Ein Einfahrtstor bestellt man einmal in zwanzig oder dreißig Jahren. Welche Bauart passt, entscheidet vor allem der Platz hinter und neben der Einfahrt. Vor der Bestellung sollten Maße, Untergrund und Stromanschluss feststehen.
Drehtor oder Schiebetor? Der Platz entscheidet
Ein zweiflügeliges Drehtor ist die einfachere und günstigere Bauart. Es passt, wenn hinter der Einfahrt genug freie Fläche liegt. Jeder Flügel schwenkt um die halbe Torbreite nach innen, bei 4 m Durchfahrt also rund 2 m tief. In diesem Bereich darf beim Öffnen kein Auto stehen. Nach außen dürfen die Flügel nur aufschlagen, wenn sie dabei auf dem eigenen Grundstück bleiben. Über Gehweg oder Straße lässt das die Gemeinde in aller Regel nicht zu.

Steigt die Einfahrt zum Haus hin an, wird es mit dem Drehtor schwierig. Die Flügel würden am Boden schleifen oder müssten so hoch gesetzt werden, dass unter dem geschlossenen Tor ein breiter Spalt bleibt. Steigende Bänder, die den Flügel beim Öffnen anheben, lösen das Problem, sind aber Sonderanfertigungen und passen nicht zu jedem Antrieb.
Ein Schiebetor braucht die Fläche hinter der Einfahrt nicht. Dafür läuft es seitlich am Zaun entlang und verlangt dort Platz. Bei der heute üblichen freitragenden Bauart ohne Schiene im Boden ist das Tor deutlich länger als die Öffnung, weil der hintere Teil das Tor in den Laufrollen hält. Als Richtwert gilt das 1,4- bis 1,5-Fache der Durchfahrtsbreite. Für 4 m Öffnung sollten neben der Einfahrt also 5,5 bis 6 m gerade Zaunlinie frei sein, ohne Mauerecke oder Baum.
Welche Maße vor der Bestellung feststehen müssen
Gemessen wird die lichte Weite zwischen den Pfosten oder Pfeilern, und zwar unten, in der Mitte und oben. Gemauerte Pfeiler stehen selten genau parallel, und ein Tor nach Maß wird auf das kleinste der drei Maße gebaut. Für einen Pkw reichen 3 m Durchfahrt, bequemer sind 3,5 bis 4 m. Wer mit Anhänger oder Wohnmobil rangiert oder schräg von einer schmalen Straße einbiegt, plant besser 4,5 m ein.
Die Höhe richtet sich meist nach dem Zaun. Üblich sind 1,2 bis 1,6 m, bei blickdichten Toren auch mehr. Ob und ab welcher Höhe eine Einfriedung genehmigt werden muss, regelt jedes Bundesland anders, in manchen Orten kommen ein Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung dazu. Ein Anruf beim Bauamt klärt das, bevor das Tor gefertigt ist.
Zum Aufmaß gehören außerdem das Gefälle quer und längs zur Einfahrt, der Abstand zwischen Tor und Straße und ein Foto der Stelle. Liegt das Tor direkt an der Fahrbahn, steht das Auto beim Warten auf der Straße. Wo es das Grundstück erlaubt, setzt man das Tor deshalb eine Wagenlänge zurück.
Pfosten und Fundament tragen das Tor
Ein Torflügel aus Stahl wiegt je nach Füllung 60 bis über 100 kg, ein blickdichtes Schiebetor deutlich mehr. Diese Last hängt beim Drehtor an zwei Pfosten, die sich auch nach Jahren nicht neigen dürfen. Sie brauchen frostfreie Fundamente, in Deutschland in der Regel mindestens 80 cm tief. An bestehenden Mauerpfeilern lohnt ein kritischer Blick. Ein hohl gemauerter Pfeiler ohne Kern aus Stahlbeton trägt einen schweren Flügel nicht dauerhaft.
Das freitragende Schiebetor steht auf einem durchgehenden Fundament seitlich der Einfahrt, auf dem die Laufrollen verschraubt werden. Dieses Fundament ist größer als bei einem Drehtor und sollte vor der Lieferung fertig und ausgehärtet sein. Der Hersteller gibt dafür einen Plan mit Maßen vor.
