9 goldene Regeln für die vollkommene Meditation

Falls Sie regelmäßig meditieren, wird es Sie sicherlich interessieren, welche Einflüsse sich positiv oder negativ auf Ihre Meditation auswirken.

Anleitung goldene Regeln MeditationDazu gibt es bei vielen verschiedenen Meditationsrichtungen bestimmte Empfehlungen, die den Erfolg und Intensität der Meditation verbessern helfen.

Letztlich finden wir in der Meditation immer uns selbst. Wir erleben, wie die Phänomene in der Meditation ein Spiegel unseres Lebens, unserer Gewohnheiten, Werte, Schwächen, Gefühle etc. sind.

Im Folgenden geht es um einige "Goldene Regeln", die mir beim Erlernen und Vertiefen der Meditation gute Dienste erwiesen haben. Betrachten Sie sie als Anregungen, um über Ihr eigenes Leben und Verhalten zu reflektieren, d. h. zu überdenken, wie Sie Ihr Leben positiv verändern können.

Goldene Regeln zum Vertiefen der Meditation

1. Eigene Gewohnheiten reflektieren

Hermes Trismegistos formulierte einmal die Idee "Wie Innen - so Außen". Das ist eine Reflexionsmethode, mit deren Hilfe man Äußeres als Spiegel des eigenen Innern betrachtet und überdenkt. Die meisten Menschen haben eher die Einstellung, dass ihr Äußeres, ihre Wohnung oder ihr Verhalten nichts oder wenig mit ihrem Inneren, ihrer Persönlichkeit (Geist / Denken) zu tun hat.

Bei dieser Reflexionsmethode geht man davon aus, dass alles Äußere eine Abbildung unseres inneren Zustandes ist. So wird eine unordentliche Wohnung ein Spiegel für das Chaos in unserem Kopf - oder ein ungepflegtes Erscheinungbild unseres Körpers ein Spiegelbild für unser Selbstwertgefühl.

Regeln vollkommene MeditationBringen wir mit dieser Einstellung beispielsweise das Chaos in unserer Wohnung wieder in Ordnung, sorgen wir damit für einen klaren Geist, da uns die Unordnung nicht ablenkt. Wenn wir den Abwasch erledigen, „reinigen“ wir uns auch innerlich, z. B. von störenden Gedanken. Wenn wir unseren Körper pflegen und uns "schön machen", zeigen wir uns selbst, wie wertvoll wir sind.

Experimentieren Sie mit dieser Einstellung einige Monate und betrachten Sie alles Äußere - so klein und selbstverständlich es auch sein mag - als Ausdruck Ihres Inneren. So lassen sich viele gute Anregungen zu positiven Verhaltensänderungen entdecken.

2. Lernen Sie die Sinne zu beherrschen

Da wir Menschen immer mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, ist es ratsam sie auch für die Meditation zu schulen. Wer immer nur den auditiven Sinn schult - beispielsweise nur das Mantram rezitiert - wird sich leichter von anderen Sinnen ablenken lassen, als jemand, der alle Sinne kontrollieren kann.

Hier einige Beispiele, wie sich durch die Meditation auch andere Sinne schulen lassen:

  • Atemmeditationen schulen die Kinästhetik
  • Mantrammeditationen schulen uns auditiv
  • Imaginationen schulen uns visuell
  • "Geruchsmeditationen" (z. B. mit verschiedenen Räucherungen) schulen uns olfaktorisch.

... um nur einige Beispiele zu nennen.

Wir lernen dabei nicht nur unsere Sinne besser kennen und beherrschen, sondern verfeinern sie auch. Auch Phänomene in der Meditation können mit der Zeit intensiver - d. h. mit immer mehr Sinnen wahrgenommen werden.

3. Stärken Sie Ihren Willen

Träge Menschen haben oft das Problem, in der Meditation müde zu werden, zu stark abzusinken oder kein richtiges Interesse für das Mantram aufzubringen. Dann kann es ratsam sein, den eigenen Willen zu schulen.

Man kann sich Herausforderungen überlegen, beispielsweise das Asana (Meditationszeiten) zu verlängern, sich eine Tasse oder Unterteller mit Wasser auf den Kopf zu stellen (für Menschen, die nicht still sitzen) oder mit einer Perlenschnur Unterbrechungen zu zählen.

Mir hat es beispielsweise geholfen, bei jeder Unterbrechung der Konzentration einmal aufzustehen und mich anschließend wieder hinzusetzen und von vorne anzufangen - so lange, bis ich mich die ersten 30 Minuten ohne Unterbrechung konzentrieren konnte.

4. Lernen locker zu lassen, sich zu entspannen

Entspannung goldene Regeln vollkomenne MeditationViele gestresste, nervöse oder cholerische Menschen haben das Problem ständig angespannt zu sein. Diese Anspannung wirkt sich nicht nur auf den Geist, sondern durch Muskelverspannungen, auch auf den Körper aus.

Selbst wenn die Ursache aktuell nicht vorhanden ist, können sie nicht wirklich locker lassen und psychisch und körperlich relaxen. Hier empfiehlt es sich mit Entspannungstechniken für den Körper (z. B. Yoga, Tai-Chi, Streching, Qi Gong etc.) zu beginnen, denn erst wenn man die Verspannungen des Körpers löst, fällt es auch leichter "geistig" loszulassen.

Aber es gibt auch "geistige" Entspannungsübungen - wie Autogenes Training, Progressive Relaxation, Entspannungsmeditationen etc., die helfen, eine innere Anspannnung zu lösen und Körper und Geist zu harmonisieren.

