Falle Reisekosten: Tipps zum Sparen unnötiger Zusatzkosten

Kostenfalle GebührenfalleWenn die Sommerferien beginnen, zieht es wieder viele Deutsche in den Urlaub in ferne Länder. Auch wenn es in vielen Haushalten nicht ganz so rosig in der Reisekasse aussieht, will man mit einem kleinen Budget einen schönen Urlaub verbringen. Meist werden hier jedoch nur offensichtliche Kosten kalkuliert, da die meisten nicht mit "versteckten Kosten" oder "erwartbaren Risiken" rechnen.

Doch manche dieser verstecken Kosten - oder Kostenfallen - nicht zu kennen und zu berücksichtigen, kann den Urlaub richtig teuer machen. Deshalb habe ich in diesem Artikel einige wichtige Kostenfaktoren gesammelt, die man mit einer gesunden Planung vermeiden kann.

Vielleicht helfen Ihnen diese Ideen, dass Ihr Urlaub finanziell nicht zu einem Fass ohne Boden wird. Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel am 23.06.2010 geschrieben wurde und sich manche Gebühren und Konditionen im Laufe der Zeit stark verändern können.

Gebührenfalle Geldautomat im Ausland

Wer zu wenig bares Geld dabei hat und häufig mit EC- oder Kreditkarte von Geldautomaten im Ausland abheben muss, kann schnell sein blaues Wunder erleben. Denn hier können Sie im Ausland bei institutsfremden Automaten so richtig zur Kasse gebeten werden. Die Gebühren pro Auszahlung schwanken zwischen 5,-- bis 7,50 Euro, die sich bei häufigen Abbuchungen schnell zur großen Summen addieren. Außerdem wird pro Transaktion oft noch ein Betrag von einem Prozent der Abhebesumme als Gebühr (bei EC-Karten) mit draufgeschlagen.

Besonders teuer kann es mit einer Kreditkarte werden, denn hier müssen oft 2 bis 4% zusätzliche "Bearbeitungsgebühren" auf den abgehobenen Betrag draufgezahlt werden. Bei einer Auszahlung von 500,-- Euro können so gleich 20,-- Euro zusätzliche Gebühren anfallen. Wer außerhalb der Euro-Zone Geld abhebt, zahlt unter Umständen zusätzlich nochmals 2 bis 4% Aufschlag für den Umrechnungskurs in eine fremde Währung. Aber es gibt auch Geldinstitute und Direktbanken, bei denen man auch im Ausland mit Kreditkarten kostenlos an Geld kommt. Informieren heißt hier also bares Geld sparen!

Daher mein Tipp: Wenn Sie im Urlaub Geld brauchen, heben Sie lieber einmalig eine größere Summe ab, als viele kleine Beträge - dies kann auf Sicht helfen, den Geldbeutel kräftig zu schonen. Zudem kann man sich schon im Vorfeld bei seinem eigenen Kreditinstitut informieren, welche Kosten die heimische Bank für derartige Transaktionen in Rechnung stellt. Manchmal erfährt man auch so, welche Partnerbanken im Ausland besonders günstige Tarife anbieten.

Geht die Karte einmal verloren, sollten Sie eine Notfall-Nummer zum Sperren des Kontos immer dabei haben. Die Karten können Sie unter der Nummer 0049 (Vorwahl für Deutschland) und 11 61 16 schnell sperren lassen.

Kostenfalle Handy und Handy-Mailbox

Bei vielen Telefonanbietern zählt der letzte Aufenthaltsort - an dem das Handy ins Netz eingebucht wurde - als Standort des Handybesitzers bzw. als Berechnungsgrundlage für die Telefongebühren. Wenn Sie also beispielsweise mit einem eingeschalteten Handy nach Athen fliegen, müssen Sie damit rechnen, dass Griechenland als Ihr letzter Standort beim Telefonanbieter gespeichert ist.

Hier können dann sogar doppelte Kosten entstehen. Denn selbst wenn Sie bereits wieder in Deutschland sind, könnte Ihr Telefonanbieter den Anruf erst nach Griechenland und dann wieder zurück nach Deutschland leiten. Und bei solchen Umwegen werden auch kürzere Gespräche astronomisch teuer. Je nach Tagezeit und Gebührenordnung können in diesem Beispiel so schnell 2,25 Euro pro Minute (und mehr!) anfallen.

Eine weitere Kostenfalle kann die Mailbox werden, die versucht Sie im Ausland zu erreichen. Hier müssen beispielsweise Kunden von T-Mobile, E-Plus und O2 zunächst die Weiterleitung ins Ausland zahlen. Hebt dann der Besitzer des Anschlusses nicht ab, wird der Anruf auf die Mailbox weitergeleitet, was die Gebühren verdoppelt. Aktuell zahlen nur Kunden von Vodafone keine zusätzlichen Kosten für eine Umleitung innerhalb der Europäischen Union. Aber auch hier kann es außerhalb der EU richtig teuer werden.

