Ursachen von Wasser- und Feuchtigkeitsschäden - Tipps zur Behebung

Als Wasserschäden bezeichnet man Schäden an und in Gebäuden, die infolge von Wassernotständen entstehen. Diese Folgen der Überwässerung treten beispielsweise bei Überschwemmungen wie dem Elbe-Hochstand, diversen Wasserrohrbrüchen, defekten Armaturen oder auch (schweren) Sachbeschädigungen auf. Wasserschäden sind aber auch durchaus bekannt als Schäden durch Löscheinsätze der Feuerwehr.

Die Folgen sind mitunter fatal: Nicht nur, dass oftmals die Bausubstanz mittel- und unmittelbar betroffen ist und enorm geschädigt wird, auch die Gesundheit von Mensch und (Haus-)Tier ist nach einem umfassenden Wasserschaden in Gefahr.

Denn Wasser macht vor nichts Halt, man denke da an Sprichwörter wie „steter Tropfen höhlt den Stein“ – das bedeutet, dass Gebäude nicht nur beschädigt, sondern bis zum Nachlassen der Statik gänzlich zerstört werden können. Lediglich durch sofortiges Handeln und schnell herbeigeführte Trocknungsmaßnahmen werden die Folgeschäden effektiv vermieden oder immerhin weitestgehend eingeschränkt.

Die Ursachen von Wasser- und Feuchtigkeitsschäden

Wasserschaden Feuchtigkeitsschaden Tipps Ursachen Es gibt Momente, da stellt man sich die großen Fragen des Lebens: Warum tropft Wasser in einem geschlossenen Raum von der Decke? Wieso sind Feuchteerscheinungen an der Tapete? Wie konnte der Schimmel an dieser einen Wand entstehen? Sei es nun ein Innen- oder Außenschaden durch Wassereinwirkung, in beiden Fällen treten Verunreinigungen und Beschädigungen beispielsweise einer Wand auf, wenn entweder eine Leitung durch mangelhafte Wartung durchlässig geworden ist, oder zu viel Flüssigkeit von außen zugeführt wurde, etwa durch einen Einsatz der öffentlichen Brandbekämpfung mit Wassereinsatz.

Ebenfalls möglich ist jedoch auch ein Nässeeintritt durch Schlagregen oder generell Witterungsverhältnisse, die einen erhöhten Verschleiß der Außenwände bedingen; Überschwemmungen können grundsätzlich zu Feuchtigkeit des Kellers, Souterrains oder Erdgeschosses führen.

Von innen kann es neben den oben genannten Beispielen durch Dampfdiffusion schlecht geplanter Bäder oder Küchen zu Wasserschäden kommen. Möglich ist aber auch eine allgemein hohe Kondensationsrate aufgrund von Temperaturunterschieden in Kombination mit nicht ausreichender Belüftung oder eine generelle Neubaufeuchte durch fehlerbehaftete Dacheindeckungen oder Moosbildung.

Außerdem sollte auch der „handelsübliche“ Leitungsschaden durch Erosion nicht außer Acht gelassen werden. Doch auch ein aufsteigender Grundwasserstand von außen kann Feuchtigkeit und Nässe in Gebäude eindringen lassen.

Gegenmaßnahmen bei Feuchtigkeits- und Wasserschäden

Feuchtigkeitsschaden Wasserschaden Prevention behebenDie Elektrik muss unverzüglich abgestellt werden, denn Wasser ist ein hervorragender Leiter! Auch eine Notstromversorgung kann zu einem tödlichen Zwischenfall führen!
Wichtig ist danach in jedem Fall die Ermittlung der Ursache, um diese schnell und effektiv beheben zu können.

Beispielsweise sollten bei einem Leitungswasserschaden alle Hauptwasserventile nicht nur abgedreht, sondern auch abgesperrt werden, damit der Wasserfluss während der Reparaturmaßnahmen nicht von einem Dritten versehentlich wieder in Gang gesetzt wird.

Ein Anlagenmechaniker für Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik ist immer empfehlenswert, wenn es um die erfolgreiche Beseitigung von Wasser- und Feuchtigkeitsschäden geht. Mittels Druck- und/oder Sichtprobe ermittelt er gezielt den Herkunftsort der Schädigung und geht fachmännisch dagegen an.

Eine großflächige Zerstörung des Fliesenspiegels durch mechanische Ermittlung ist bei Zuhilfenahme dieses Technikers eher unwahrscheinlich. Generell sollte von dieser Methode Abstand genommen werden, da die meisten Versicherer diese Folgeschäden nur in begrenztem Maße anerkennen und finanziell ausgleichen.

In der Folge geht es meist um Schadensbegrenzung: Wasserhochstände sollten abgepumpt und in zweckmäßigen Behältern zwischengelagert werden, eventuelles Restwasser kann durch Wegwischen oder Absaugen beseitigt werden. In Mitleidenschaft gezogene Möbel und Kabelkanäle müssen entfernt und erneuert oder zumindest längere Zeit einem heißen Luftstrom zugeführt werden, um eine vollständige Trocknung herbeizuführen.

