Vorurteile über Schönheit: 10 häufig genannte Beauty-Irrtümer

Teaser: Wer kennt nicht die kleinen Lebensweisheiten, die man in der Familie oder im Bekanntenkreis zu hören bekommt. Doch viele dieser "guten Ratschläge" stammen aus einer Zeit, die völlig andere Voraussetzungen hatte. Lesen Sie hier die 10 gängigsten Irrtümer, die sich hartnäckig im Bereich der Schönheitspflege halten.

Schaumbad VorurteileIn unserer Jugend hörten wir kleine Weisheiten aus unserem Bekanntenkreis oder Familie, worauf wir beim Kauf von Beauty-Produkten oder deren Anwendung achten sollen. Solche Vorurteile, die oft noch von unseren Eltern oder Großeltern stammen, halten sich hartnäckig.

Es wurden Erfahrungswerte weitergegeben, die vor einigen Jahrzehnten noch gültig waren. Falsch werden sie irgendwann deshalb, weil sich Produkte und deren Anwendung im Laufe der Zeit völlig verändern, viele Verbesserungen vorgenommen und neue Erkenntnisse gewonnen wurden.

Eines dieser weit verbreiteten Vorurteile ist beispielsweise, dass man beim Besuch eines Fitnessstudios abnimmt. Es ist zwar richtig, dass der Körper beim Training Kalorien verbrennt, aber daraus folgt gewöhnlich keine Gewichtsabnahme, sondern ein Muskelzuwachs.

Daher nimmt man im "best case" nicht ab, sondern verwandelt "Fettmasse" in "Muskelmasse", was unter dem Strich ein gleiches oder ähnliches Gewicht bedeuten kann.

Derartige Vorurteile gibt es zuhauf auch in der Schönheitspflege. Daher habe ich die 10 gängigsten Vorurteile und Irrtümer heraus gesucht, damit Sie selbst prüfen können, ob Sie mit Ihrem Wissen "up-to-date" sind.

1) Seife muss schäumen, damit sie reinigt

Was bei Omas Kernseife noch zutreffend war, hat mit heutigen Seifenprodukten nur noch wenig gemein. Die Schaummenge einer modernen Seife hat mit dem Reinigungseffekt nichts zu tun. Stark schäumende Seife trocknet lediglich die Haut mehr aus, denn die schäumenden Tenside entziehen der Haut nur ihr Fett, was sie empfindlicher und reizbarer macht.

2) Parfümierte Haut darf nicht in die Sonne

Die Zeiten sind längst überholt, in denen diese Regel für Parfüms galt. Die Kosmetikindustrie bietet schon lange sogenannte "Sunproof-Artikel" an. Wie der Name sagt, können derartige Kosmetika auch bei Sonnenschein ohne negative Folgen verwendet werden. Im Gegensatz zu früher wird dem Duft auch kein (oder nur mehr sehr wenig) Alkohol beigegeben, da Alkohol beim Verdunsten, der Haut Flüssigkeit entzieht. Damit sind auch die Zeiten, in denen man nach dem Parfümieren mit trockener Haut zu rechnen hatte, längst passe.

3) Wer lange badet, bekommt trockene Haut

Die Haut trocknet nicht wirklich aus, wenn man sich ein längeres Wannenbad gönnt. Entscheidend ist hier nicht die Badedauer, sondern die Zusätze, die man dem Badewasser bei gibt. Denn viele Schaumbäder oder Badezusätze enthalten heutzutage bestimmte Öle, die rückfettend auf die Haut wirken sollen, d.h. sie regenerieren den Fettfilm schon beim Baden.

4) Rasierte Beinhaare wachsen schneller nach

Das Wachstumstempo und die Menge der Haare verändert sich nicht durch das Entfernen der Behaarung. Auf der frisch rasierten Haut sind die Haaransätze nur deutlicher zu erkennen, was den subjektiven Eindruck erweckt, dass die Haare schneller wachsen. Dieser Eindruck wird oft dadurch verstärkt, dass die nachwachsenden Haare dicker sind als die entfernten.

5) Weißmacher zerstören die Zähne

In normalen Zahncremes mit aufhellendem Effekt ist das Weißpigment Titandioxid enthalten. Es stellt für den täglichen Gebrauch kein Problem dar.

Vorsicht: In speziellen Raucher-Zahncremes ist manchmal ein grobes "Schleifpulver" enthalten. Für derartige Zahncremes kann dieser Hinweis zutreffen, aber eher aus dem mechanischen Grund die Zähne durch das Schleifpulver zu belasten und nicht wegen irgendeinem Weißmacher! Hier wird empfohlen solche Zahncremes nicht täglich anzuwenden.

6) Orangenhaut haben nur dicke Frauen

Nicht die Figur oder das Gewicht sind für die unschönen Dellen in der Haut verantwortlich, sondern das Bindegewebe. Ein schwaches Bindegewebe ist erblich und daher kaum zu beeinflussen.

7) Man kann die Haut nicht genug pflegen

Besonders Frauen, die sich zuviel pflegen, mehrmals täglich duschen, mehrmals fetthaltige Gesichtscreme auftragen, sind gefährdet, Hautprobleme zu bekommen. Diese porentiefe Reinheit sorgt für eine stärkere Anfälligkeit der Haut für Rötungen, Hautpilze und Schüppchen.

Es kann also nicht darum gehen möglichst viel für die Haut zu tun, sondern sich möglichst intelligent zu pflegen. Das fängt bei der Berücksichtigung des Hauttyps an, geht über die Auswahl der passenden Produkte und endet bei deren richtigen Einsatz.

8) Kosmetikprodukte sind kein Gesundheitsrisiko

Jedes fünfte Produkt enthält krebserregende Nitrosamine, insbesondere Wimperntusche und Lidstrichstifte. Viele Versprechungen der Kosmetikindustrie, wie etwa Faltenglättung und das Entfernen von Orangenhaut, können ohnehin nicht gehalten werden. Hier kann man nur raten, sich Informationen über Risiken und Nebenwirkungen eines bestimmten Produkts zu beschaffen.

Sicher mag es viele Produkte geben, die nahezu ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden können, aber verallgemeinern kann man diese Aussage nicht.

9) Deos verhindern den eigenen Körpergeruch

Schweiß selbst riecht nicht. Der Geruch entsteht durch Bakterien auf der Haut. Diese kann man durch Duschen bzw. Baden bekämpfen. Das in Deodorants enthaltene Parfüm überdeckt den Geruch lediglich für einen bestimmten Zeitraum.

10) Pickel im Gesicht, schnell weg drücken

Das voreilige Ausdrücken von Pickeln sorgt oft dafür, dass die Hautunreinheit tiefer in das Gewebe eindringt und sich so entzünden kann. Außerdem wird beim Ausdrücken eines Pickels auch das nebenan liegende Gewebe verletzt, was zu hässlichen Rötungen oder Entzündungen führen kann.

Wenn überhaupt, sollte man nur "reife Pickel" ausdrücken - am besten mit einer speziellen feinen Kosmetiknadel - und dabei darauf achten, dass das Gewebe möglichst wenig strapaziert wird. Denn bei besonders grober Behandlung der Haut, können im worst case sogar kleine Narben zurück bleiben.

Haben Sie ein kleines Vorurteil in dieser Sammlung wiedererkannt? Wenn ja, dann fühlen Sie sich vielleicht dazu angeregt, sich beim nächsten Kauf von Pflegeprodukten oder deren Anwendungen besser zu informieren.

Viel Erfolg bei Ihrer Schönheitspflege!

12.05.2015 © seit 01.2008 Gerda Börne
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