Selbsterfüllende Prophezeiung: Die Macht der Gedanken

Unsere "Sicht der Welt" ist weder objektiv noch absolut wahr. Wie wir die Welt sehen, bestimmen unsere Denkgewohnheiten, die nicht selten selbsterfüllende Prophezeiungen" werden. Lesen Sie hier einen kleinen Aufsatz, der die "Macht der Gedanken" reflektiert.

Einstimmung ...

Wir denken angeblich ca. 65.000 Gedanken jeden Tag. Davon unterscheiden sich keine 10% vom gestrigen Tag und mindestens 60% sind unnützer, unfreundlicher "Mist".

selbsterfüllende Prophezeiung macht der GedankenUnsere Gedanken bestehen aus einer Menge von Glaubenssätzen, Vorurteilen, Interpretationen und sonstigen Denkgewohnheiten. Wir legen damit fest, wie wir unseren Körper sehen und wie attraktiv wir uns finden.

Wir besitzen Muster über unseren intellektuellen Wert, über Moral, über die Gesellschaft, in der wir leben und über unsere Familie. Muster über das, was man tun oder nicht tun sollte. Und alle diese Muster steuern unser Handeln.

Gedanken werden zu Gedankenbildern, denen wir uns ganz natürlich unterwerfen. So bestimmen unsere Gedanken unsere Erwartungen, Einstellungen und Handlungen.

Wenn wir sagen: "Ich kann nicht", geben wir damit unserem Unbewussten den Befehl, hilflos zu sein.

Wenn wir uns jedes Mal, wenn wir einen Fehler machen, beschuldigen: "Du Idiot! Alles machst du falsch!", bringen wir uns regelrecht bei, ein Versager zu sein

Das Universum der leeren Gläser

selbsterfüllende Prophezeiung DenkgewohnheitenAn dieser Stelle möchte ich Ihnen zwei Lebensräume vorstellen - Das Überfluss-Universum und das Mangel-Universum. Pessimisten leben notgedrungen im Mangel-Universum.

An diesem unfreundlichen Ort geht immer am Sonntag der Kaffee aus, und zwar immer genau am wichtigsten Sonntag. Für Geld muss hart gearbeitet werden, befördert werden immer nur die anderen, das Leben ist voll tragischer Ereignisse, und das Glas ist immer halbleer.

Im Überfluss-Universum sind Gläser halbvoll. Wenn der Kaffee aus ist, wird Tee gemacht, der natürlich besonders gut schmeckt. Die Arbeit macht häufig Spaß. Natürlich gibt es Herausforderungen - das Leben ist insgesamt schön. Anders formuliert suchen Bewohner des Mangel-Universums nach Problemen
und Bewohner des Überfluss-Universums nach Lösungen.

Im Mangel-Universum braucht man ständig etwas, ist unzufrieden und "muss“ etwas tun. Im Überfluss-Universum ist grundsätzlich das meiste vorhanden. Es gibt kein "Müssen", aber dafür ein "Wollen".

Wenn ich diesen Text schreiben muss, dann quäle ich mich und wahrscheinlich auch Sie. Wenn ich diesen Text schreiben will, habe ich die freie Wahl, ob ich jetzt doch lieber ein Buch lese, oder ob ich im Zustand des Schreibens bin, der mir Spaß macht. Ich muss mich nicht zwingen, sondern kann die Ideen und Worte einfach fließen lassen.

Der "Denker" und der "Beweisführer"

An dieser Stelle möchte ich Ihnen zwei weitere, gute Bekannte vorstellen: Den "Denker" und den "Beweisführer". Laut Dr. Leonard Orr verhält sich das Gehirn so, als wäre es in zwei Hälften geteilt, den Denker und den Beweisführer.

  • Der Denker kann buchstäblich alles Mögliche denken.
  • Der Denker kann feststellen, dass ich attraktiv, humorvoll usw. bin.
  • Der Denker kann feststellen, dass der Kommunismus oder die freie Marktwirtschaft die beste aller möglichen Gesellschaftsformen ist. Sein Universum kann durch einen Gott oder durch einen Urknall entstanden sein.

Beim Beweisführer handelt es sich um einen sehr viel einfacheren Mechanismus. Er funktioniert einzig und allein nach folgendem Gesetz:

Was immer der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen!

Wie man Denkgewohnheiten verändert ...

Der verstorbene amerikansiche Autor Robert Anton Wilson empfiehlt folgende Übung:

  • Wenn Sie nicht sowieso schon davon überzeugt sind, dann versuchen Sie sich doch einmal einzureden, dass Sie unattraktiv, hässlich und langweilig sind. Gehen Sie auf eine Party und beobachten Sie, wie die Leute Sie behandeln.
    ... oder ...
  • Wenn Sie nicht ohnehin davon überzeugt, dass Sie attraktiv, witzig und unwiderstehlich sind, dann versuchen Sie sich das einzureden, und gehen mit dieser Überzeugung auf die Party. Beobachten Sie, wie die Leute Sie jetzt behandeln.

Hier sind wir bei der selbsterfüllenden Prophezeiung. Wenn wir - unbewusst- der Meinung sind, dass etwas eintreffen, bzw. nicht eintreffen wird, werden wir - unbewusst - alles in unserer Macht stehende tun, um diesen Effekt zu erreichen.

