Verbraucherschutz: Buttonlösung - mehr Sicherheit für Verbraucher

Teaser: Seit dem 1. August 2012 gibt es neue Regelungen für Internetseiten, die kostenpflichtige Produkte anbieten. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat ein europaweites Gesetz verabschiedet, die sogenannte Buttonlösung. Sie soll den privaten Verbr ...

Verbraucherschutz abo abzockeSeit dem 1. August 2012 gibt es neue Regelungen für Internetseiten, die kostenpflichtige Produkte anbieten. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat ein europaweites Gesetz verabschiedet, die sogenannte Buttonlösung. Sie soll den privaten Verbrauchern mehr Sicherheit vor Abzocke im Internet bieten. Lesen Sie im folgenden Tipp, was es mit der Buttonlösung auf sich hat und auf was Sie weiterhin achten sollten.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie wollen zum Geburtstag Ihrer Mutter etwas ganz Besonderes kochen und suchen für ein bestimmtes Gericht ein Kochrezept. Dieses Rezept ist nur auf einer Internetseite beschrieben, auf der Sie sich anmelden müssen, was Sie auch tun.

Eine Woche später - der Geburtstag Ihrer Mutter ist vorbei und das von Ihnen gekochte Gericht hat hervorragend geschmeckt - flattert Ihnen eine Rechnung ins Haus über 98 Euro. Gleichzeitig erfahren Sie, dass Sie einen Zweijahrsvertrag abgeschlossen haben, der natürlich auch kostenpflichtig ist.

Übertriebenes Beispiel? Keineswegs - sondern Realität!

Die Abzocke im Internet hat eine Größenordnung erreicht, die Neuregelungen durch die Verbraucherzentrale dringend erforderlich machte. Kostenfallen - wie z. B. Abofallen oder angeblichen Gratisangeboten, die zwar als solche angepriesen doch mit z. T. erheblichen Kosten verbunden waren - sollen durch die Buttonlösung erheblich erschwert werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband wird noch in diesem Jahr (2012) Anbieter kontrollieren, ob sie sich an die neuen gesetzlichen Regelungen halten.

Was hat es mit der Buttonlösung auf sich?

Für alle kostenpflichtigen Produkte muss ein Bestellbutton, auf dem der Verbraucher klicken kann, zur Verfügung stehen. Darüber hinaus muss der Bestellbutton zulässige Beschriftungen aufweisen, z. B.:

  • Kaufen
  • Kostenpflichtig bestellen
  • Zahlungspflichtig bestellen
  • Zahlungspflichtigen Vertrag abschließen

Kriterium für die Beschriftung: Kostenpflichtige Produkte im Internet müssen als solche eindeutig zu erkennen sein. Erst durch einen Klick auf einen korrekt beschrifteten Bestellbutton kommt ein rechtskräftiger Vertrag zustande.

Hinzu kommt, dass keine zusätzlichen Beschriftungen auf dem Bestellbutton zulässig sind. Die Schrift muss gut lesbar sein, d. h. groß genug und sich von der Hintergrundfarbe des Buttons deutlich abheben (kontrastreich). Es ist auch unzulässig, den Verbraucher mit mehreren Bestellbuttons zu verwirren.

Folgende Beschriftungen der Bestellbuttons sind nicht mehr zulässig, z. B.:

  • Anmeldung
  • Bestellen
  • Bestellung
  • Weiter

Muss es ein Button sein?

Nein, es kann sich auch um ein Äquivalent, z. B. Hyperlink oder Checkbox handeln. Sie haben eine ähnliche Funktion wie der Bestellbutton.

Für welche Produkte gilt die Buttonlösung?

Sie gilt für alle kostenpflichtigen Produkte, z. B.:

  • Warenangebote
  • Dienstleistungen
  • Apps (die kostenpflichtig sind)

Ausnahme: Für Finanzdienstleistungen gilt die Buttonlösung nicht!

