Seite 3: Verhaltensmuster: Verhalten selbst steuern / ändern

Verhalten ändern: Emotionen und positive Energie

Ich werde im Folgenden zwischen Emotionen und Gefühlen unterscheiden.

Gefühle sind eine natürliche Reaktion auf das, was wir wahrnehmen. Unsere grundlegenden Gefühle wie Freude und Trauer entstehen einfach aufgrund der Tatsache, dass wir in dieser Welt leben.

Verhalten ändern Emotionen FreudeEmotionen dagegen sind nicht das Produkt der Wahrnehmung, sondern des Denkens, der Verstandestätigkeit. Typische Beispiele für Emotionen sind: Zorn, Eifersucht, Neid, Selbstmitleid.

Keine dieser Emotionen kann ohne entsprechende Gedanken entstehen. Wer kann wütend werden, ohne zu denken? Niemand. Um wütend zu werden, müssen wir uns einreden, dass uns jemand unrecht getan hat, dass wir "es besser verdient hätten" oder etwas Ähnliches. Wenn Sie es nicht glauben, so versuchen Sie einmal, sich ohne Worte oder Gedanken selbst wütend zu machen.

Gefühle verbrauchen nicht viel Energie, was bei Emotionen in starkem Maße der Fall ist.

Wie alle unsere alltäglichen Aktivitäten wiederholen sich auch unsere Emotionen. Jeder Mensch hat seine eigenen "emotionalen Gewohnheiten". Und jede dieser "emotionalen Gewohnheiten" ist eine persönliche Methode, Energie zu vergeuden, sich selbst zu schwächen.

Bei sorgfältiger Untersuchung ist es für Sie nicht schwer festzustellen, dass die Konflikte und emotionalen Probleme, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert werden, sich in endlos zyklischen Wiederholungen manifestieren.

Damit kennen wir nun ein Geheimnis, das zu einem Schatz wird, wenn wir es für uns nutzen: Emotionen entstehen nur durch ganz bestimmte, ihnen entsprechende Gedanken. Dies weist uns nun ganz direkt auf eine Möglichkeit hin, wie wir Energie sparen können, wie wir uns von schädlichen Emotionen befreien können. Wenn wir einen Zustand emotionaler Erregung kommen sehen, brauchen wir nur innerlich still zu werden, um zu verhindern, dass sich die Emotionen manifestieren.

Falls Sie diese Möglichkeit ("Gedankenstille") noch nicht beherrschen, hier eine kleine Hilfe: Sie wünschen, dass keine Gedanken hochkommen? – Schielen Sie – nicht lachen – schielen! Schauen Sie mit beiden Augen auf Ihre Nasenwurzel. Sie werden entdecken, dass Sie in diesem Zustand nicht denken können. Schielen und Denken funktioniert nicht.

Beobachten Sie sich nun die nächsten drei Tage. Welche Emotionen bestimmen Ihren Tagesablauf? – Stoppen Sie diese Emotionen mithilfe des "Nichtdenkens".

Eigendünkel und Eitelkeit

Wir verwenden einen großen Teil unserer persönlichen Energie auf Aktivitäten, die in irgendeiner Weise mit Eigendünkel in Zusammenhang stehen und die weit über bloße Eitelkeit hinausgehen.

Ein großer Teil unserer Aktivitäten hat etwas mit der Erhaltung und Verteidigung unseres Ich zu tun. Versuchen wir uns einmal klarzumachen, wie wir unsere Energie verbrauchen.

Verhalten ändern EitelkeitWie viel Energie verwenden wir darauf ...:

  • uns selbst zu verteidigen,
  • unser Bild von uns zu pflegen,
  • die Meinung anderer über uns zu beeinflussen,
  • dass man uns akzeptiert,
  • uns gegen die Kritik anderer zur Wehr zu setzen,
  • zu beweisen, dass wir die Besten sind,
  • dass wir am schlimmsten missverstanden werden, dass unsere Verletzungen die übelsten sind, dass wir die sensibelsten sind ...

Wir leben "gekettet" an das Bild, das wir uns von uns selbst machen. Diesem Bild fließt der größte Teil unserer Energie zu. Deshalb ist eine starke Verringerung des Eigendünkels Ziel Ihres Trainings.

