Seite 2: Autofahren, Parken und Tanken in den USA (Florida)

Verkehrsregeln beim Autofahren in den USA

Hier werde ich nur einige Unterschiede erwähnen und nicht alles aufnehmen, denn vieles - wie z. B. die Anschnallpflicht, Rechtsfahren, Straßenschilder - ist den deutschen Verkehrsregeln so ähnlich, dass man dazu nichts sagen muss.

Autofahren USA Verkehrsregeln Ampel no turn on redEine Besonderheit beim Autofahren in den USA ist, dass man an roten Ampeln rechts abbiegen darf bzw. "muss" - sofern es der Verkehr erlaubt und wenn kein Schild "No Turn On Red" (siehe Abbildung rechts) vorhanden ist.

Biegt man dann bei "Rot" nicht ab, hupen die Hintermänner. Prüfen Sie also vor dem Rechtsabbiegen bei einer roten Ampel, ob dieses Schild vorhanden ist.

Auf Highways findet man oft eine zusätzliche, gelb gekennzeichnete Fahrbahn in der Mitte, die zum Wenden oder Abbiegen - jedoch nicht zum Fahren oder gar Überholen genutzt werden kann. Im nächsten Bild deutet der rote Pfeil auf diese Spur.

Autofahren USA Verkehrsregeln abbiegen gelber Mittelstreifen

Wenn Sie darauf wenden oder abbiegen wollen, achten Sie darauf gerade (und nicht schräg) auf diese Fahrbahn zu fahren, denn "quer" passt dort das Auto nicht hin. Ein herausstehendes Heck kann - gerade bei starkem Verkehr - eine echte Unfallgefahr sein. Es ist auch für andere ärgerlich, wenn sie wegen Ihnen nicht weiterfahren können.

Gehupt wird übrigens nicht nur bei Gefahr, sondern auch, wenn Leute unaufmerksam sind, z. B. eine grüne Ampel verschlafen. Hupen ist in den wenigsten Fällen "böse gemeint", es soll Sie oft nur auf etwas Bestimmtes aufmerksam machen.

Weiterhin gibt es "Stop all way"-Kreuzungen, d. h. Kreuzungen, wo vor jeder ankommenden Fahrbahn ein Stoppschild steht.

Hier gilt die Regel "wer zuerst ankommt, fährt zuerst". Man sollte also aufmerksam beobachten, in welcher Reihenfolge dort die Autos ans Stoppschild fahren.

Wenn Sie als Zweiter oder Dritter an die Kreuzung fahren, sollten Sie die beiden zuerst angekommenen Autos durchlassen, bevor Sie selbst losfahren. Stopp meint auch hier wirklich "Stopp" nicht ein langsames Heranrollen.

Diese Regelung funktioniert erstaunlich gut und wird sehr diszipliniert eingehalten. So könnte man sich auch in Deutschland manchen Kreisverkehr sparen.

Des Weiteren gibt es sogenannte "School Zones" - also Straßenabschnitte in der Nähe von Schulen, wo Schulbusse halten. Diese sind oft mit einem Blinklicht und einem strikten Speedlimit versehen, welches aber nur dann gilt, wenn gerade Schulbusse dort stehen bzw. Kinder aussteigen. Sind dort keine Kinder / Schulbusse, darf mit dem "normalen" - d. h. vorher ausgewiesenen Speedlimit weitergefahren bzw. überholt werden.

Autofahren USA Verkehrsregeln Schulbuss

In der obigen Abbildung sehen Sie, wie ein typisch amerikanischer Schulbus aussieht. Hält ein Schulbus - d. h. fährt das Stoppschild aus und schaltet den Warnblinker ein - dürfen Sie auf keinen Fall überholen. Selbst auf der Gegenfahrbahn müssen die Autos halten, um die Kinder über die Straße zu lassen. Wer sich nicht daran hält - und der Autofahrer ist hier immer "schuld" bei einem Unfall - muss mit hohen Strafen oder Gefängnis rechnen. Bei mehrspurigen Straßen - mit Mittelplanke - darf der Gegenverkehr jedoch vorsichtig weiterfahren.

Anders als in Deutschland darf man in USA auch auf der rechten Spur überholen. Das sollte man insbesondere beim Spurwechsel im Auge behalten: Überholt werden kann auf jeder Seite! Manchmal gibt es Ausnahmen, wenn das Schild "Slower Traffic Keep Right" (langsamer Verkehr rechts bleiben) ausgewiesen ist. Trucks (also Lastwagen) dürfen in der Regel genauso schnell fahren wie normale Autos.

Es gilt ein absolutes Alkoholverbot - wer etwas trinkt, darf nicht mehr fahren. Außerdem darf man Alkohol nicht im Fahrgastraum mitnehmen. Selbst wenn die Flaschen geschlossen sind, kann es Ärger geben. Alkohol sollten Sie daher nur im Kofferraum transportieren.

