Erziehungstipp TV: Kindern den Umgang mit Fernsehen beibringen

22.07.2009
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Cassandra B.
www.aegypten-geschichte-kultur.de/

Kinder sehen gerne fern - das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Aber - Schulabgänger, die schon als Kind viel vor dem Fernseher saßen, erreichen durchschnittlich einen schlechteren Schulabschluss, als jene, die bestimmte Regeln im Umgang mit dem Fernsehen erlernen. Dies kann durch wissenschaftliche Studien belegt werden. Damit liegt die Verantwortung in erster Linie bei den Eltern. Lesen Sie in diesem Tipp, welche Regeln Sie als Eltern beachten sollten, damit Ihr Kind von den Vorteilen des Fernsehens profitiert.

Goldene Regeln für Kinder und Eltern beim Umgang mit dem Fernsehen

1. Planung des Fernsehens mit den Kindern

Planen Sie mit Ihrem Kind, welche Sendungen es sehen darf und berücksichtigen Sie seine Wünsche. Planen Sie aber auch, welche Sendungen oder Filme Sie selbst sehen wollen. Die Planung vermittelt Ihrem Kind, dass man sich vorher gezielt Gedanken darüber machen soll, welches Programm einen interessiert. Vermeiden Sie es also zu zappen, denn das wird Ihr Kind nachahmen. Lassen Sie auch den Fernseher nicht nebenbei laufen. Von einem Fernseher im Kinder- oder Jugendzimmer wird grundsätzlich abgeraten!

2. Setzen Sie Grenzen beim Fernsehen

Halten Sie sich an vereinbarte Fernsehzeiten, auch wenn dies zu einem Kampf mit Ihrem Kind ausarten kann. Lassen Sie sich nicht durch Gründe, wie: "mein Freund darf sich das aber angucken" davon abbringen. Ihr Kind wird das auf Sicht akzeptieren und sich später selbst Grenzen setzen können. Es wird auch in fernsehfreien Zeiten nicht mehr ans Fernsehen denken, sondern sich anderen Aktivitäten inhaltlich widmen.

3. Abstand zum Fernseher

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu nahe vor dem Fernseher sitzt. Der Abstand sollte mindestens drei Meter betragen. Das kommt auch den Augen Ihres Kindes zugute. Kinder sitzen gerne auf dem Boden, um fernzusehen. Legen Sie ihm ein Kissen dazu.

4. Auf altersgerechte Sendungen für Kinder achten

Wählen Sie altersgerechte Sendungen aus. Sie können in der Regel davon ausgehen, dass die Altersangaben der angebotenen Sendungen angemessen eingeschätzt wurden. Eine Beschreibung einiger lehrreichen Sendungen für Kinder finden Sie hier: "Können Kinder beim Fernsehen etwas lernen?" (Bundeszentrale für politische Bildung)

Wenn Sie sich bei einer Sendung nicht sicher sind, gucken Sie mit Ihrem Kind gemeinsam fern. Beobachten Sie die Körperreaktionen Ihres Kindes (vor allem bei Kleinkindern). Bei großer Aufregung kauen Kinder manchmal an ihren Fingernägeln, haben weit aufgerissene Augen, versuchen sich zu verstecken, halten sich Ohren oder Augen zu oder bekommen rote Ohren. Hier sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht besser abbrechen wollen. Auf alle Fälle empfiehlt es sich mit Ihrem Kind darüber zu reden, was es verängstigt. Denn das können Erwachsene nicht immer einschätzen.

5. Bleiben Sie in der Nähe

Kleine Kinder sollten niemals alleine fernsehen. Beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes, wenn möglich sofort, auch wenn die Sendung noch läuft. Vor allem kleine Kinder sollten beim Fernsehen die Möglichkeit haben sich zu bewegen und auch zu schreien. So fördern Sie seine Möglichkeiten, Spannungen abzubauen, auch wenn das etwas nerven kann.

6. Kinder brauchen ein Happy-End

Es geht dabei aber nicht darum ihm eine heile Welt vorzuspielen, sondern einen Abschluss zu finden, bei dem sich das Kind wieder entspannen kann. Auch Märchen zeigen Probleme und spannende Szenen - doch sie enden in der Regel gut.

7. Verarbeitung der Inhalte

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Möglichkeit hat, Gesehenes im Fernsehen zu verarbeiten. Das kann verschiedene Formen annehmen, etwa im anschließenden Spiel (meist bei kleineren Kindern), beim Austoben an der frischen Luft oder im Gespräch mit anderen Kindern oder den Eltern (bei älteren Kindern). Diese Regel impliziert, dass Ihr Kind nicht kurz vor dem Schlafengehen fernsehen soll. Denn dann könnte es nicht nur Probleme mit dem Einschlafen, sondern auch mit seinen Träumen bekommen.

8. Werbung und Fiktion Kindern erklären

Seien Sie vorsichtig mit Werbung. Viele Sendungen werden durch Werbung unterbrochen. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass die Werbung den Kindern eine Welt vorgibt, die völlig an der Realität vorbei geht: "Glücklich und erfolgreich ist jener, der sich die richtigen Produkte leisten und kaufen kann". Erst mit zunehmenden Alter können Kinder zwischen Realität und Fiktion unterscheiden und eine Werbung - zumindest kognitiv - einschätzen.

9. Werte, Normen und Klischees kritisch sehen

Viele Filme, auch alte Spielfilme scheinen für Kinder geeignet. Überlegen Sie sich jedoch, ob Sie Klischees, wie z.B. Mädchen müssen immer nur gut aussehen oder Jungens müssen ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen, unkommentiert stehen lassen wollen. Denn nicht nur das Wissen Ihrer Kinder wird durch bestimmte Sendungen gefördert, sondern auch soziale Einstellungen und Übernahme von Normen und Werten. Achten Sie auch auf Klischees in Kindersendungen, z.B. der Hund, der alles versteht und nie einen Fehler macht. Vergleichen Sie Klischees mit der Realität und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber.

10. Tägliche Fernsehdauer

Es gibt - je nach Alter Ihres Kindes - unterschiedliche Empfehlungen für die Dauer des täglichen Fernsehens. Experten empfehlen das Kind erst dann fernsehen zu lassen, wenn es sprechen kann. Denn zuvor können die Eindrücke nicht kindgerecht verarbeitet werden.

  • Vorschulkinder sollten nicht länger als 30 Minuten täglich fernsehen,
  • 6-8 Jahre: nicht länger als 1 Stunde täglich,
  • 9-10 (bzw. 13) Jahre: nicht länger als 1,5 Stunden täglich.

Denken Sie immer daran, dass das Fernsehen nicht die Hauptbeschäftigung für Ihr Kind sein sollte. Fernsehen sollte ein kleiner Bestandteil der Tagesgestaltung bleiben. Auch Bewegung an der frischen Luft, Spiel, Treffen mit Freunden, Vorlesen und Lesen, Hausaufgaben etc. sollte im Tagesprogramm des Kindes enthalten sein. Wenn Sie Ihre Freizeit mit Ihrem Kind gestalten, dann sollte es lieber mit Ihnen einen Ausflug unternehmen wollen, als vor dem Fernseher zu sitzen.

Viel Erfolg beim Erlernen des richtigen Umgangs mit dem Fernsehen!

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