Menschen sehnen sich heute mehr nach Verbundenheit denn je. Doch viele schaffen es einfach nicht, sich länger zu binden. Die Zeiten, wo Paare ihr Leben lang zusammenblieben, scheinen heute sehr weit weg zu sein. Lesen Sie im folgenden Artikel, wie sich heutige Probleme in der Beziehung grundsätzlich darstellen lassen, und was man selbst tun kann, um seine Bindungschancen zu erhöhen.
Die Liebe ist ein noch relativ junges psychologisches Forschungsgebiet. Untersucht wird häufig, welche Faktoren glückliche Beziehungen ausmachen und welche Eigenschaften notwendig sind, damit die Voraussetzungen für eine stabile Beziehung gegeben sind. Dabei gewinnt man manchmal den Eindruck, dass man selbst fast perfekt sein muss, damit die Beziehung eine gute Chance hat.
Die Realität sieht dagegen völlig anders aus. Wir haben Stärken und Schwächen. Jeder von uns hat seine Macken, die er vielleicht kontrollieren, aber nicht ändern kann. Vergangene Erfahrungen, die uns prägten, lassen sich nicht verändern oder wegdiskutieren, und oft wollen wir das auch gar nicht.
Hinzu kommt, und das ist ein wesentlicher Punkt, dass wir uns oft einen Partner wünschen, der genau das verkörpert, was wir in unserer Vergangenheit (Kindheit) vermissten. Doch die Partner, die uns genau das geben könnten, ziehen wir gar nicht in die engere Partnerwahl. Sie sprechen uns emotional nicht an.
Sie entflammen nicht das Bedürfnis vieler, sich Hals über Kopf verlieben zu können - es passiert genau das Gegenteil. Sie verlieben sich genau in den Menschen, der sie in der gleichen Art und Weise wieder enttäuschen wird, der vielleicht den männlichen Vorbildern der Kindheit entspricht oder ihren Gegensatz verkörpert (wenn es in der Vergangenheit kein "positives" männliches Vorbild gab).
So gesehen hatten unsere Großeltern einen "Vorteil". Nur ein geringer Teil von ihnen kennt "die Liebe auf den ersten Blick". Sich unbedingt - auf den ersten Blick - verlieben zu wollen, ist ein neuzeitliches Phänomen. Dazu gehört ebenso das Kriterium, dass es bei den ersten 2 bis 3 Treffen funken muss, ansonsten der potenzielle Partner nicht infrage kommt.
Gefühle sind wichtig, das bestreitet niemand. Doch genauso wichtig ist es zu prüfen, ob man auch zusammenpasst! Das Kriterium des Zusammenpassens kommt meist erst wesentlich später zum Vorschein - in den meisten Fällen zu spät. Denn dann ist man um eine weitere negative Erfahrung "reicher", dann reißen alte Verletzungen wieder auf, dann wird man wieder darin bestätigt, keinen geeigneten Partner finden zu können ...
Der heutige Mensch hat zunehmend Probleme mit sich selbst und folglich auch mit anderen einschließlich der Liebe. Er wagt kaum einen Blick in seine eigene Seele, um zu erkennen, woran er ist, was ihm persönlich wichtig ist. Daher leben immer mehr Menschen allein, denn sie haben die Geduld und Hoffnung verloren.
Nicht nur im Internet suchen Menschen nach Erlösung, nämlich nach Partnern, die sie wie aus einem Katalog auswählen können. Sie befinden sich auf einem Markt der Gefühle und können sich kaum entscheiden, weil die Auswahl einfach so groß und so bunt ist.
Unsere Freiheit heute ist größer geworden. Wo unsere Großeltern noch die Macken des anderen ertrugen, vielleicht aus gesellschaftlichen Gründen (z. B. Status), vielleicht auch, um das Versprechen ewiger Treue nicht brechen zu müssen, haben wir heute die Aufgabe unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Deshalb sind wir mehr den je darauf angewiesen, unsere Bedürfnisse zu kennen.
Es ist wichtig zu wissen, was einen selbst ausmacht - sowohl im Positiven als auch im Negativen - eine Voraussetzung dafür zu prüfen, ob der Partner der Zukunft die eigenen Bedürfnisse erfüllen kann. Nur dadurch wird eine Liebe mit Zukunft möglich - nur dadurch wird eine Liebe ehrlich und offen. Doch sie wird auch anstrengender - Liebe bedeutet Arbeit - Arbeit an sich selbst.
Jede Liebe folgt einer Ordnung und Regeln. Diese Regeln sind individuell sehr verschieden. Deshalb hilft es Keinem, sich an Regeln anderer Beziehungen zu orientieren. Jeder ist dazu verpflichtet, seine eigenen Regeln kennenzulernen.
Es gilt drei Bereiche ganz genau unter die Lupe zu nehmen:
Wer sich selbst erkennen will, braucht Orientierung, zumindest eine grobe. Wer sich auf den Weg machen will, sollte nicht nur wissen, wo er hinwill, sondern auch, wo er losgeht und was er mit sich herumträgt. Folgende Fragen, die bestimmten Bereichen zugeordnet wurden, sollen Ihnen helfen, herauszufinden, was Ihnen besonders wichtig ist bzw. worauf Sie weniger Wert legen.
Vermeiden Sie es, sich selbst dabei zu bewerten. Es ist nicht schlecht, wenn Sie z.B. Wert auf eine große persönliche Freiheit legen und weniger auf Sicherheit. Wer sich selbst annimmt, wird erst die Möglichkeit schaffen, seine Wahl auf dem Partnerschaftsmarkt entsprechend einzugrenzen und später gemeinsam abzuchecken, ob die eigenen Vorlieben zusammenpassen.
Vielleicht finden Sie dann jemanden, in den Sie sich erst beim dritten Blick verlieben, dem aber eine persönliche Freiheit ebenso wichtig ist. Daraus kann sich eine stabile und schöne Beziehung entwickeln, auch wenn es sich um eine Fernbeziehung handeln sollte (die in Untersuchungen guter Beziehungen eher schlecht wegkommt, aber nur deshalb, weil sie schlecht zu den Bedürfnissen beider Beziehungspartner passt).
Es werden im Folgenden 6 Bereiche genannt, die Sie sich vornehmen können, um zu prüfen, was Ihnen besonders wichtig ist. Dabei sind die Bereiche sowohl für Männer als auch für Frauen relevant, obwohl einige Beschreibungen vielleicht eher auf ein Geschlecht zu passen scheinen. Doch in der heutigen Zeit gibt es auch Frauen, die freiheitsliebend sind oder Männer, die sich nach viel emotionaler Wärme sehnen.
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