Babyspiele: Wie Babys lernen ...

Mit einem Baby spielen? Wenn es frisch auf die Welt gekommen ist, kriegt es doch noch gar nichts mit, oder? Stimmt nicht. Die ersten Spiele sind denkbar einfach. Ein Baby beginnt sofort nach der Geburt damit, seine Sinne zu entwickeln. Die Wahrnehmungen werden geschärft und im Lauf der ersten Monate immer differenzierter. Alle Spiele für Neugeborene sprechen daher den einen oder anderen Sinn an.

Wie Babys sehen ...

Wie Babys sehen lernenAuch ganz kleine Babys können schon hell und dunkel unterscheiden. Daher mögen sie, wenn sie wach sind, gerne deutlich unterscheidbare optische Wahrnehmungen. Die ersten Farben, die sie unterscheiden können, sind rot, weiß und schwarz. Jedes Spielzeug, in einer dieser Farben, bietet also eine Abwechslung fürs Auge.

Bunte Tücher: Einfarbige Tücher (z. B. Jongliertücher) können dem Baby gezeigt werden. Mit der Zeit wird es einen Farbwechsel erkennen.

Mobile: Ein Mobile mit einfachen Formen und schlichten Farben, das ab und zu über das Bett / den Stubenwagen / die Krabbeldecke gehängt wird, findet jedes Baby faszinierend.

Kristall und Kerzen: Wann immer es sich ergibt, freut sich das Baby über den Anblick eines funkelnden Kristalllüsters oder auch einer einfachen Kerze in einer dunklen Umgebung.

Licht und Schatten: Aus einer hellen Umgebung in z. B. eine dunkle Hauseinfahrt gebracht zu werden, ist für ein Baby eine sehr interessante Erfahrung. Es wird die Augen ganz weit aufreißen, um das Phänomen erfassen zu können.

Gesichter: Mamas und Papas Gesicht sind ganz wichtig für das Baby. Es wird sich bald freuen, wenn eines der beiden dort auftaucht, wo es erkennbar ist – zunächst in etwa 30 cm Entfernung von seinen Augen entfernt. Und wenn das Gesicht lacht oder schielt oder einen spitzen Mund macht oder ein Bussi schickt, ist das ein ganz wunderbares Spiel.

Wandernde Dinge: Spielzeug, am besten einfarbiges, das vor Babys Gesicht von links nach rechts und wieder zurück wandert, kann es mit den Augen verfolgen und später auch mit dem ganzen Kopf. Und dann kann das Spielzeug auch von oben nach unten wandern. Wenn es dabei auch noch rasselt oder klingelt oder raschelt, kann das ganz schön lange Spaß machen.

Babyspiele: Spielerisch hören lernen

Einfache Geräusche kann das Baby schon kennen und unterscheiden lernen. Das Geräusch der Türe, die sich öffnet, wenn es weint, wird schon bald ausreichen, um es zu beruhigen – es weiß, jetzt kommt Hilfe. Die Stimmen der Mutter, des Vaters, der Geschwister wird es erkennen, wenn es sie oft hört. Jedes Baby braucht außerdem Geräusche, um sich geborgen zu fühlen. Wo viele Menschen zu hören sind, gibt es keine Säbelzahntiger.

Sprechen: Babys mögen es, wenn man mit ihnen spricht. Wenn man häufig ihren Namen oder Spitznamen nennt, werden sie den Klang bald kennen lernen und sich angesprochen fühlen. Die Erkenntnis, dass nach diesem Geräusch immer etwas Wunderbares folgt, wird ihnen beim Großwerden eine gute Unterstützung sein.

Baby hören lernenSingen: – egal was, weder Musikrichtung noch Stimmsitz sind wesentlich. Die Stimme allein, der Wechsel der Tonhöhen, der Unterschied zwischen laut und leise macht das so interessant. Und ein spezielles Beruhigungslied, das immer in für das Kind beunruhigenden Situationen gesungen wird, kann umgekehrt helfen, zur Ruhe zu kommen.