Techniken - eine Liste des Energieverbrauchs

Erstellen Sie eine Liste Ihres Energieverbrauchs

Diese Liste soll Ihnen helfen herauszufinden, wofür Sie Energie verbrauchen. Generell verbrauchen wir Energie durch alles, was wir tun. Deshalb sollten auf Ihrer Liste alle Ihre täglichen Aktivitäten stehen. Es geht dabei aber nicht um eine intellektuelle Analyse dessen, was wir tun. Vielmehr handelt es sich hier um eine Übung, bei der es um reine Beobachtung geht.

Erstellen Sie eine möglichst detaillierte Liste aller Ihrer Handlungen (Aktivitäten, Routinetätigkeiten, Gewohnheiten, Suchtverhalten usw.) und inneren Erfahrungen (sich wiederholende Gedanken, emotionale Gewohnheiten usw.), aus denen Ihr Alltag besteht. Diese Liste gibt Ihnen umfassende Auskunft darüber, wie Sie Ihre Energie verwenden.

  1. Ordnen Sie alle auf der Liste auftauchenden Elemente einer der beiden folgenden Rubriken zu:
    • das, was zur Lebenserhaltung unverzichtbar ist (Essen, Schlafen, .....)
    • das, was zur Lebenserhaltung nicht unverzichtbar ist (Fernsehen, Zeitung lesen, Joggen, Musik hören, Wut, Kritiksucht, Rauchen, usw.)
  2. Unterteilen Sie die Elemente der zweiten Rubrik wiederum in zwei Spalten ...:
    • das, was mir ein gutes Gefühl gibt, bzw. das, wovon ich glaube, es tut mir gut, wenn ich damit fortfahre (Sport, künstlerische Tätigkeit, ein Beruf, der mir gefällt, usw.)
    • das, was mir kein gutes Gefühl gibt und/oder was mir nicht gut tut, wenn ich damit fortfahre (über Krankheiten reden, Gewaltfilme im Fernsehen anschauen, Rauchen, Trinken, wütend werden, usw.)
  3. Unterteilen Sie die Elemente der zweiten Spalte von Punkt 3 in zwei weitere Spalten:
    • das, was Sie nicht unterbinden können,
    • das, was Sie entweder ohne Probleme oder mit ein wenig Bemühen unterlassen können.
  4. Wählen Sie aus der zweiten Spalte von Punkt 4 einige Elemente, die Sie für geeignet halten, und unterlassen Sie diese Dinge für eine von Ihnen festgesetzte Zeitspanne.

Methode zur Untersuchung der energetischen Qualität unserer Aktivitäten

Nehmen Sie sich nach einer Aktivität, über deren energetische Qualität Sie Klarheit haben wollen, ein paar Augenblicke Zeit, um Ihren Körper und Ihre Empfindungen oder Ihren Gemütszustand zu beobachten. Die Antwort ist gewöhnlich eindeutig.

Wenn Sie sich gut, kraftvoll und glücklich fühlen, so wirkt die betreffende Aktivität stärkend auf Sie. Fühlen Sie sich jedoch schwach, ausgelaugt abgespannt und leer, dann verbraucht diese Aktivität eindeutig eine große Menge Ihrer persönlichen Energie.

Obwohl diese Technik auf den ersten Blick simpel wirkt, kann sie weitreichende Auswirkungen haben. Diese erleben wir im gewöhnlichen Alltagsleben niemals, weil wir uns normalerweise nicht die Mühe machen, uns zu beobachten. Auch bei dieser Übung ist die Analyse des Beobachteten nicht erforderlich, nur die Beobachtung dessen, was wir fühlen.

Energie sparen

Achten Sie die nächsten 3 Tage auf Ihre Sprache. Denn unsere Sprache beeinflusst unser Denken und Handeln. Kritisieren Sie nicht; verurteilen Sie nicht; beklagen Sie sich nicht. Nur drei Tage! Wenn Sie sich trotzdem dabei erwischen, starten Sie die Übung neu – wieder 3 Tage.

Technik der Stille

Da sehr viel Energie durch Reden verbraucht wird, wirkt es sich sehr positiv aus, eine Weile nicht zu sprechen. Beobachten Sie doch einmal, wie viel wir alle unnütz reden. Sie können sicher 1/3 des Redens sparen.

(Anmerkung der Redaktion: Teile der Texte wurden mit freundlicher Genehmigung von Lutz Berger - Homepage: http://lutzland.de - zur Verfügung gestellt.)

06.04.2017 © seit 03.2016 Peter Schipek  
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