Für Internetauktionen z. B. eBay reicht es aus, den Button mit "Gebot abgeben" oder "Gebot bestätigen" zu beschriften. Da der Verbraucher sein Gebot eingeben muss, dürfte ihm klar sein, auch zahlen zu müssen, wenn er den Zuschlag erhält.

Welche zusätzlichen Informationspflichten müssen dem Verbraucher gegeben werden?

Vor dem Absenden der Bestellung durch einen Klick auf den Bestellbutton (bzw. Kaufbutton) müssen dem Verbraucher unmittelbar folgende Informationen über das Produkt deutlich sichtbar gemacht werden:

  • Gesamtpreis des Produkts bzw. der Dienstleistung
  • alle über den Unternehmer abzuführenden Steuern
  • Hinweis auf mögliche Steuern oder Kosten, die nicht über den Unternehmer abgeführt werden oder von ihm in Rechnung gestellt werden
  • Liefer- bzw. Versand- und ggf. Zusatzkosten
  • ggf. Vertragslaufzeit - falls es sich um eine dauerhafte oder regelmäßig wiederkehrende Dienstleistung handelt

Auf der Bestellseite müssen weiterhin klare Informationen vorhanden sein, hinsichtlich:

  • AGBs
  • Datenschutzbestimmungen
  • Widerrufsrecht

Es kann sich dabei um einen Volltext oder Link handeln.

Was sollten Sie tun, wenn Sie eine ungerechtfertigte Rechnung bekommen?

Schwarze Schafe wird es immer geben. Wenn Sie mit Rechnungen belästigt werden, ohne auf zulässige Bestellbuttons geklickt zu haben, lassen Sie sich keineswegs verunsichern! Abzocker vertrauen darauf, dass immer noch genug Verbraucher zahlen, einfach weil sie ihre Ruhe haben wollen oder unzureichend informiert sind.

Zahlen Sie keinesfalls! Denn ein Vertrag kam nicht zustande und damit auch keine Zahlungsverpflichtung. Wenn Sie unsicher sind, informieren Sie sich bei Ihrer Verbraucherzentrale in der Nähe Ihres Wohnsitzes.

Wer sich informieren möchte, gegen welche unseriösen Seiten derzeit ein Verfahren eingeleitet wurde, dem sei folgende Seite empfohlen: Kostenfallen im Internet.

Auf dieser Seite werden die Anbieter namentlich erwähnt, sowie deren Adresse im Internet (URL). Meiden Sie diese Seiten. Dort finden Sie auch eine genaue Beschreibung, mit welchen Methoden der entsprechende Anbieter Verbraucher abzocken (ab Seite 3).

Ist mit der Informationspflicht und Buttonlösung alles sicher im Internet?

Diese Frage kann nur mit "Nein" beantwortet werden. Die Buttonlösung und damit verbundene Informationspflicht der Anbieter ist eine wichtige und sinnvolle Regelung, die es vielen unseriösen Seiten in Zukunft erschwert, Verbraucher abzuzocken.

Doch sind z. B. kostenpflichtige Abos ein Millionengeschäft. Es wird also weiterhin Schwarze Schafe geben, die neue Möglichkeiten in gesetzlichen Schlupflöchern finden und auf die Naivität der Verbraucher setzen.

Daher ist es für jeden Verbraucher wichtig, sich genau zu informieren, welche Rechte er hat! Dieser Artikel soll einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Eine wichtige Orientierung bleibt weiterhin das Impressum der Webseiten. Hier erfährt der Verbraucher, wer für die Inhalte, d. h. auch Angebote verantwortlich ist. Auch kann er sich in Foren gezielt über Anbieter informieren, auf die andere Verbraucher bereits hereingefallen sind.
 
Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen für die Verbraucher kommt keiner umhin, auch in Zukunft seinen Einkaufsbummel im Internet wach und aufmerksam vorzunehmen.

Viel Erfolg beim wachsamen und sicheren Einkaufen im Internet!

07.04.2014 © seit 02.2002 Cassandra B.  

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