Kinder im Internet: Wie Eltern Kinder helfen können das Surfen zu lernen

Teaser: Überlassen Sie den Einstieg Ihres Kindes in das Internet nicht dem Zufall. Das Internet ist nicht nur eine virtuelle Welt der Informationen, sondern auch ein Tummelplatz für allerlei schwarze Schafe. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind aktiv beim Einstieg in das Internet helfen können.

"Das Leben will gelernt sein" ... - eine Weisheit, die nicht nur auf die alltägliche Lebensgestaltung zutrifft, sondern auch auf den Umgang mit virtuellen Welten - dem Internet. Unsere moderne Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Informationsgesellschaft, in der moderne Medien - wie das Internet - nicht mehr wegzudenken sind, sondern immer mehr an Präsenz gewinnen. Doch auch die "Welt der Informationen" hat ihre Tücken und Schattenseiten, auf die man Anfänger vorbereiten muß.

Vater und Sohn im InternetVerantwortungsbewußte Eltern sollten den Einstieg ihrer Kinder in das Internet nicht dem Zufall überlassen. Sicher können Sie als Elternteil damit nicht ausschließen, daß Ihr Kind Fehler macht. Kinder haben schließlich auch ihren eigenen Willen. Aber Eltern können ihren Kindern helfen, die Tücken und Schattenseiten des Internets zu erkennen. Mit diesem Wissen haben Kinder zumindest prinzipiell die Möglichkeit bekannten Gefahren aus dem Weg zu gehen. Schon wenig fundiertes Wissen und eine Aufklärung über die Gefahren kann Ihrem Kind helfen die eigene Verantwortung zu erkennen und voraussehend zu handeln.

Allgemein gesprochen ist das Internet eine virtuelle "Welt der Information". Positiv gesehen bedeutet dies, daß man damit einen bequemen Zugang von Zuhause auf das größte "Informationsnetz" dieses Planeten hat. Es gibt kaum eine Information, die man nicht über das Internet bekommen könnte - im Grunde ist es nur eine Frage wie gut man Informationen recherchieren kann, um letztlich alles zu finden. Damit sind wir auch schon bei der Schattenseite des Internets angelangt, da Informationen auch gezielt oder unbeabsichtigt gefälscht oder manipuliert werden können. Da sich Informationen im Internet nicht wirklich kontrollieren lassen, finden sich dort auch Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind.

Somit würde ich Eltern empfehlen sich vorher darüber Gedanken zu machen, ob ihr Kind bereits in der Lage ist kritisch mit Informationen umzugehen. Kritisch mit Informationen umgehen zu können heißt nicht nur, die Inhalte überhaupt lesen zu können, sondern darüber hinaus ist dafür ein gewisses Maß an Wissen, Selbstreflektion und Verantwortungsbewußtsein nötig. Halten Sie sich eines klar vor Augen - wer im Internet surft kann an alle Infos kommen - also auch an Pornos, rechts- oder linksradikale Webseiten, gewaltverherrlichende Artikel usw. - um nur einige Beispiele zu nennen.

Sicher gibt es auch die Möglichkeit bestimmte Webseiten - per Browsereinstellungen - festzulegen und somit die Wahlmöglichkeiten des Kindes von vornherein auf bestimmte Inhalte zu limitieren. Dies mag bei Kleinkindern sinnvoll sein, die ihre ersten Erfahrungen auf Kinderseiten machen wollen. (Anmerkung: Wie Sie bestimmte kinderfreundliche Webseiten definieren können, werde ich in dem Artikel "Kinderschutz im Internet: Wie Eltern den Zugriff auf "gefährliche" Webseiten verhindern" genauer für Sie beschreiben. ) Dennoch ist damit nur ein wenig Zeit gewonnen, denn früher oder später wird Ihr Kind Zugang zum Internet bekommen. Sei es durch die Schule, Freunde, Ausbildung oder in einem der vielen Internet-Kaffees - Ihr Kind wird früher oder später einen Weg ins Internet finden.

Da Sie es ohnehin nicht verhindern können, daß Ihr Kind irgendwann im Internet herumtollen wird, können Sie es zumindest bei seinem Einstieg begleiten. Ich werde Ihnen im Folgenden einige Anregungen geben, die Sie Ihrem Kind vermitteln können. Dies ist selbstverständlich nur eine kleine Auswahl von möglichen "Gefahren" - aber selbst diese wenigen Tips können Ihrem Kind weiterhelfen.

Was können Eltern tun, um Ihren Kindern den Umgang mit dem Internet beizubringen?

1. Legen Sie auf dem Computer ein "eingeschränktes Benutzerkonto an". Ein eingeschränktes Benutzerkonto hat den Vorteil, daß die Zugriffsbeschränkungen des Kontos wichtige Systemdatein und Funktionen schützen. Wie Sie das machen erfahren Sie in meinem Artikel: "Eingeschränktes Benutzerkonto erstellen: Sicherer surfen im Internet".

2. Stellen Sie vorher sicher, daß der Computer über die nötige Sicherheitssoftware bzw. aktuelle Sicherheitsupdates verfügt. Hierzu gehört mindestens eine Firewall, ein Antivirenprogramm und die aktuellen Sicherheitsupdates für Windows. Falls Sie dies nicht tun, ist es sehr wahrscheinlich, daß Ihr Computer in kurzer Zeit mit Viren, Trojanern oder anderen Schädlingen überflutet wird,

Mutter mit Kind im Internet3. Wenn Sie Ihrem Kind ein E-Mail-Konto anlegen - das ist bei vielen Seiten Bedingung, um sich anmelden oder einloggen zu können - wählen Sie eine Adresse, die Sie später wieder löschen können. Eines ist sicher - wer seine E-Mail-Adresse im Internet verwendet, wird früher oder später von Spamrobots gefunden. Damit kommen nicht nur lästige Spam-Mails ins Haus, sondern auch Mails mit Viren und Würmern. Als Grundregel empfehle ich hier, nur E-Mails zu öffnen, deren Herkunft eindeutig bekannt ist. Auf keinem Fall jedoch Mails oder gar Anhänge von unbekannten Adressen. Darin verbergen sich nämlich gerne die Ausführungsdateien der Schädlinge.

