Seite 2: Verhaltensmuster: Verhalten selbst steuern / ändern

Verhalten ändern: Umgang mit Zeit und Raum

Wenn Sie Ihr Bewusstsein für Zeitkategorien schärfen, werden Sie eine faszinierende Beobachtung machen. Wann immer Menschen keine Zeit für sich selbst, keine Zeit für Weiterbildung, oder keine Zeit für ihre Familien finden, dann haben diese Menschen für diese Kategorien keinen fest definierten "Platz".

Solche Menschen finden in ihrem Leben klar definierte "Zeiträume" für alles Mögliche. (Zum Beispiel "Zeitungslesen von Montag bis Freitag von 6.30 bis 7.00 Uhr" – oder "Samstag von 17.00 bis 19.00 Uhr Sport im Fernsehen".)

Verhaltensmuster ändern ZeitAber es gelingt ihnen nicht "Familien-Zeit" unterzubringen, weil alle Plätze der "Zeiträume" unbewusst oder bewusst durch Muster strukturiert und damit belegt sind.

Solange derjenige, der Zeit für seine Familie will, nicht hinsieht, seine Muster durchschaut und seine "Zeiträume" umbaut, wird seine durch Verhaltensmuster strukturierte Energie auch nicht in andere Zeitkategorien fließen.

Wer dagegen eine neue Zeitkategorie schafft – indem er zum Beispiel morgens in der Zeitung nur die wesentlichen Nachrichten liest - hat auf einmal 15 Minuten Zeit für seine Familie oder für sich selbst. (Und ganz nebenbei: Warum wollen Sie Ihr Gehirn jeden Morgen mit schlechten Nachrichten füttern?)

Mein Umgang mit Zeitkategorien

  1. Erstellen Sie eine Liste mit allen Zeitkategorien, die Ihnen wichtig sind.
  2. Überprüfen Sie, welche Kategorien Sie bereits leben und welche nur auf dem Papier stehen.
  3. Prüfen Sie, welche Kategorien sich überschneiden.
    (Wenn Sie immer dann aufräumen, wenn "Familienzeit" ist, ist Ihre Wohnung zwar sauber, aber irgendwann ist niemand mehr da!)
  4. Geben Sie neuen Kategorien einen Zeitraum, in dem Sie sie praktizieren können.

Der bewusste Einsatz von Raumkategorien

Verhalten ändern Raum Ein Manager, der noch stundenlang im Bett arbeitet und sich wundert, warum er so schlecht einschlafen kann, zeigt keine große Verhaltensintelligenz bei der Nutzung von Raumkategorien.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Kontexte wir übereinanderlegen, um so fester wird die Musterbildung. Wenn Sie also ein neues Verhalten festigen wollen, legen Sie "mehrere Muster" übereinander.

Sie wollen z. B. regelmäßig laufen. Dann kategorisieren Sie zunächst einmal die Zeit morgens zwischen 6.00 und 7.00 Uhr als "Zeit für mich zum Laufen". Wenn Sie nun am Anfang immer auch die gleiche Dehnungsgymnastik machen und die gleiche Strecke laufen, dann optimieren Sie die Musterbildung. (Umgekehrt muss ich die Muster meiner Rauchgewohnheiten durchschauen – und diese Muster durch neue Muster überlagern.)

Je bewusster wir uns werden, wie sehr wir mit unseren Verhaltensmustern von Zeit- und Raumkategorien abhängig sind, umso bewusster werden wir nach dem suchen, wovon wir abhängig sein wollen.

Jetzt wissen wir auf einmal, wie wichtig es ist, dass wir und unsere Familie zuhause feste Plätze zum Arbeiten, Spielen, Kommunizieren und auch zum Zurückziehen haben. Wir erkennen, dass wir mit den Raumkontexten sehr bewusst umgehen sollen, weil sie zu "Raumankern" werden.

Mein Umgang mit Raumkategorien

Nehmen Sie sich Zeit und durchleuchten Ihr Verhalten und die Raumkategorien. Machen Sie das am besten schriftlich!

Energie – Persönliche Kraft

Verhalten ändern MotivationWir verbrauchen unsere Energie gewöhnlich durch alltägliche Routineaktivitäten. Alles Neue können wir nur in Angriff nehmen, wenn wir Energie dafür "frei" haben. Deshalb fällt es Menschen normalerweise ungeheuer schwer, sich zu verändern: Für so etwas ist bei ihnen einfach keine Energie "frei".

Wie schaffen wir uns nun einen Vorrat an "freier Energie"?

Die Methode ist einfach, doch sie hat weitreichende Auswirkungen. Wenn wir einen Teil unserer inneren oder äußeren gewohnheitsmäßigen Handlungen unterlassen, wird die dadurch eingesparte Energie zur "freien Energie". Natürlich können Sie nicht alle Routineaktivitäten des alltäglichen Lebens unterlassen – und nicht alle, die wir unterlassen, vergeuden Energie. Deshalb legen Sie sich am besten ein Inventar Ihres Energieverbrauchs an.

Listen Sie bitte auf, welche Aktivitäten Ihres Alltags am meisten Energie verbrauchen. (Kritisieren Sie sich dabei nicht, keine Schuldzuweisungen, nur eine Aufzählung von energieraubenden Gewohnheiten)

Hier finden Sie Beispiele von besonders energieverzehrenden Gewohnheiten: Die Beurteilung anderer Menschen, Kritiksucht, zu langes Schlafen, Rauchen, Alkoholkonsum, ständiges "Sich-Beklagen", "Konsum" von Gewalt im Fernsehen, Film und Zeitungen.

Zwei Ursachen für starken Energieverbrauch, die es verdienen, dass wir uns gesondert mit ihnen beschäftigen, sind Emotionen und Eigendünkel – die Tendenz , sich selbst in unangemessener Weise wichtig zu nehmen. Durch diese beiden Faktoren verbrauchen wir die meiste Energie. Mehr über diese Faktoren erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

(Anmerkung der Redaktion: Teile der Texte wurden mit freundlicher Genehmigung von Lutz Berger - Homepage: http://lutzland.de - zur Verfügung gestellt.)

06.04.2017 © seit 03.2016 Peter Schipek  
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