Videoabend: 29 Tipps zum Ambiente für Gastgeber und Gäste

Teaser: Videoabende sind in der Familie oder unter Freuden immer noch sehr beliebt. Damit dieses kleine Event für alle ein gelungenes Ereignis wird, kann man einige Dinge schon im Vorfeld beachten. In diesem Artikel bekommen Sie zahlreiche Tipps, wie Sie einen gelungen Videoabend für alle veranstalten können.

Bei Aussagen wie „James Camerons „Avatar“ gewann nur 3 Oscars“ und „Lass uns doch 'nen Film runterladen“ kommt man ins Grübeln, welchen Stellenwert heutzutage das Medium Film überhaupt hat.

KameramannAuf Zelluloid wurden einst, nachdem der Film vor allem wissenschaftlichen Experimenten diente, epische, aber auch einfache Kunstwerke gebannt, die Moral unterhaltsam vermittelt haben.

Über die Jahre hinweg reichte der Einfluss des Mediums Film immer weiter: Wirtschaft, Politik, Meinungsmache.

Und gerade im heutigen Stresszeitalter kristallisiert sich eine bestimmte Spezies Mensch heraus, die der Tradition des klassischen Films hinterher fühlt.

Gehen Menschen überhaupt noch ins Kino? Wo ist der schöne Videoabend hin? Und wie bereitet man so etwas heutzutage überhaupt noch vor?

In diesem Artikel möchte ich auf einige Grundlagen und Tipps hinweisen und etwas Ruhe in Ihren wohlverdienten (Gesellschafts-) Abend bringen. Doch bevor wir zur Praxis schreiten, will ich kurz auf einige Hintergründe zu diesem Thema eingehen ...

Wo(mit) schaut man heutzutage Filme?

Indien ist das produktivste Land, was Filme angeht. Jährlich erscheinen ca. 900 (!) Filme, von denen es bloß eine Handvoll auf den deutschen Markt schaffen. In Indien gibt es Vorführungsstätten, die beinahe tausend Menschen Platz bieten.

Hier trifft sich das ganze Dorf am Wochenende für mindestens drei Stunden und feiert sowohl die bunten Bollywood-Filme als auch andere Hindi-Streifen. Das krasse Gegenteil erleben wir in Metropolen wie New York City oder Tokio.

Die Technik macht's möglich, dass man sich in der Bahn, im Café oder an der Uni auf seinem Hightech-Handy oder dem Notebook ganze Filme mal eben auf die Schnelle ansehen und somit nervige Wartezeiten beseitigen kann.

Wem beide Optionen aber zu extrem erscheinen, kann immer noch auf die private Unterhaltungsrunde zu Hause zurückgreifen. Mit der alten VHS, der überholten DVD, der neuen Blu-ray Disc und sogar dem Internet lassen sich Filme aus aller Welt ganz gemütlich zu Hause genießen.

Wie schaut man heutzutage Filme?

„Vor dem Fernseher nehmen die Beta-Wellen stark ab, die Alpha-Wellen werden dominant. Es tritt also beim Fernsehen der so genannte "Alpha-Zustand" ein.“ (Quelle: www.Kinesiologie-Verband.de; Stand: 13. März 2010)

Tipps zum VideoabendNach getaner Arbeit lässt man sich abends oft schlapp aufs Sofa fallen, greift zur Fernbedienung und hofft, in irgendeinem Programm einige bewegte Bilder zu finden, die den eigenen Interessen und Vorlieben entsprechen und zugleich vom eigenen Leben ablenken sollen.

Fernsehen dient somit heute mehr denn je als Stressbewältigung, was auf Dauer gewiss nicht risikolos ist.

Filmmaterial wird entweder nach seinem Unterhaltungswert für die Masse beurteilt oder von wenigen Kennern und Liebhabern in Ehren gehalten. Auch in der Filmindustrie gibt es somit die Zweiklassengesellschaft.

Warum schaut man heutzutage Filme?

Wie bereits erwähnt, dienen Filme (kommerzielles Videomaterial allgemein) den Zuschauern heutzutage überwiegend der Unterhaltung. Dieser will fremde Welten, bizarre Beziehungen, aber auch bekannte Gegebenheiten aus dem Alltag sehen, mit denen er sich identifizieren kann. Cineasten verschenken ihr Herz dagegen an imposante Bilder, originelle Geschichten und Textzeilen sowie an den historischen Wert des Kunst- oder Machwerks.

Tipps für Gastgeber

1. Was muss der Leiter des Abends beachten?

Sie müssen auf das Wohl Ihrer Gäste achten. Zudem muss die Technik funktionieren und für alles andere gesorgt sein. Gute Laune entsteht nicht von alleine, aber schaffen Sie sie auch nicht zwanghaft herbei; es geht schließlich um den Film und das Zusammensein.

2. Sitz- und Liegemöglichkeiten

Das Wichtigste ist, überhaupt genügend Sitz- bzw. Liegefläche anbieten zu können: Couch, Liegesofa, Futon, Matratze, einzelne Sessel oder bequeme Stühle tun's auch. Vermeiden sollte man quietschende, unbequeme und breite Plastikstühle; natürlich auch den (kalten) Fußboden.

3. Die richtige Anzahl der Gäste

(Zu) viele Köche verderben den Brei, so verhält es sich auch bei einem Videoabend mit den Zuschauern. Eine übersichtliche Gemeinschaft hält den Geräusch- und Störpegel durch eventuelle Pinkel- und Raucherpausen und Zwischenkommentaren niedrig.