Ich bin überzeugt, dass selbsterfüllende Prophezeiungen aus unseren immer wiederkehrenden Gedanken, aus unseren Gedankenmustern entstehen. Wenn Ihr Denker wieder die ganze Nacht Überstunden gemacht hat, um Ihnen zu erklären, was Sie doch für ein Versager sind, wie können Sie dann am nächsten Tag eine überzeugende Idee präsentieren?

Wie können wir nun diesen Teufelskreis durchbrechen?

Dazu gibt es einige Möglichkeiten:

  • Sinnvolle Selbstgespräche - Selbstgespräche führen wir ohnehin die ganze Zeit. Wir sagen unserem Boss die Meinung, diskutieren mit unseren Kollegen
    oder machen uns ganz einfach selbst herunter.

Da ist es zur Abwechslung eine interessante Variante, sich etwas Positives zu sagen. Denn wenn Ihnen andere etwas einreden können, um wie viel effektiver muss es sein, wenn Sie das selbst übernehmen. Mixen Sie noch Tiefenentspannung dazu, beachten Sie einige Regeln und schon befinden Sie sich im Bereich der Autosuggestion.

Gedanken durch Autosuggestion & Affirmation beeinflussen

selbsterfüllende Prophezeiung AutosuggestionAutosuggestion bedeutet sich selbst suggerieren, es ist ein Fachbegriff und steht für positive, kurze Formeln wie sie im autogenen Training verwendet werden.

Affirmation bedeutet verstärkend. Sie können sich Suggestionen selbst geben, oder von Kassette hören. Verwenden Sie kurze, einprägsame Sätze und füttern Sie Ihr Unterbewusstsein so oft wie möglich damit: Im Fahrstuhl, beim Joggen ...

Es mag Ihnen anfangs etwas merkwürdig vorkommen, sich immer wieder die gleichen Sätze sagen zu hören. Daher ist es sinnvoll, diese Texte auf Kassette zu sprechen, sich in Entspannung zu begeben und einfach berieseln zu lassen.

Die Macht der inneren Bilder & Ankern

Sicher kennen Sie die Macht der inneren Bilder. Wie können Sie nun diese Bilder "verankern"? "Ankern" ist ein hochwirksames Instrument aus dem Werkzeugkasten des NLP. Sie setzen einen Anker, indem Sie sich tief entspannen und sich mittels Visualisierung in die gewünschte Situation begeben. Wenn Sie Ihre Idealvorstellung dann glasklar vor sich sehen, ankern Sie einen beliebigen Reiz.

Legen Sie zum Beispiel Daumen und Zeigefinger zusammen, oder berühren Sie einen beliebigen Punkt an Ihrer Schulter und sagen Sie sich ein positives Wort. So kombinieren Sie Reiz und Zustand und können diesen Zustand immer wieder auf Wunsch abrufen.

Wie funktioniert das nun konkret?

Nehmen wir an, Sie haben eine Besprechung vor sich, aber Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass Ihre Kollegen permanent reden und Sie selbst eher selten zu Wort kommen. Meistens sitzen Sie da und sind in Gedanken ganz woanders. Dabei hätten Sie ganz konkrete Vorschläge, die in Ihrer Firma einiges zum Besseren bewegen könnten.

Für Ihre nächste Besprechung nehmen Sie sich Zeit für eine Vorbereitung. Nutzen Sie eine Entspannungstechnik Ihrer Wahl, versenken Sie sich möglichst tief.
Atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Jetzt stellen Sie sich das Besprechungszimmer in allen Einzelheiten vor:

  • Wie ist das Licht?
  • Wie ist der typische Geruch im Raum?
  • Was haben Ihre Kollegen an, wo sitzen sie?

Erzeugen Sie nun vor Ihrem inneren Auge die optimale Besprechung. Sie sind überzeugend, gelassen und ergreifen selbstsicher das Wort. Die Kollegen hören aufmerksam zu - ein gutes Gefühl. JETZT setzen Sie Ihren Anker!

Je deutlicher die Bilder, umso besser sitzt er. Aktivieren Sie in der nächsten Besprechung Ihren Anker. Sie werden merken, wie überzeugend und gelassen Sie sein können. Wenn Sie Ihren Anker in einem äußerst intensiven Zustand setzen, reicht dieses eine Mal aus, um bei der Aktivierung eine starke Wirkung zu erzielen.
Durch Wiederholung kann er noch verstärkt werden!

So traurig es ist, aber Sie werden nie etwas wirklich verstehen und verändern, wenn Sie einfach nur lesen. Training gehört dazu - daher testen Sie selbst. Diese und weitere Methoden wende ich in meinen Workshops "Mind Power" und "Das eigene Verhalten steuern & ändern" an. Ich bin sicher, dass die Teilnehmer damit vieles in ihrem Leben zum Positiven verändern. Es gehört zu unserer Verantwortung, uns selbst mit respektvollen Worten zu unterstützen. Wir dürfen uns nicht länger verächtlicher und negativer Gedanken bedienen, denn unsere Gedanken besitzen hypnotische Wirkung auf uns selbst.

Und, ganz am Rand:

Erfolgreiche Menschen - egal in welchem Bereich - meistern Herausforderungen leichter, weil sie ganz einfach positivere Gedankenmuster und damit eine andere Ausstrahlung haben. Auch hier lohnt sich ein Anker für ein angemessenes Selbstwertgefühl.

Teile der Texte stammen mit freundlicher Genehmigung aus dem Buch "Nur in deinem Kopf" von Arvid Leyh. Homepage: Braincast - Auf der Frequenz von Geist und Gehirn.

18.11.2016 © seit 02.2005 Stefan Matte  

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