Daher mein Tipp: Deaktivieren Sie Weiterleitungen vom Anrufbeantworter auf Ihr Handy, wenn Sie in den Urlaub fahren. Zusätzlich sollten Sie die Mailbox deaktivieren, um diese doppelten Gebühren zu sparen. Wie das funktioniert, erfahren Sie in der Gebrauchsanleitung Ihres Anrufbeantworters bzw. von Ihrem Telefonanbieter, der die Mailbox hostet.

Wie man sich mit einem Mietwagen ruinieren kann

Um einen günstigen Mietwagen zu bekommen, wollen viele Urlauber am Versicherungsschutz sparen. Wer rechnet schon im Urlaub mit einem Unfall und den daraus entstehenden Folgekosten für die Betroffenen. Aber Sie wären nicht der Erste, der sich mit einem Unfall am Ende finanziell selbst vollkommen ruiniert. In anderen Ländern sind beispielsweise die Deckungssummen der Haftpflichtversicherung oft deutlich niedriger als in Deutschland.

Hier raten Verbraucherschützer zu einer Deckungssumme von mindestens 1 Million Euro. Denn alles, was nicht über die Versicherung abgedeckt ist, muss man im Ernstfall selbst privat aufbringen. Wer auf "Nummer sicher" gehen will, sollte am besten sogenannte "All-inclusive-Pakete" buchen, denn hier sind oft alle wichtigen Faktoren, wie unbegrenzte Kilometerzahl, Haftpflicht-, Vollkasko- und Diebstahlversicherung mit abgedeckt. Und wenn Sie auf besonders teuere Autos stehen, bedenken Sie einfach, dass eine Haftpflicht zwar den Schaden beim Unfallpartner bezahlt, aber den geliehenen verbeulten Porsche müssen Sie aus eigener Tasche reparieren lassen.

Oft wird zusätzlich geraten, sich den Mietwagen schon von zu Hause aus zu mieten. Dies ist in der Regel billiger und stressfreier, denn Vorabbuchungen werden oft mit einem Rabatt honoriert. Außerdem können Sie sich dann schon in Deutschland die Vertragsdetails in Deutsch durchlesen und wissen so viel genauer, auf was Sie sich beim Ordern des Mietwagens einlassen.

Vorsorge bei verlorenen Reisedokumenten

Wichtige Dokumente im Urlaub zu verlieren, ist immer äußerst ärgerlich. Aber auch hier kann man sich das Krisenmanagement leichter machen, wenn man sich Kopien der wichtigsten Dokumente für den Notfall anfertigt. Zwar muss man dann immer noch eine Gebühr in einer Botschaft oder einem Konsulat für einen "Ersatzausweis" zahlen, aber die Erstellung des Ersatz-Dokuments wird wesentlich erleichtert.

Hier sollten beispielsweise der Ausweis, Reisepass, EC- und Kreditkarte, Gesundheitskassenausweise, Hotelgutscheine, Flugtickets oder auch Notfallnummern separat im Gepäck mit verstaut werden. Mit einem Ersatzausweis kann man dann zwar unter Umständen auch nur nach Deutschland zurückreisen - und nicht weitere Trips in andere Länder machen - aber selbst dies kann ein wichtiger Rettungsring im Notfall sein.

Kostenfalle Zollgebühren

Im Ausland kann man oft viele Waren deutlich günstiger erwerben als in Deutschland. Natürlich ist dann der Anreiz groß, sich mit billigen Waren einzudecken. Der Schreck kommt für viele erst dann, wenn sie beim Zoll über Einfuhrverbote, zollpflichtige Waren oder zusätzliche Abgaben informiert werden, die den Einkauf im Nachhinein so richtig teuer machen. Wer sich hier nicht vorher informiert, darf sich dann auch nicht über die "Strafgebühren" ärgern.

So dürfen normalerweise innerhalb der EU bei Flug- oder Schiffsreisen nur Waren im Wert von 430,-- Euro eingeführt werden. Mit dem Auto oder der Eisenbahn sinkt diese Grenze sogar auf 300,-- Euro. Wer noch keine 15 Jahre alt ist, darf sogar nur Waren im Wert von 175,-- Euro einführen. Beliebt sind bei Rauchern im Ausland oft die günstigen Zigaretten. Hier darf man außerhalb der EU aber nur 200 Zigaretten - und innerhalb der EU - nur bis zu 800 Zigaretten mitbringen.

Wer die Freimenge weit überschreitet, kann beim Zoll unter Umständen - mit Zollgebühren für die Ware plus 19% Einfuhrumsatzsteuer - doppelt zur Kasse gebeten werden. Ein Trick ist hier noch die Waren auf mehrere Reisende zu verteilen, damit jeder Einzelne innerhalb der Freimengen bleibt, die jeder einführen darf. Wer sich hier über die "wahren Kosten" seiner Urlaubsschnäppchen informieren will, kann dies auf der Webseite www.zoll.de tun.

Damit bin ich mit meinen Tipps bezüglich der Kostenfallen am Ende und hoffe wertvolle Anregungen gegeben zu haben, damit Sie nicht in eine dieser Fallen tappen. Ich kann natürlich nicht für die 100%tige Vollständigkeit der Informationen einstehen, aber immerhin können Sie jetzt zumindest diese Kostenfallen vermeiden.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub!

22.10.2013 © seit 06.2010 Wacki Bauer  

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