4. VHS, DVD/Blu-ray, Leinwand oder Internet?

Die meisten Videoabende werden heutzutage wohl mit der DVD stattfinden, doch die Blu-ray ist auf dem Vormarsch. Bedenken Sie bei der VHS die niedrige Bild- und Tonqualität, die sich negativ auf die Stimmung auswirken kann. Wer eine Leinwand basteln will und einen Projektor zu Hause hat, kann sich ein kleines Stückchen des Kinogefühls nach Hause holen.

Außerdem gibt es die verschiedensten Anbieter im Internet, die „Video on Demand“ (Video auf Nachfrage) anbieten.

Videoabend Gastgeber5. Die richtige Technik macht's!

Ärgerlich wird es, wenn während des Films die Technik aussetzt. Sorgen Sie deshalb als Gastgeber für einwandfrei funktionierende Technik; diese muss nicht einmal teuer sein (Tipp: Leihen).

Manche vergöttern die Qualität von Plasma- oder den neueren LED-Bildschirmen, anderen genügt ein mittelgroßer LCD-Fernseher.

Auch bei der Tonqualität (DD 6.1, DTS, THX, …) sollten Sie nach eigenem Ermessen entscheiden und auf das zurückgreifen, was parat ist.

6. Die richtige Uhrzeit, der richtige Tag

Was eigentlich selbstverständlich klingt, sollte man ernst angehen: die Auswahl des Tages. Wochentage eignen sich kaum für einen Videoabend, auch wenn der darauf folgende Tag ein Feiertag ist. Der Samstag hingegen bildet den perfekten Tag, weil er in unserer Gesellschaft der erste ist, den wir größtenteils für unser Privatleben komplett reserviert haben.

Bei der Uhrzeit sollten Sie noch genauer sein. Zwischen 19 und 22 Uhr sollte er je nach Genre und Dauer des Films beginnen.

7. Einladung: Spontan oder geplant?

Seltener ist die Variante, Einladungen für einen Videoabend zu verschicken, es sei denn, er ist mit einer Geburtstagsfeier im kleinen Kreis o.ä. kombiniert. Bei spontanen Aktionen sollten Sie sich dennoch die Zeit nehmen, das richtige Flair herzustellen.

8. Verpflegung: Was trinken und essen Ihre Gäste gerne?

Überlegen Sie sich das schon beim Einkauf. Nicht fehlen sollten frisches Wasser und genügend Gläser. Knabberzeug, Popcorn und Limonaden oder alkoholische Getränke bilden die altbekannten Standards. Eigenkreationen peppen den Abend zusätzlich auf.

9. Filmauswahl klein halten

Man sollte seinen Gästen nicht eine zu große Auswahl an Filmen zumuten, das hemmt die Stimmung und erzeugt die Qual der Wahl.

In der Regel gibt es drei Kategorien, deren Sie sich problemlos bedienen können: Humor, Spannung, Romantik.

Wie viele Filme überhaupt an einem Abend angesehen werden sollen, können Sie mit Ihren Gästen vor Ort in der jeweiligen Stimmung absprechen; zwei sind guter Durchschnitt.

10. Stimmung dem Film-Genre anpassen

Bei einer Horrorfilmparty machen sich Luftballons und bunte Bilder weniger gut. Ebenso ist düstere Mittelalterstimmung bei Liebesfilmen unangebracht. Man muss aus seinem Wohnzimmer natürlich kein Filmmuseum machen, aber schon kleinste Elemente (gedämmtes Licht, gemütliche Sitzecke, Farben u.v.m.) können zur Stimmung des jeweiligen Films beitragen.

11. Störquellen im Vorfeld ausschalten

Einen Film sollte man sich möglichst lückenlos ansehen. Störquellen sind z.B. flackernde Lichtquellen, klingelnde Mobil- und Festnetztelefone sowie die Türklingel, fehlende Verpflegung der Gäste usw. Machen Sie auch Ihre Gäste darauf aufmerksam.

12. Rauchen erlaubt?

Legen Sie diesen Punkt vor Beginn des Videoabends fest. Dem einen oder anderen mag der Rauch im Haus nichts ausmachen und sogar dem klassischen Kinogefühl beitragen, doch ist es weder gesund, noch gerecht den Nichtrauchern und dem Gastgeber gegenüber, der auch am nächsten Tag noch hier wohnen soll.

13. Wer hat welche Aufgabe?

Als Gastgeber sind Sie auch der Leiter des Videoabends. Sollte dieser größer ausfallen als geplant, empfiehlt es sich als Notfallplan, Aufgaben an Freiwillige zu verteilen, z.B.: Service für Getränke und Essen. Bereden Sie das aber lieber mit der jeweiligen Person alleine, um den anderen die Struktur des Abends nicht zu verderben.

14. Termine mit Distanz verlegen

Haben Sie davor oder danach noch etwas vor? Verschieben Sie, sowohl als Gast als auch als Gastgeber, Ihren nächsten Termin doch um einen ganzen Tag. So können Sie den Videoabend mit Freunden und/oder der Familie in aller Ruhe genießen.

15. Einleitung – Hauptteil – Schluss

Keine Pflicht, aber eine nette Idee: Starten Sie Ihren Abend zum Beispiel mit einem Sektempfang, bevor es im Hauptteil an den/die Film(e) geht. Den Schluss könnte beispielsweise ein Quiz, eine Diskussion oder ein Abendessen bilden.

07.04.2014 © seit 03.2010 Thorsten Boose  
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