Antrieb gleich mitplanen oder später nachrüsten?
Ein Antrieb lässt sich nachrüsten, günstiger ist es aber, ihn von Anfang an vorzusehen. Der Motor braucht einen Stromanschluss mit 230 Volt, und die Leitung dorthin gehört in ein Leerrohr unter das Pflaster. Wer die Einfahrt ohnehin neu anlegt, legt das Rohr für wenige Euro mit. Später muss dafür das Pflaster wieder aufgenommen werden.
Beim Drehtor sitzt an jedem Flügel ein eigener Motor, beim Schiebetor genügt einer, der über eine Zahnstange am Tor arbeitet. Für kraftbetätigte Tore gelten die europäischen Normen EN 13241 und EN 12453. Der Antrieb darf niemanden einklemmen. Dafür ist die Schließkraft begrenzt oder Kontaktleisten an den Schließkanten stoppen das Tor, bei automatischem Betrieb kommt eine Lichtschranke dazu. Im Angebot sollten diese Teile einzeln aufgeführt sein, ebenso die Notentriegelung, mit der das Tor bei Stromausfall von Hand aufgeht.
Bedient wird per Handsender oder Codetaster. Sinnvoll ist eine Teilöffnung für Fußgänger, sofern keine eigene Pforte geplant ist.
Füllung, Material und Rostschutz
Offene Stabfüllungen sind leichter und bieten dem Wind wenig Angriffsfläche, das macht sie auch günstiger. Blickdichte Füllungen schützen vor Einblick, machen das Tor aber schwer und fangen bei Sturm viel Wind. Pfosten, Bänder und Antrieb müssen dann stärker ausgelegt sein.
Bei Stahl entscheidet der Rostschutz über die Lebensdauer. Feuerverzinkung nach EN ISO 1461 schützt auch die Innenseiten der Rohre, die Pulverbeschichtung darüber gibt die Farbe. Ein Tor, das nur lackiert ist, zeigt an Schweißnähten und Kanten oft nach wenigen Wintern Rost. Aluminium rostet nicht und ist leichter, kostet aber mehr. Geschmiedete Ornamente gibt es praktisch nur in Stahl.
Was ein Einfahrtstor kostet
Die Preise hängen vor allem von Füllung und Antrieb ab und liegen in Deutschland weit auseinander. Wer in Grenznähe wohnt, vergleicht oft auch Hersteller aus Polen. Die Kunstschmiede Polzaun aus dem polnischen Gubin an der Neiße nennt für ein zweiflügeliges Tor mit 4 m Breite und Antrieb Preise ab 2.500 Euro, für ein Schiebetor mit Antrieb ab 3.300 Euro. Blickdichte Ausführungen kosten ab 3.600 Euro als Drehtor und ab 4.400 Euro als Schiebetor. Ohne Antrieb sind es jeweils 1.200 Euro weniger. Die Preise gelten für feuerverzinkte Tore ohne Montage. Wie die Bauarten aussehen, zeigen die Einfahrtstore von Polzaun.
Zum Torpreis kommen Fundamente, Elektroanschluss und Montage. Beim Vergleich mehrerer Angebote sollten diese Posten getrennt ausgewiesen sein, sonst stehen sich Zahlen gegenüber, die Verschiedenes enthalten. Zwischen Auftrag und Lieferung liegen bei einem Tor nach Maß üblicherweise vier bis acht Wochen.
Checkliste vor der Anfrage
- Lichte Weite in drei Höhen gemessen, gewünschte Torhöhe notiert
- Platz hinter der Einfahrt (Drehtor) und seitlich am Zaun (Schiebetor) ausgemessen
- Gefälle der Einfahrt bekannt
- Zustand der Pfosten oder Pfeiler geklärt
- Stromanschluss und Leerrohr eingeplant, auch wenn der Antrieb später kommt
- Vorgaben von Bauamt oder Satzung erfragt
Mit diesen Angaben und zwei Fotos kann ein Hersteller ein Angebot rechnen, das nicht nach dem Aufmaß vor Ort wieder umgeworfen wird.