Vorsicht beim Online-Banking: Wie Betrüger Ihre Kontodaten mit Trojanern ausspionieren

Teaser: Betrüger aus dem Internet ersinnen immer neue Wege, um Kontodaten von Bankkunden auszuspionieren. In diesem Tipp will ich beschreiben, wie diese Betrüger sogenannte "Trojaner" auf dem Computer ihrer Opfer nutzen, um damit an die Kontodaten (d.h. auch PI ...

Betrüger aus dem Internet ersinnen immer neue Wege, um Kontodaten von Bankkunden auszuspionieren. In diesem Tipp will ich beschreiben, wie diese Betrüger sogenannte "Trojaner" auf dem Computer ihrer Opfer nutzen, um damit an die Kontodaten (d.h. auch PIN und TAN-Nummern) zu kommen.

Doch sehen wir uns zunächst an, was der Begriff "Trojaner" eigentlich bedeutet. Als Trojaner bezeichnet man eine spezielle schädliche Software, die sich - ähnlich wie Viren - heimlich auf dem Computer installieren und so im Verborgenen unerwünschte Aktionen ausführen können. Ähnlich dem trojanischen Pferd (nach der griechischen Sage) wird der Trojaner eingeschleust, um heimlich die Tore "Trojas" zu öffnen - sprich - dem Hacker Zugang zu Ihrem Computer zu gewähren, damit er ihn fernsteuern oder ausspionieren kann.

Ist ein Trojaner auf einem Computer aktiv, erlaubt er es dem Hacker Daten auszuspähen, Eingaben zu protokollieren (Spionagefunktionen) oder sogar aktiv auf den Computer zuzugreifen, um dort Programme oder Daten zu manipulieren. Meist versuchen Hacker Trojaner per E-Mail auf dem Computer des Opfers einzuschleusen. Das Opfer öffnet einen scheinbar harmlosen Anhang einer Mail und startet damit die Installation des Trojaners.

Aus dem Gesagten kann man bereits mehrere vorbeugende Maßnahmen ableiten:

  1. Öffnen Sie niemals Anhänge von E-Mails, deren Herkunft Sie nicht zweifelsfrei kennen.
  2. Arbeiten Sie immer mit einem aktuellen Anti-Virenscanner (wie z.B. Kaspersky). Sie können Trojaner in den E-Mails identifizieren und vernichten.
  3. Arbeiten Sie immer mit einer aktuellen Firewall, die unerwünschte Programme stoppen kann.

Wie erkenne ich, daß beim Online Banking ein Trojaner auf meinem Computer aktiv ist?

Es gibt folgende "Alarmzeichen", die auf einen Trojaner hindeuten können:

  • Sobald Sie die TAN-Nummer beim Online-Banking eingeben, wird die Verbindung nach der Eingabe unterbrochen.
  • Während Sie auf der Webseite Ihrer Bank sind, erscheinen Popup-Fenster, die Sie zur Eingabe der TAN-Nummer auffordern.
  • Sobald Sie die TAN-Nummer eingegeben haben, erscheinen Fehlermeldungen - beispielsweise, daß die TAN-Nummer ungültig ist und eine weitere eingegeben werden soll.
  • Sie werden auf eine unverschlüsselte Seite umgeleitet (das kleine Schloß in der unteren Browserleiste ist plötzlich offen) und dann zur Eingabe Ihrer TAN-Nummer aufgefordert.

Wenn Sie eines dieser Phänomene bemerken, machen Sie auf keinen Fall weitere Eingaben, d.h. geben Sie keine weiteren Konto- oder Zugangsdaten mehr ein. Es besteht die Gefahr, daß Sie gerade ausspioniert werden.

Was kann ich tun, um weiteren Schaden von einem Trojaner zu verhindern?

  • Sie können im Zweifelsfall Ihre Anmeldedaten und den PIN ändern.
  • Sie können die TAN-Liste sperren, um so unerwünschte Überweisungen der Betrüger zu verhindern.
  • Sie können Ihre Kontoumsätze kontrollieren. Suchen Sie nach Überweisungen von Ihrem Konto, die Sie nicht selbst veranlaßt haben.
  • Gehen Sie zu Ihrer Bank und melden Sie den Vorfall. Lassen Sie evtl. Ihr Konto sperren bzw. fordern Sie eine neue PIN und TAN Liste an!

Außerdem sollte Ihr Computer entseucht werden, d.h. Sie müssen mit einer aktuellen Anti-Virensoftware alle Festplatten nach Trojanern und anderen Schädlingen durchsuchen und diese vernichten. Wenn Sie das selbst nicht können, ziehen Sie einen Experten zu Rate. Denn Sie werden erst wieder Ruhe haben, wenn alle Schadprogramme restlos entfernt wurden.

Ich hoffe Ihnen genug Anregungen gegeben zu haben, damit Sie Betrügern - die mit Trojanern arbeiten - auf die Schliche kommen.

Viel Erfolg!

07.04.2014 © seit 10.2006 Aris Rommel  
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