Haushaltsbuch führen: So haben Sie Ihre Finanzen im Griff

Schuldenberater zeigen es Woche für Woche im Fernsehen: Viele Menschen haben keinen Überblick mehr über ihre Finanzen. Dabei reicht meist ein gut geführtes Haushaltsbuch schon aus, um die Ausgaben zu kontrollieren und zu regeln.

Für die Führung eines Haushaltsbuches benötigen Sie keine Buchhalter-Kenntnisse. Sie können jederzeit damit beginnen. Dabei stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Bei der klassischen Variante schreiben Sie die Ein- und Ausgaben einfach in ein Haushaltsbuch und heften Belege, Rechnungen oder Quittungen dazu.

Bei der modernen Variante greifen Sie auf Online-Haushaltsbücher oder eine passende Haushaltsbuch-Software zurück. Hier erfolgt der Eintrag über die Tastatur. Dazu gehörige Belege können eingescannt werden. Der Vorteil liegt darin, dass Beträge automatisch ausgerechnet und dadurch Rechenfehler verhindert werden.

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, eine gute Vorbereitung ist alles. Bevor Sie mit den Einträgen in das Haushaltsbuch beginnen, sollten Sie sich mit Ihren Ein- und Ausgaben intensiv auseinandersetzen. Eine Einnahmenliste ist meist schnell erstellt.

Die Ausgabenliste erfordert erheblich mehr Zeit. Da gerade bei den Ausgaben die finanziellen Schwachstellen liegen, sollte diese Liste detailliert und sorgfältig erstellt werden. Wie das geht, erfahren Sie in den nachfolgenden Abschnitten:

Die Ausgabenliste im Haushaltsbuch

1. Fixkosten

Haushaltsbuch Schuldenfalle Schulden Anleitung führenBeginnen Sie zunächst mit den laufenden Kosten. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Versicherungsbeiträge oder Heizkosten. Miet- und Heizkosten werden in der Regel monatlich fällig. Deshalb ist es ratsam, diese Kosten direkt über einen Dauerauftrag zu bezahlen. Die Zusatzkosten für Zahlungsrückstände sind hoch und können durch einen Dauerauftrag ganz einfach verhindert werden. Zudem sparen Sie zusätzliche Überweisungskosten. Ein Dauerauftrag ist auch für die Bezahlung der Krankenversicherungsbeiträge anzuraten.

Versicherungsbeiträge oder KFZ-Steuer werden meist nur einmal im Jahr fällig. Gerade hier lauert oft die Schuldenfalle. Ein Kraftfahrzeug wird bei der Anmeldung gleichzeitig versichert und versteuert, also werden auch die Versicherungsbeiträge und die KFZ-Steuer zur gleichen Zeit fällig. Bei Haushalten mit geringen Einkünften kann das schnell ein Loch in die Haushaltskasse reißen.

Ein einfacher, aber erprobter Tipp: Teilen Sie die KFZ-Steuer und die Versicherungsbeiträge einfach in zwölf Monatsteile auf und legen Sie das Geld zur Seite, bis der Beitrag fällig wird. Kleine monatliche Zusatzbelastungen sind auch für schwache Haushaltskassen zu verkraften. Manche Versicherer bieten auch eine bequeme monatliche Beitragszahlung an.

Suchen Sie intensiv nach Kostenfressern. Die Nutzung von Mobiltelefonen kann sehr teuer sein, weil das Telefon viel zu häufig, unnötig und unkontrolliert genutzt wird. Deshalb ist es ratsam, zusätzliche Kostenbücher zu führen. Schreiben Sie Ihre Telefonate auf. Sie werden erstaunt sein, welche Kosten für Telefonate und die Nutzung von Telekommunikationsdiensten entstehen.

Alternativ können Sie auch einen monatlichen Einzelverbindungsnachweis bei Ihrer Telefongesellschaft anfordern. Für Vielnutzer gibt es günstige Flatrates. Studieren Sie Ihr Nutzungsverhalten und passen Sie die Verträge entsprechend an. Hier lässt sich viel Geld einsparen.

Die Energiekosten steigen stetig an. Das sollte auch im Haushaltsbuch berücksichtigt werden. Das böse Erwachen kommt meist mit der Jahresabrechnung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre monatlichen Beiträge an die Kostenerhöhung anpassen. Setzen Sie Ihre monatlichen Strom- und Gaspreise lieber etwas höher an. Das minimiert das Risiko einer hohen Nachzahlung.