5. Motivation und Erfolg

Jeder, der regelmäßig eine Tätigkeit durchführen will, wird irgendwann eine Durststrecke erleben. Dann ist es gut, die eigene Motivation (oder die eigenen Ziele) zu kennen und den eigenen Fortschritt (Erfolge) zu würdigen. Fragen Sie sich, was Ihnen die Meditation gibt. Welche Qualität bringt sie in Ihr Leben, die Sie vermissen würden? Welche Fortschritte machen Sie auf Ihrem Weg? Wie können Sie diese Fortschritte erkennen?

Wer sich die positiven Wirkungen bewusst macht, wird die Meditation als wichtiges Werkzeug erleben, um ruhig, gelassen und zentriert zu sein - sich bewusst an einer besseren Lebensqualität zu erfreuen.

6. Gleichmut erlernen

goldene Regeln Meditation vollkommen GleichmutWer aus jeder Mücke einen Elefanten macht, wird keine Ruhe finden. Gleichmut ist die Fähigkeit, sich vom Geschehen zu distanzieren, ruhig und gelassen auch auf stressbeladene Situationen zu reagieren. Dabei muss man lernen, die eigenen Gefühle zu lenken. Es ist kein Naturgesetz, dass man notwendig genervt oder gestresst reagieren muss, wenn viel Arbeit ansteht.

Sie können genauso gut lächeln, die Herausforderung genießen, einen Witz machen. Das wird sich beschleunigender auf das zu Erledigende auswirken, als wenn Sie sich fertig machen.

Die Aufforderung zum Gleichmut, soll Ihnen lediglich vor Augen führen, dass Sie immer - in jeder Situation - die Wahl haben, ob Sie Ihr Leben annehmen und genießen oder sich darüber aufregen.

7. Verfeinern Sie Ihre ästhetischen Sinne

Ein Zitat aus einer alten Schrift:

"Weisheit sagt, sei stark, dann kannst du mehr Freude ertragen. Sei nicht tierisch, verfeinere dein Entzücken. Wenn du trinkst, trinke nach den 98 Regeln der Kunst, wenn du liebst, übertrifft durch Zartheit und wenn du etwas Freudiges tust, laß Feinheit darin sein."

In diesem Vers wird die Idee der ästhetischen Selbstgestaltung positiv ausgedrückt. Jeder, der seine Sinne in einem bestimmten Bereich verfeinert, kennt die negativen Wirkungen des Banalen, Unbewussten, Lieblosen, Empfindungslosen oder Bösen. Destruktive und völlig unbewusste Verhaltensweisen stören nicht nur andere Menschen, sondern verrohen und verstümmeln auch unser eigenes Selbst.

Wenn Sie etwas Bestimmtes tun wollen oder bevorzugen, lernen Sie mehr Differenzen kennen bzw. wenden sie an. Lernen Sie ästhetisch zu kochen und nicht nur zu essen, um satt zu werden. Lernen Sie Musik zu verstehen, indem Sie selbst ein Instrument spielen. Geben Sie anderen Menschen nicht nur "Anweisungen", sondern teilen Sie sich höflich, freundlich und humorvoll mit.

8. Liebevoller Umgang mit anderen Menschen

Menschen sind soziale Wesen, d. h. unser Umgang mit anderen hat einen großen Einfluss darauf, wie wir uns entwickeln. Dabei können wir zwar die Menschen um uns herum nicht ändern, aber wir können uns selbst ändern - "liebenswert" sein.

Drei Kernpunkte drücken sehr gut aus, was man unter einem liebevollen Verhalten anderen gegenüber verstehen kann:

  • Miteinander reden - statt gegeneinander oder übereinander
  • Aufeinander hören - statt weghören oder ignorieren
  • Füreinander handeln - statt gegeneinander

Wer versucht nach diesen Prinzipien zu handeln, gestaltet nicht nur seinen eigenen Charakter. Letztlich ziehen wir damit auch andere Menschen an, die ähnliche Ideale schätzen und umsetzen wollen. Wenn wir demgemäß handeln, erschaffen wir uns ein soziales Umfeld, welches uns wirklich akzeptieren und fördern kann.

9. Meditation als Gewohnheit

goldene Regeln vollkommene tiefe MeditationRegelmäßig zu meditieren, ist vielleicht die wichtigste Grundregel, um mehr über Meditation zu lernen - sie zu vertiefen und zu vervollkommnen. Wer regelmäßig meditiert, wird seine Psyche stabilisieren und besser mit sich, anderen Menschen oder ungewöhnlichen Situationen umgehen lernen, vorausgesetzt, er lebt in einer interaktiven sozialen Umgebung und nicht von ihr abgeschottet.

Fortschritte in der Meditation stellen sich langsam ein, wenn man regelmäßig meditiert.

Meditation formt unsere Psyche wie ein geduldiger Gärtner, der eine Eiche von klein auf großzieht und pflegt. Anfangs sind die Fortschritte noch "schwächlich" und "fragil", aber mit zunehmender Erfahrung trotzt die ausgewachsene Eiche am Ende dem stärksten Sturm.

Damit komme ich zum Ende und hoffen, dass Sie einige Anregungen der goldenen Regeln auf Ihr eigenes Leben übertragen können.

Falls Sie das Thema Meditation noch weiter interessiert, finden Sie auf Philognosie noch weitere Artikel:

Viel Spaß und Erfolg beim Meditieren!

20.11.2015 © Tony Kühn  
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