Seite 3: Zoroaster: Urvater der Religion des Umbruchs

Menschentypen bei Zoroaster

Zoroaster und die Menschentypen Dieser Ausschnitt stammt aus der Awesta; die Parallelen zu gnostischen Vorstellungen sind offensichtlich.

,,(Betreffend den Typ) des sterblichen Menschen: Seine Seele, sein Verstand und sein Körper sind tot. Aber der zweite Mensch(entyp) ist die unsterbliche Seele in denen, die tot sind, indem sie sich über sich selbst sorgen; dann sucht sie die Dinge, die nützlich sind gemäß eines jeden von ihnen, und sie erfährt körperliches Leiden.

Nun aber (über) den Menschen(typ) in der Nachbarschaft: Wenn er aber die Wahrheit in sich selbst entdeckt, ist er fern von den Taten der anderen, die schlecht existieren (und) straucheln. (Über) den Menschen(typ), der bereut: Wenn er die toten Dinge hinter sich läßt und Verlangen hat nach den Dingen, die existieren: der unsterbliche Verstand und die unsterbliche Seele, indem er sich beeilt und zuerst eine Untersuchung über ihn anstellt, nicht über die Praxis, sondern über die Taten.

Der Mensch aber, der gerettet werden wird, ist jener, der sich selbst sucht und seinen Verstand und jeden von ihnen findet."

Faravahar - ein Symbol des Geistes

Faravahar ist ein Symbol des Geistes, der als Teil eines göttlichen oder Weltgeistes von Anfang an existierte und auch nach dem körperlichen Tod weiter existiert. Kampf, wie er im Bildnis des Faravahar ausgedrückt wird, spielt sich ständig im Geist der Menschen ab und ermöglicht deren Entwicklung. Diese Spannung, die in der Möglichkeit zum Guten oder Schlechten liegt, ermöglicht, dass der Mensch sein Ziel geistiger Entwicklung erreicht.

Das Gesicht von Faravahar ist das Menschliche am Geistigen: die durch Lernen und Erfahrung geformte individuelle Psyche. Die Flügel haben drei Hauptfedern und stehen für die Grundsätze ,,gut zu denken, ,,gut zu reden" und ,,gut zu handeln". Der untere Teil des Faravahar besteht auch aus drei Teilen, den Untugenden ,,schlecht zu denken", ,,schlecht zu reden" und ,,schlecht zu handeln".

Auf beiden Seiten sind Schleifen, die ,,sepanta meynu" die gute Kraft und ,,ankara maynu" die böse Kraft. Die gute Kraft deutet in Richtung Gesicht und die böse Kraft in Richtung Rücken. Der Rumpf wird von einem Kreis umgeben, dem Zeichen dafür, dass unser Geist unvergänglich und damit ohne Anfang und Ende ist. Eine Hand zeigt nach oben zum Himmel. In der anderen Hand ist ein Ring; der wird u. a. als Ring des Bündnisses, der Treue gedeutet.

Schöpfungsmythos Zoroasters: Die vier Weltaltern

Im ersten Weltalter schafft Ahura Mazda die Engel, die guten Geister und die Seelen der Menschen. Die Welt ist eine jenseitige, geistige Welt.

Im zweiten Weltalter wird die materielle Welt geschaffen und durch die Seelen belebt. Der erste Mensch heißt Gayomart, der über die Schöpfung herrscht. Die Schöpfung befindet sich in einem vollendeten, sündenlosen Zustand.

Im dritten Weltalter dringt der böse Geist in die Welt ein. Er tötet den ersten Menschen und den ersten Stier. Ahriman erschafft die Dämonen und die schädlichen Tiere, den Winter, die Dunkelheit, das Verbrechen und alle negativen Dinge, die den Menschen heimsuchen.

Im vierten Weltalter sendet der gute Geist der Menschheit Zoroaster, dessen Seele schon zu Beginn des zweiten Weltalters geschaffen worden ist, aber bis zur Geburt Zoroasters in der nichtmateriellen Welt gelebt hat. Zoroaster kann eine gewisse Besserung der Welt erreichen - aber je mehr Zeit nach seinem Auftreten vergeht, umso schlechter wird der Zustand der Welt.

Es folgen auf Zoroaster noch elf Propheten im Abstand von jeweils tausend Jahren. Der zwölfte und ultimative dieser Heilsbringer ist der Saoshyant ("der Helfer"), ein großer Heiland und König. Er ist von einer Jungfrau geboren und sein Zeichen wird ein leuchtender Stern am Himmel sein. Er wird die Auferstehung der Toten herbeiführen und in einen Endkampf mit dem Bösen eintreten. Ahura siegt, es folgt eine Ewigkeit im Paradies ...

Quellen, Literaturhinweise:

"Lügenprophet oder Kulturheros?" Zarathustra im Spiegel muslimischer Autoren
http://www.segel.net
http://www.teiresias.de
http://www.inet-p.de/zarathustra.htm
http://www.mde-net.de/

08.09.2017 © seit 03.2004 Heiko Diadesopulus  
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