Musik: Sie darf auch "aus der Konserve" kommen oder von einem echten oder improvisierten Instrument. Auch laute Geschwister sind lustig.

Gespräche: Die meisten Kinder sind von Geburt an gerne "unter Leuten". Egal, ob das der Kindergarten ist, zu dem die größeren Geschwister hingebracht werden, die Menschenmenge im Kaufhaus oder eine Familienfeier – die Neigung dazu, sich in einem sozialen Umfeld wohlzufühlen, wird den Kindern nur oft aberzogen.

Stille: Zwischendurch darf es aber ruhig auch einmal ganz still sein. Besonders dann, wenn die Mama oder der Papa dabei sind, so dass das Baby keine Angst bekommt. Auch Stille zu "hören“, will geübt werden.

Babyspiel mit Gerüchen

Auch mit Gerüchen kann man spielen. Ganz fein sollten sie für das Baby schon sein, aber die Abwechslung zwischen dem Rosenöl im Schlafzimmer, dem Essensgeruch in der Küche, dem Geruch von Waldluft macht Spaß.

Übrigens – ein Baby fühlt sich an einem neuen Ort leichter wohl, wenn ein getragenes T-Shirt der Mutter dabei ist.

Babyspiele für den Tastsinn

Babyspiele für den TastsinnDer Tastsinn ist von Geburt an sehr ausgeprägt. Babys können zwar anfangs von sich aus noch nichts be-greifen, aber sie freuen sich über jede Form des Hautkontakts.

Streicheln: Das ist das allerwichtigste Spiel. Mit beiden Händen einen "Rahmen" für den Babykörper streicheln – vom Kopf über Schultern und Arme, Bauch und Beine bis zu den Füßen. Füße massieren, Hände streicheln, die Handrücken kitzeln, einen Finger halten lassen, der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Halten: Später fängt das Baby an, Dinge festzuhalten. Je unterschiedlicher deren Qualität ist, desto mehr Spaß macht es. Tücher, Holzlöffel, Finger, Rassel, Schlüssel, ... Es müssen nicht unbedingt Produkte der Spielzeugindustrie sein, ein Dings aus der Küchengeräteschublade tut es genauso gut.

Baden: – ist ohnehin ein tolles Spiel. Egal, ob zu Hause in der Badewanne, gemeinsam mit Mama oder Papa, oder im Schwimmbad, mit Schwimmreifen oder nur unter dem Kopf von einer Hand gestützt. Planschen, angespritzt werden, warmes Wasser fühlen, auf dem Wasser schwimmen, ... ist alles ein großartiger Zeitvertreib.

An- und Ausziehen: Auch das kann ein Spiel werden. Wenn man dabei mit dem Baby spricht, es langsam führt, macht ihm das bald Freude.

Wie Babys "schmecken"

Da gibt es fast nichts. In den ersten Monaten schmeckt das Baby nur feine Unterschiede in der Muttermilch, die dadurch entstehen können, dass die Mutter abwechslungsreich isst. Alles, was das Baby verträgt, ist allerdings erlaubt und auch sinnvoll.

Und das beste Spiel von allen:

Getragen werden – auf dem Arm oder im Tragetuch. Den Bewegungsrhythmus des Trägers / der Trägerin spüren, die Atmung fühlen, die Stimme hören, die Nähe riechen, das Gesicht sehen - ein Erlebnis für alle Sinne, das auch dann wunderbar ist, wenn die Aufmerksamkeit der Mutter ganz etwas anderem gilt – den Einkäufen, dem Kochen, dem Spazierweg, dem Gespräch mit anderen, ...

Ich wünsche allen Jung-Eltern viel Spaß und Freude mit ihrem Baby!

24.01.2017 © seit 08.2004 Katharina Heizinger  

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