Luft- und Raumentfeuchter sollten am besten in allen Räumen des betroffenen Areals aufgestellt und ständig beobachtet werden, um weiteren Schäden bereits frühzeitig vorbeugen zu können. Beachtet werden muss auch unbedingt, ob Nässe ebenfalls in den Unterestrichbereich der Wand eingedrungen ist, da jene in diesem Fall nur mit einem speziellen Druckaggregat herausgepresst werden kann.

Die Beauftragung eines Gutachters zur Beurteilung des Ausmaßes der Schädigung ist in jedem Falle empfehlenswert, da einige Folgen eines Wasserschadens (etwa Schimmelbefall, Versalzung im Mauerwerk oder der Echte Hausschwamm) erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren auftreten können und Versicherungen eine Kausalität zum Versicherungsfall meist nicht mehr anerkennen.

Es treten zumeist beträchtliche Folgen der Beseitigung auf. Typische Beschwerden infolge Schimmelbefalls sind nicht nur erhöhte Infektanfälligkeit, gerötete Augen und Fieber, auch treten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Atemnot und Bronchitis, Husten, Fieber und diverse Erschöpfungszustände gehäuft auf. Natürlich können sich alle Symptome manifestieren und damit chronisch werden, sollte keine Ursachenbeseitigung erfolgen.

Prävention gegen Wasserschäden

An erster Stelle der Prävention steht selbstverständlich eine konsequente und ausreichende Belüftung, die regelmäßig in kurzen Abständen erfolgen sollte. Auch gehört eine ausreichende Beheizung aller Räume eines Gebäudes zu den wirksamen Vorsorgemaßnahmen. Das Ventil sollte immer leicht aufgedreht sein, damit Wasserschäden am Boden, dem Verlauf der Heizungsrohre und der Decke des darunterliegenden Raumes vermieden werden.

Durch Abschluss von Absicherungen wie einer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung (letztere entfällt bei einem Mietverhältnis) kann bereits vorher eine Schadensbegrenzung in Angriff genommen werden.

Ebenso muss bereits beim Bau eines Gebäudes beachtet werden, dass die einzusetzende Ringdrainage anfallendes Sickerwasser problemlos ableiten kann. Nach den Baumaßnahmen sollte die Drainage regelmäßig auf eventuelle Verstopfungen kontrolliert werden.

Starke Nässeerscheinungen im unteren Drittel des Mauerwerks sollten Hausbesitzer als Warnsignal werten und die Ursache baldigst ergründen. Aber auch einfache Vorkehrungen, wie das jährliche Abdrehen des Wasserzulaufs von Gartenversorgungsleitungen vor dem Winter, sind äußerst effektiv.

Wichtig ist es auch, auf eine intakte und zuverlässige Rückstausicherung zu achten, da es ansonsten nicht nur bei außergewöhnlich starkem Niederschlag zum Rücklauf von Abwasser innerhalb eines Gebäudes kommen kann. Sind Sanitäreinrichtungen wie Waschmaschine, Toilette und Waschbecken oder eine Dusche beispielsweise Keller unterhalb der Rückstauebene installiert, kann eine taugliche Sicherung so manchen bösen Zwischenfall verhindern.

Meist gilt die Straßenoberkante der Erschließungsstraße als Rückstauebene, jedoch sind Abweichungen hiervon möglich, die bei der zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung erfragt werden können.

Ist es jedoch schon zum Schadensfall gekommen, muss präventiv direkt nach Feststellung des Wasserschadens eine Desinfektion nicht nur der Dämmung, sondern auch aller betroffenen tiefer liegenden Schichten der beschädigten Wand erfolgen.

Empfehlenswert ist auch der (nachträgliche) Einbau beziehungsweise die Kontrolle bereits bestehender Horizontalsperren. Jene hindern Bodenfeuchtigkeit wirksam daran, kapillar im Mauerwerk aufzusteigen.

Es sind drei Verfahren üblich, mechanische und chemische Horizontalabdichtung und auch die elektrophysikalische Entfeuchtung, die mithilfe des Prinzips der Elektroosmose versucht, die Feuchtigkeitswirkung innerhalb eines Mauerwerks einzudämmen. Die Wirkung letzterer ist jedoch umstritten.

Am häufigsten werden die sogenannten Horizontalsperren in Form von Bitumenplanen oder dicken Folien verwendet, möglich sind aber auch Sperren aus Edelstahlblechen oder Kunststoffplatten.

Dieser Artikel wurde Ihnen von K+K-Ingenieurbau zur Verfügung gestellt: Dort finden Sie auch noch weitere Informationen zu diesem Thema.

27.02.2018 © seit 01.2013 Jens Saibel
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