Freizeit reden, möge sich der Leser bewußt machen, dass auch Freizeit gemeint ist. Das beinhaltet nicht den gebuchten Yoga- oder Klöppelkurs an der Volkshochschule, Reit- oder Flötenunterricht des Kindes, stapelweise Restwäsche nachbügeln oder sonstige terminlich festgelegten Aktivitäten.

Ich meine hier die Zeit, in der man wirklich frei ist zu tun was man will. Eben und besonders außerhalb dieser Meetings. Die Zeit, in der man nichts vor hat!

Frei-Zeit. Aufatmen, nichts tun, faul sein.

Wie jetzt, bleibt fast nichts über? Von einem Date zum anderen hetzen und zwischendrin noch einkaufen? Die Kids irgendwohin fahren und wieder abholen? Haushalt wuppen und dann doch vergessen die Freundin anzurufen, weil die Zeit zu knapp war?

Tztz, böser Fehler!

So wie in der einen Welt alles und jeder rastlos durch den Tag hastet um alle selbstinszenierten Auflagen zu erfüllen, Woche für Woche vielleicht gerade mal des Sonntags zum Innehalten kommt, aber dann auch nur bis die Familie zum Sonntagsbraten erscheint oder das lange vorher ausgemachte Treffen zum Kaffee mit den Freunden ansteht, so geruhsam und direkt ist der Gang durch den Tag im Hier.

Aber langsam, nicht so schnell hin und her, es könnte ansteckend sein!

Nehmen wir einen Freibadausflug an einem der wenigen Sommertage: Stunden, bis die Taschen mit den nötigen Futtermitteln vorbereitet ist, der unauffindbare Bikini endlich gesichtet, die Schwimmtiere, Badetücher, Notfallapotheke für alle Fälle gefunden. Sonnencreme nicht vergessen! Alles dabei? Die nächste zeitraubende Hürde neben der Anfahrt – die Parkplatzsuche. Auch schnell gegangen? Schön, dann in die Schlange gereiht, denn nicht nur wir haben die Idee den Tag nahe am Naß zu verbringen. Ist der Gang am nörgeligen Kassenmännchen vorbei erledigt, geht die Suche nach einem der eigenen Art entsprechenden Umgebung weiter. Eher in Nähe des Kinderbeckens oder doch bei den Frisbeespielern? Schatten, Halber oder gleich die pralle Sonne? Das Plärren verlorener Kinder allenthalben, viele cremeglänzende Wabbelbäuche, Geräuschpegel hoch 3, die Leute auf dem Badetuch nebenan werden taxiert...

Und nur rechtzeitig wieder nach Hause, es warten noch so einige Dinge auf Erledigung oder Vorbereitung.....

He, jetzt erst mal locker lassen! Nicht so stürmisch ins Nichtstun gehastet, wir überlegen uns hier erst einmal, worauf wir Lust haben. Zeit haben wir!

Bali Strand FreizeitgestaltungWie wär’s mit baden im Meer? Oder eher ins Schwefelbad? Lieber in irgendeinen Hotelpool? Spaziergang im Nationalpark, Ausritt zu Pferde, Schildkröten glotzen, Tauchgang am Hausriff oder einfach nur gehobeltes Eis mit frischen Früchten und Kokosraspel neben dem Tempel genießen und sich mit den Anwesenden unterhalten?

Das ist das Schöne hier: ich will eigentlich nur kurz Reis und Mineralwasser aus dem Lädchen am Eck vorne holen, treffe einen Bekannten, gehe mit auf eine Tasse Tee und ward etlich Zeit nicht mehr gesehen.

Die Menschen hier begegnen sich und lassen sich aufeinander ein, gehen in den Augenblick und genießen den Moment des Austauschs. Etwas vorgehabt? Ja, klar, aber das hat Zeit!