Zusätzlich ist es ratsam, die Angebote der Energielieferanten zu vergleichen. Wählen Sie ein für Ihre Bedürfnisse passendes Angebot. Wer seine Brennmaterialien individuell bezieht, sollte möglichst zu kostengünstigen Terminen Öl oder Pellets einkaufen. Generell sollten die Ausgaben für Heizstoffe auch in den Sommermonaten berücksichtigt werden, auch wenn Sie dort wenig oder gar nicht heizen. Das verhindert hohe Einmalausgaben und verhilft zur besseren Kostenkontrolle.

2. Der Pkw

Die Nutzung eines Pkw ist teuer. Viele Haushalte benötigen täglich ein Fahrzeug. Damit die Kosten nicht explodieren, sollten Sie ein Fahrtenbuch führen. Schreiben Sie alle Fahrten mit den Kilometerständen auf und überlegen Sie, welche Fahrten eventuell nicht nötig waren. Rechnen Sie die Kosten dieser Fahrten aus. Sie werden überrascht sein, wie viele unnötige Zusatzkilometer und Kosten zusammenkommen. Wer ein Fahrtenbuch konsequent führt und Fehlfahrten erkennt, ändert automatisch sein Fahrverhalten.

3. Lebensmittel

Haushaltsbuch Anleitung führen Tipps Schulden SchudenfalleEin weiterer monatlicher Belastungspunkt sind die Ausgaben für Lebensmittel. Gerade hier ist eine Kostenkontrolle oft nur schwer möglich, da wir nicht jeden Monat die immer gleichen Lebensmittel einkaufen. Hier schafft ein Haushaltsbuch Abhilfe.

Allerdings muss es zunächst ein paar Monate konsequent geführt werden, damit man das Kauf- und Essverhalten erkennt und eventuell umstellt.

Haltbare Nahrungsmittel können auf Vorrat gekauft werden. Daher lohnt sich hier ein Blick in die wöchentlichen Angebote. Für viele Verbraucher sind die täglichen Werbeblättchen im Briefkasten nervend.

Doch es lohnt sich durchaus, diese Angebote im Haushaltsbuch zu berücksichtigen. Viele Angebote kehren in regelmäßigen Abständen wieder. Da lohnt es sich, mit dem Einkauf zu warten. Richtig sparen können Sie, wenn Sie beim Essen flexibel sind und Ihren wöchentlichen Essensplan nach den Angeboten richten.

4. Freizeitkosten

Im Haushaltsbuch sollte auch Freizeitkosten angegeben werden. Planen Sie Ihren Urlaub auf der Basis Ihres Haushaltsbuches und sparen Sie eine monatliche Summe auf. Grundsätzlich sollten Sie eine Reise früh genug planen. Das schont nicht nur Ihre Haushaltskasse, denn Sie können zusätzlich von den günstigen Frühbucherrabatten profitieren.

Neben den Kosten für Urlaub sollten im Haushaltsbuch auch Freizeitkosten aller Art aufgeführt werden. Dazu gehören Konzertbesuche genauso wie monatliche Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudio oder Sportverein. Auch hier lauert oft eine Kostenfalle, denn viele Menschen zahlen immer noch Mitgliedsbeiträge, obwohl das Sportangebot schon lange nicht mehr genutzt wird.

5. Unvorhergesehene Ausgaben

Ein unvorhersehbares Ereignis ist Gift für jede Haushaltskasse und kann im schlimmsten Fall in einem finanziellen Fiasko enden. Auch hier erfüllt ein gut geführtes Haushaltsbuch seine Dienste. Sparen Sie monatlich eine bestimmte Summe für diese plötzlichen und unerwarteten Ereignisse an. So haben Sie ein gutes finanzielles Polster, wenn zum Beispiel ein Elektrogerät repariert oder ersetzt werden muss.

Fügen Sie zu guter Letzt Ihrem Haushaltsbuch ein Feld mit Notizen bei. Hier können Sie teuersten Posten vermerken. Außerdem bietet es sich an, Posten mit Einsparmaterial zu markieren. So lassen sich gezielt überzogene oder überflüssige Kosten identifizieren und in Zukunft vermeiden.

Ein Haushaltsbuch muss konsequent und regelmäßig geführt werden, damit es zum Erfolg führt. Nach einem Monat wird sich sicherlich noch kein nennenswerter Erfolg einstellen. Nach einem Jahr Haushaltsbuchführung werden Sie aber sehr wohl die Früchte ernten können. Dann erkennen Sie ganz genau, welche unnötigen Kosten dauerhaft verhindert werden können und dann für ein dickes Plus in der Haushaltskasse sorgen.

Autor: Thomas Mücke, im Finanzbereich selbstständig tätig, informiert seit Jahren online über alle relevanten Fragen rund um das zeitlose Thema Geld. Er vergleicht hierzu unter anderem auf "guenstigekredite.info" Banken und hilft Interessenten, gute Finanzierungsangebote zu finden.

10.06.2016 © seit 05.2012 Thomas Mücke  
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