Geben Sie niemals den Realnamen Ihres Kindes in der E-Mail-Adresse (ala "heinrich-kundermann@gmx.de"). Dies erleichtert es schwarzen Schafen erheblich konkrete Daten - wie Wohnort, Telefonnummer etc. - von Ihrem Kind zu bekommen. Leider treiben sich immer wieder Betrüger, Kinderschänder, Spanner oder Ähnliches in Foren oder Kinderchats herum und versuchen Kontakt zu Kindern zu bekommen. Falls sich Ihr Kind also einmal mit einer "Internetbekanntschaft" treffen will, seien Sie vorsichtig und begleiten Ihr Kind am besten beim ersten Treffen im Reallife. Dies ist der beste Schutz gegen ungewollte Überraschungen.

4. Zeigen Sie Ihrem Kind wie man im Internet recherchiert. Gewöhnlich benutzt man hier Suchmaschinen wie Google, die auf bestimmte Stichwörter hin Webseiten auswählen, die am ehesten der Anfrage entsprechen. Eine gute Alternative sind sogenannte "Webkataloge", welche die empfohlenen Seiten zu einem Thema überprüft haben. Der Vorteil ist hier, daß Webkataloge selbst für die Verlinkung rechtlich verantwortlich sind und damit ein eigenes Interesse haben, dem Suchenden keine illegalen Inhalte anzubieten.

Zudem sortieren Webkataloge Ihre Verlinkungen zu anderen Seiten thematisch, d.h. man findet schneller gute Seiten zu einem bestimmten Thema. Sie können beispielsweise bestimmte Webkataloge in die Favoriten Ihres Browsers einbauen, die Ihrem Kind die Suche im Internet erleichtern sollen. Falls Sie keine Webkataloge kennen, empfehle ich Ihnen den Artikel "Große Webkatalog Verzeichnisliste - Tragen Sie Ihre Homepage ein!" Hier finden Sie mit Sicherheit einige gute Webkataloge, die Sie Ihrem Kind empfehlen können.

5. Surfen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind. Gemeinsam surfen macht nicht nur Spaß, sondern hilft Ihnen auch zu sehen, wie Ihr Kind mit Informationen im Internet umgeht. Kommen Sie so beispielsweise auf eine Seite, die einen Dialer für einen Download anbietet, können Sie Ihr Kind direkt vor solchen Betrügern warnen. Lassen Sie Ihr Kind surfen - allein am bewegen des Mauszeigers können Sie erkennen, ob es Informationen zielgerichtet verarbeitet oder nur wild herumklickt.

Klären Sie Ihr Kind darüber auf, daß es schädliche Software - wie Viren (Software, die Daten vernichtet), Trojaner (Software die es Hackern erlaubt ungefragt auf den Computer zuzugreifen), Würmer (Software - meist in E-Mails - die ungefragt Ihr Adressbuch durchforsten und von Ihrem E-Mail-Konto aus Spam verschickt) - Spyware (Software, die persönliche Daten von Ihrem Computer an Dritte versendet) usw. - gibt, die man sich im Internet einfangen kann.

Schon wenige Grundregeln können hier helfen - Beispiele:

  • Downloads von Dateien aus dem Internet nur in Ihrem Beisein. Falls Sie sich selbst unsicher sind, lassen Sie - bevor Sie den Download öffnen oder installieren - immer zuerst ein Antivirenprogramm über den Download laufen. So können Sie zumindest prüfen, ob der Download virenfrei ist.
  • Realnamen - Adresse etc. - nur bei bekannten bzw. ausgewählten Webseiten angeben.
  • Kinderfreundliche Seiten gemeinsam suchen und diese unter Favoriten abspeichern. Da sich auch hinter scheinbar kinderfreundlichen Seiten immer wieder Betrüger oder illegale Seiten verbergen, ist es ratsam diese selbst vorher in Augenschein zu nehmen.
  • Auch im Internet gelten gute Umgangsformen! Manche User glauben sich im Internet anonym bewegen zu können und verhalten sich in Foren oder Chats wie die Berserker. Wer andere beleidigt, anschwärzt oder betrügt handelt auch hier nicht in einem rechtsfreien Raum. Sie wären nicht der erste, dem ein gerichtlicher Bescheid ins Haus flattert. Gewöhnen Sie Ihr Kind also frühzeitig daran, solche schwarzen Schafe zu vermeiden - Foren mit einem üblen Umgangston sollte man meiden. Mit ein wenig Suchaufwand findet man immer ein gut moderiertes Forum, indem man neben guten Infos auch einen gepflegten Umgang miteinander hat.
  • Vermeiden Sie Dialer! In Deutschland ist es mittlerweile verboten Dialer "ungefragt" auf Computer von Usern zu spielen. Die meisten Dialerprogramme verwenden nun den Trick ein Eingabefeld aufpopen zu lassen in dem steht "Bitte tippen Sie OK ein". Wer hier OK eintippt, gibt dem Dialerprogramm die Erlaubnis sich auf dem Computer zu installieren. Solche Seiten sollten in jedem Fall vermeiden.

Soweit zu einigen Möglichkeiten wie Eltern ihren Kindern bei einem Einstieg ins Internet helfen können.

Viel Spaß beim Surfen mit Ihrem Kind!

23.10.2013 © seit 12.2005 Uwe Bartlos
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