Doch halt, wollten wir nicht zum Strand? Yup, gleich in die Badesachen gehüpft, unterwegs die Essenspakete nach Wahl gekauft (Brathuhn, Spanferkel oder Rindfleischspieße, wer mag kann sich an Ziege versuchen, das Sambal kann abbestellt werden. Wo kämen wir denn dahin am Zielort in Tränen auszubrechen und die Zunge ins Meer hängen lassen zu müssen?) Das einzige was literweise mitgenommen wird ist Trinkwasser.

Bingo, nach ein paar Minuten schlagen uns leise die Wellen entgegen, alles menschenleer bis auf die drei Kühe, die zweimal am Nachmittag ihren Menschen zum Wasserplatz führen. Nun kann in schwarzem Sand getobt, mit Muscheln gekämpft oder nach Krebsen gejagt werden. Kommt der Hunger nach Früchten, es wären gerade Bananen, Mangos oder Vanillefrüchte im Angebot, Papayas in Massen, alles frisch vom Baum, das ist der Vorteil eines eigenen Gartens. Das mit den Kokosnüssen lassen wir heute, die Palmen sind mit über 20 m Höhe für unsere zarten Füße schwer zu erklimmen.

Nun heißt es nur noch die Zeit vergehen zu lassen, ein Schläfchen im Schatten, das gute Buch in greifbarer Nähe, der Hund der Nachbarn sieht kurz vorbei, ansonsten baumelt die Seele in der Hängematte und träumt in den Horizont.

Na?! Mehr? Oder Meer?

Zu einsam? Auch gut, dann gehen wir ins nicht weit entfernte Hotel, in dem ich als alte Bekannte immer willkommen bin, fläzen uns am Pool auf Liegen unter Sonnenschirmen und wenn’s uns zu kühl wird, springen wir in die heißen Schwefelwasserbecken.

An dieser Stelle weise ich mit Entrüstung jeden Gedanken an Perversität zurück, der bei 35° C Außentemperatur in Verbindung mit bis zu 46° C warmen Schwefelwasser aufkeimen sollte!

Werter Leser, auch und gerade in der Trockenzeit windet es zuweilen dermaßen, dass der Ausstieg aus dem normalen Kaltwasserpool gerne hinausgezögert wird, mit dem Effekt nur noch mehr auszukühlen. Da trifft es sich fein, ein wärmendes Wässerchen vorzufinden, noch dazu mit Schwefel aus der natürlichen Quelle strömend, ungeheuer gesund für Gebrechen aller Art, schöne Haut macht’s auch, auf deutsche Trinkwasserqualität getestet und für gut befunden.

Über den typischen Duft nach faulen Eiern riechen wir locker hinweg.

Bali Schwefelquelle FreizeitgestaltungWem das immer noch zu wenig Action ist, der mag sich an einem der vielzähligen Tempeln mit den dort ansässigen Affen um den Einlaß ins eigene Auto streiten ohne sie vorher mit Trauben beruhigen zu wollen oder sich bei einem Tauchgang von Junghaien bestaunen lassen. (Hier eine kleine Warnung an den Unterwasserfotografen, Schildkröten scheinen schlecht zu sehen, sie versuchen mitunter in die Kamera zu beißen.)

Ja, es sind derer Möglichkeiten viele, und ich möchte nichts hören von Kino, Theater oder Kunstausstellungen! Die hole ich natürlich, zugegebenermaßen, einräumenderweise, in der anderen Welt nach. Hach ja, mal wieder ein sehenswerter Film, so als alter Cineast gesprochen....oder sich gediegen aufs Erfahrungsfeld der Sinne begeben.....ein gutes Ragga- oder Jazzkonzert wäre auch nicht zu verachten.

Doch so habe ich die Wahl, hier dies, dort das. In dieser Welt die Auseinander(oder besser Zusammen-)setzung mit dem Inneren, in der Anderen die Zerstreuung durch das Äußere. Und es ist wunderbar beides zur Verfügung zu haben!

23.03.2017 © seit 09.2005 Susanne Guckenberger
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