Seite 2: SEO Einführung: Nutzen Sie das Suchverhalten von Usern für Ihre Webseite!

4. "Differentiating" oder Selektion von brauchbaren Inhalten

SuchenDie nächste Stufe im Suchverhalten von Usern bezeichnet das "Differentiating", bei dem es bereits um die Selektion (Auswahl) von gefunden Inhalten geht. Dabei werden meist mehrere unterschiedliche Webseiten zum Thema - die z.B. in verschiedenen Browser-Tabs geöffnet sind - untereinander anhand von subjektiven Kriterien verglichen. Meist geht dieser Suchphase das Scanning voraus, d.h. die einzelnen Dokumente wurden bereits als "evtl. brauchbare Ergebnisseiten" bewertet. Beim Differentiating weiß der User meist schon sehr genau, welche konkreten Informationen er benötigt. Ein praktisches Beispiel könnte eine Recherche für eine Hausaufgabe, einen Aufsatz, einen Vortrag, einen Artikel etc. sein.

Neben der Qualität, dem Niveau und dem Inhalt spielt auch die subjektive Einschätzung der Seriosität einer Quelle für den Sucher eine große Rolle. Wenn die gefundene Seite nicht ein Mindestmaß an "Vertrauenswürdigkeit" vermittelt, wird der Suchende die offerierte Information ablehnen oder das Produkt nicht kaufen. In der Fachliteratur wird hier auch von der sogenannten "Socio-Usability" gesprochen. Für den User spielt nicht nur sein direkter oder spontaner Eindruck der Webseite eine Rolle, sondern es kommen auch frühere Erfahrungen oder die Meinung/Empfehlung anderer Personen hinzu.

Wer in diesem Selektionsprozeß gewinnen will, muß also neben guten Inhalten auch die Gewohnheiten, Erwartungen und Ansprüche seiner konkreten Zielgruppe entsprechen. Dabei kann eine Analyse von gut besuchten und beliebten Konkurrenzseiten wertvolle Hinweise geben. Da es von oberflächlichen und wenig informativen Webseiten im Internet nur so wimmelt, kann man mit einer guten Qualität auf jeden Fall eine Menge gut machen. Meine Erfahrung ist, daß man mit wenigen sehr guten Artikeln langfristig wesentlich mehr Besucher auf seine Seiten zieht, als mit vielen halbherzig recherchierten Pseudoinfo-Seiten.

5. Monitoring - oder regelmäßiges Besuchen einer favorisierten Infoquelle

Das Monitoring ist im eigentlichen Sinne kein Suchverhalten mehr, sondern beschäftigt sich mit dem "Beobachten" von favorisierten Infoquellen im Internet. Hier hat der User bereits eine bestimmte Informationsquelle (Webpräsenz) ausgewählt, die er dauerhaft als wichtig erachtet und regelmäßig besucht. Als typische Beispiele gelten Nachrichtenportale wie Spiegel, FAZ, Heise etc., die regelmäßig von vielen Usern genutzt werden. Als Indizien - d.h. ob ein Monitoring der eigenen Webseite stattfindet - kann man sich die Anzahl der Bookmarks (Favoriten im Browser) oder auch die Anmeldung für einen regelmäßig erscheinenden Newsletter ansehen.

Besonders Newsletter erleichtern es interessierten "Monitoring"-User, die Aktualisierungen einer beliebten Webseite zu verfolgen. Es ist ein einfacher Weg unverbindliche Informationen an den Mann zu bringen, Interesse anzuregen und so wiederkehrende Besucher zu erzeugen. "Monitoring"-User können mit Recht als "Fans" einer bestimmten Webpräsenz bezeichnet werden. Damit bekommen Sie als Webmaster das Feedback, daß Ihre Webseite bestimmte User überzeugt und gefällt. So gesehen kann man sagen, daß jede Webpräsenz, die keine oder nur sehr wenige "Monitoring"-User erzeugt, fast immer einige Kardinalfehler enthält, die den Usergewohnheiten grundsätzlich zuwiderlaufen.

6. Content Extracting - oder das gezielte Nutzen von Informationen

User suchtDas "Content Extracting" meint das intensivste Suchverhalten von Usern. Hier untersuchen die User eine Webseite systematisch und intensiv nach wertvollen Informationen. Meistens erachten "Extracting"-User eine Informationsquelle als eine Art "Referenz", so daß sie sich die angebotenen Informationen merken, sie auf die eigene Festplatte speichern oder die Ressource ausdrucken.

Indizien dafür - ob ein bestimmter Inhalt als Referenz gehandelt wird - kann die Anzahl an Fremdlinks sein, Zitieren von Textpassagen auf anderen Webseiten, Forenempfehlungen oder Ihre interne Statistik, die den Klick auf den "Ausdruck-Button" mitloggt. Hier haben Sie den User davon überzeugt, daß Ihre Informationen von praktischen Nutzen für ihn sind.

Sowohl bei "Monitoring"- als auch bei "Extracting"-Usern wird häufig beobachtet, daß sie aktiv Mundwerbung für eine Seite machen. Eine aktive und unaufgeforderte Werbung ist letztlich das Beste, was einer Webpräsenz passieren kann.

Damit bin ich am Ende meiner kleinen Ausarbeitung angelangt. Ich wollte Sie nicht mit theoretischen Abhandlungen von Forschungsergebnissen belästigen, sondern mit praktischen Anregungen dazu beitragen, damit Sie Ihre Webseite für User verbessern können.

Viel Erfolg!

19.03.2013 © seit 01.2007 Tony Kühn  
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