Seite 5: Perspektiven der Erkenntnis

Ergebnis: Angelika Willig liegt falsch!

Aus dem in dem vorliegenden Aufsatz erläuterten Argumentationsrahmen sollte deutlich werden können, daß die eingangs angeführte pessimistische Sicht Angelika Willigs (1) nur solange Allgemeingültigkeit für sich beanspruchen kann, solang ein großer Teil der Bevölkerung und der »aufgewachter« Denkenden einen der wesentlichsten Erkenntnisbereiche unserer modernen Zeit in größerem Umfang der Nichtbeachtung anheimfallen lassen.

Von jedem heutigen Zeitgenossen kann es anhand der naturwissenschaftlichen Sachbücher einer durchschnittlich bestückten Buchhandlung oder in Gesprächen mit Physikern, bzw. Physikstudenten überprüft werden: Wer sich mit der modernen Physik redlich und mit einem recht ernsthaft-persönlichen Anliegen auseinandersetzt, ist förmlich mehr oder weniger dazu gezwungen, sich (endlich wieder) auf ein »Höheres« einzulassen.

Zumindest jedoch eigenen sich die modernen Naturwissenschaften keinesfalls mehr als Grundlage für einen »Abschied von rechts« insofern damit gemeint ist ein Abschied von allem »Höheren«, etwa von »Gott, Vaterland oder zukünftiger Gesellschaft«. Um so früher dieser Sachverhalt von um so mehr Menschen eingesehen wird um so besser wird dies für unser Volk sein.


Schrifttum:
Diese Abhandlung ist die Zusammenfassung eines Seminars, das auf einer Akademie der bündischen Jugend gehalten wurde. Es wird deshalb nur z. T. sehr pauschal eine einführende Auswahl von Literaturbelegen gegeben. (Detaillierteres findet sich unter: 10)

  1. Willig, Angelika: Abschied von Rechts. (Forum-Artikel) In: Junge Freiheit, 16. Oktober 1998, S. 16
  2. Sokal, Alan: Experimente eines Physikers mit den Kulturwissenschaften. (Einleitung des Übersetzers: Niemann, Hans-Joachim: Die verleugnete Wirklichkeit. Ein Bericht über die Sokal-Affäre.) Weltnetz-Beitrag auf: www.sicetnon.cogito.de (Erlangen 1997)
  3. Weinberg, Steven: Sokals Experiment. In: Merkur, Jan. 1997, S. 30 - 40
  4. Sokal, Alan; Bricmont, Jean: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen. Verlag C.H. Beck, München 1999
  5. Ulmschneider, Peter: Ewige Wahrheiten? - Harte unumstößliche Gesetze. Zwei Leserbriefe aus New Scientist und Spektrum der Wissenschaft. Übersetzt, bzw. wiederabgedruckt in: Mensch und Maß, Folge 10, 23.5.2000, S. 478 - 480
  6. Hartmann, Max: Die philosophischen Grundlagen der Naturwissenschaften. Erkenntnistheorie und Methodologie. Gustav Fischer Verlag, (2. Aufl.) Stuttgart 1959
  7. Fritzsch, Harald: Vom Urknall zum Zerfall. Die Welt zwischen Anfang und Ende. Piper-Verlag, (4. Aufl.) München 1987
  8. Lorenz, Konrad: Der Abbau des Menschlichen. Piper-Verlag, München 1983
  9. Hawking, Stephen: »Wir alle wollen wissen, woher wir kommen.« Spiegel-Gespräch mit dem Astrophysiker Stephen Hawking über Gott und das Weltall. In: Der Spiegel (Titel) Nr. 42/1988, S. 246 - 270
  10. Leupold, Hermin: Philosophische Erkenntnisse in ihrer Beziehung zur Naturwissenschaft. Aufsätze zur geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnistheorie, zur Evolution des Weltalls und des Bewußtseins. Herausgeber: Die Deutsche Volkshochschule e. V., 23845 Bühnsdorf 2001
  11. Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen in Alltag und Denken. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994
  12. Ludendorff, Mathilde: Des Menschen Seele. Ludendorffs Verlag, München 1941 (Erstauflage 1923)
  13. Lorenz, Konrad: Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte des menschlichen Erkennens. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1977
  14. Davies, Paul: Die Urkraft. Auf der Suche nach einer einheitlichen Theorie der Natur. dtv-Sachbuch, München 1990
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