Tanken beim Autofahren in USA

Tanken in den USABeim Tanken an der Tankstelle (Gas Station) in den USA gibt es meist zwei Optionen - Vorauszahlung (Prepaid) und per Kreditkarte (wobei hier nicht alle europäischen Kreditkarten akzeptiert werden).

Beim Prepaid-Tanken zahlt man einen Betrag im Voraus an der Kasse der Tanke - tankt, d. h. wählt die Nummer des entsprechenden Benzins, das man tanken will und tankt dann wie gewohnt. Am Ende bekommt man den Differenzbetrag an der Kasse wieder erstattet.

Es gibt "Regular" (87), Midgrade (89), Superpremium (93) und Diesel (wobei kaum ein Mietwagen Diesel fährt). Das kann man grob mit dem deutschen "Normal", "Super" und Super Plus" vergleichen. Es ist also wichtig zu wissen, welches Benzin ("Gas" genannt) getankt werden muss.

Tanken in den USAAn der Zapfsäule selbst findet man häufig die Nummern (die ich oben in Klammern geschrieben habe), um die Benzinsorten zu unterscheiden. Beim Tanken mit Kreditkarte sollte man folgende Bezeichnungen kennen:

  • Nozzle = Zapfpistole
  • Remove oder Lift nozzle = Zapfpistole in den Tank stecken
  • Select Grade = Benzinart auswählen
  • Lift Lever = unteren Stecksattel der Zapfpistole hochklappen (schaltet die Zapfsäule frei / an)

Die Benzinpreise verstehen sich pro Gallone (1 Gallone = ca. 3,8 Liter). Umgerechnet tankt man im Durchschnitt also für ca. 50 - 60 Cent pro Liter. Autofahren ist im Gegensatz zu Deutschland wirklich supergünstig (Stand Feb 2015).

Parken in den USA

Autofahren in USA ParkenIch empfehle auf sogenannten "Public Parking"-Parkplätzen zu parken, die man gewöhnlich überall findet. Dort gibt es Parkautomaten, wo man einen Parkschein - bar, per Smartphone oder Kreditkarte - lösen kann.

Vermeiden Sie aber unbedingt auf Behindertenparkplätzen zu parken (sind blau gekennzeichnet und mit einem Behindertenzeichen versehen), falls Sie nicht behindert sind und einen entsprechenden Ausweis haben. Oftmals sind direkt beim Behindertenparkplatz schon Schilder mit "Strafgeld" zu sehen, die zwischen 250$ und 500$ liegen!

Ansonsten kann man oft vor Geschäften oder "Malls" (Einkaufszentren) kostenlos parken.

In Städten gibt es noch spezielle farblich gekennzeichnete Bereiche neben der Fahrbahn (Bordsteinmarkierungen), die Folgendes bedeuten:

  • Rot: absolutes Halteverbot
  • Gelb/Schwarz: Ladezone
  • Weiß: fünf Minuten während der Geschäftszeiten
  • Grün: zehn Minuten während der Geschäftszeiten
  • Blau: nur für Behinderte

Vor Hydranten, Bushaltestellen und Ausfahrten darf nicht geparkt werden - bzw. hier sollten Sie mindestens 7 Meter Abstand halten.

Autofahren Parken in den USAHalten Sie auch bei Parkplätzen die Augen offen nach dem Schild "Tow Away Zone". Hier werden nicht autorisierte Parker auf eigene Kosten abgeschleppt, was recht teuer bzw. zum Wiederbeschaffen des Autos - auch unnötig Zeit und Nerven kosten kann.

Für mich sahen zumindest auf den ersten Blick manche Parkplätze wie gewöhnliche "Public Parking"-Parkplätze aus, bis ich dieses Schild gesehen habe.

Außerdem ist das Halten und Parken außerhalb der Ortschaft auf Straßen verboten - Ausnahme gilt nur dann, wenn Sie eine Panne haben.

Autofahren in den USA Parken Es gab in Florida auch öffentliche Parkplätze, die mit folgendem Schild (siehe Abbildung rechts) versehen sind. Der Zusatz "Park Head In Only" bedeutet, dass Sie nur vorwärts einparken dürfen. Rückwärts einparken wird bestraft.

Ich habe viele (auch Amis aus dem Norden) ratlos vor dem Parkautomaten gesehen, da sie nicht wussten, was man mit der Nummer (siehe roter Pfeil) anfangen sollen. Falls Sie der Parkautomat nach einer "license" fragt, ist nicht Ihre Autonummer gemeint, sondern die Nummer des Parkplatzes, auf der Sie das Auto abgestellt haben. In diesem Fall also die "88516" bzw. die Nummer, die an Ihrer Reihe des Parkplatzes zu lesen ist.

Damit bin ich mit meinen Tipps am Ende und wünsche Ihnen ein entspanntes Autofahren in den USA!

24.05.2016 © seit 02.2015 Tony Kühn  
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