Abzocke bei Geldanlagen: 5 Tipps Vermögen sicher anzulegen

Viele Verbraucher nutzen die Möglichkeiten des Internets auch für ihre privaten Finanzen. Insbesondere Geldanlageprodukte lassen sich schnell ausfindig machen. Mit nur wenigen Mausklicks können Sparkonten eröffnet werden. Wichtige Details sind jedoch oftmals nicht bekannt oder von Banken bewusst kaum leserlich dargestellt.

Nur Neukunden profitieren von hohen Zinsen

Geld Anlegen Tipps SparenEgal ob Festgeld, Tagesgeld oder Sparbuch: Der Zinssatz entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg eines Produktes. Dies ist den Produktmanagern der Banken bewusst und so greifen diese bei der Neukundengewinnung zu vielen Tricks.

Von Bankenseite beliebt sind Aktionskonten mit hohen Zinsen. Diese Produkte sind jedoch nur für Neukunden erhältlich. Bestandskunden können in vielen Fällen nicht an zeitlich befristeten Aktionen teilnehmen. Sind Sie bereits Kunde bei jener Bank, müssen Sie sich mit schlechteren Konditionen zufriedengeben.

Tipp 1: Fragen Sie bei Ihrer Bank nach verbesserten Konditionen mit dem Hinweis auf ein entsprechendes Aktionsangebot. Dieses Vorgehen beschert Ihnen häufig einen zusätzlichen Bonus in Form von besseren Zinsen.

Hohe Zinsen nur für geringes Guthaben oder kurze Zeit

Ein Zinssatz von 3% oder 4% wird in großen und goldenen Werbeanzeigen auf den Webseiten einer Bank dargestellt. Nur schwer lässt sich das kleine Sternchen erkennen. Auch der Erläuterungstext ist nur schlecht lesbar und erst am Seitenende zu finden.

Häufig finden sich hier wichtige Einschränkungen wieder. Beispiele: „Der Zins gilt nur für Guthaben bis 5.000 Euro, für höhere Anlagesummen erhalten Sie 0,50%“ oder „3% erhalten Sie für eine Dauer von 6 Monaten, danach gelten 1%“.

Tipp 2: Prüfen Sie Konditionen und Bedingungen genauestens, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden. Finden Sie eine Bank mit überdurchschnittlich guten Konditionen, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Damit Sie in keine Falle tappen, müssen Sie Kleingedrucktes und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank verstehen. Fragen Sie bei Unklarheiten nach.

Vorsicht bei ausländischen Banken

Eine Geldanlage in Fest- oder Tagesgeld gilt bei einer deutschen Bank als sicher. Verschiedene Sicherungssysteme sorgen im Falle einer Bankeninsolvenz für Entschädigung. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie auf eine Bank mit einer Niederlassung im Ausland stoßen.

Innerhalb der Europäischen Union sind Guthaben bis 100.000 Euro per Gesetz sicher. Für Sie droht ein Verlust, sobald Sie bei einer Bank aus dem EU-Ausland mehr als 100.000 Euro anlegen.

Tipp 3: Überprüfen Sie die Einlagensicherungsgrenze der Bank. Einerseits sollten Sie hierzu Informationen auf der Internetpräsenz des Geldinstitutes finden, andererseits können Sie Sicherungsgrenzen beim Bundesverband deutscher Banken abfragen.

Konditionen regelmäßig überprüfen

Ein Tagesgeldkonto oder ein Sparbuch ist den meisten Verbrauchern bekannt. Anders als bei einer festverzinslichen Geldanlage können sich die Konditionen für flexible Bankprodukte jederzeit ändern. Viele Banken informieren ihre Kunden nicht, sollten sie durch eine Konditionsanpassung schlechtergestellt werden.

Tipp 4: Die Konditionen einer flexiblen Geldanlage sollten Sie regelmäßig überprüfen, mindestens 1x pro Quartal. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie Ihre gewünschte Rendite tatsächlich erzielen. Andernfalls laufen Sie Gefahr von Ihrer Bank mit niedrigen Zinsen abgespeist zu werden.

Steuerpflicht für Zinseinkünfte beachten

Verbraucher mit Zinseinkünften sind zur Zahlung einer Steuer verpflichtet, sobald die Freigrenze von 801 EUR (Single) bzw. 1.602 EUR (Ehepartner) überschritten wird. In diesen Fällen wird von der Bank eine Abgeltungssteuer an den Staat abgeführt. Die Höhe dieser Steuer beträgt 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, gemessen an den Zinseinkünften oberhalb der Freigrenze.

Tipp 5: Reichen Sie bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag ein. Nur so ist sichergestellt, dass Sie in den Genuss der Steuerfreibeträge von 801 bzw. 1.602 EUR gelangen. Andernfalls ist Ihre Bank verpflichtet bereits bei geringen Zinseinkünften, Steuern abzuführen. Ein entsprechendes Formular wird Ihnen die Bank auf Nachfrage zustellen oder im Online-Banking Bereich zum Download anbieten.


Über den Autor: Philipp Wittenbrink beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Finanzthemen mit dem Schwerpunkt Direktbanken. Seit 2007 betreibt er das Verbraucherportal Tagesgeld.org und informiert mit verschiedensten Ratgeber-Artikeln, Vergleichen und Produktbeschreibungen rund um das Thema der Tagesgeldanlage. Durch langjährige Erfahrungen hat er bereits viele versteckte Details von Finanzprodukten aufdecken können.

09.06.2016 © seit 11.2011 Philipp Wittenbrink  
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