Notfall Atlantis

Vorwort

Atlantis....man hat schon einiges darüber gehört, aber was ist das eigentlich? Viele Gerüchte ranken sich um einen angeblich versunkenen Kontinent und vermischen sich mit Spekulationen über eine prähistorische Superzivilisation mit Atomwaffen oder der Vorstellung von Mega-Städten am Meeresgrund. Doch woher kommt diese Geschichte überhaupt? Dieser kurze Exkurs klärt Sie darüber auf, wer der eigentliche Urheber dieses Berichtes ist und gewährt einen flüchtigen Einblick in die neuesten Erkenntnisse.

Atlantis... Tummelplatz der Propheten

Es ist außerordentlich wichtig zu wissen, daß sich dieses Thema in zwei verschiedene Lager aufspaltet, die sich maßgeblich voneinander unterscheiden. Kaum jemand weiß, daß es der berühmte Philosoph Platon (427-347 v.Chr.) war, der uns in seinem naturkundlich-kosmologischen Hauptwerk die einzigen relevanten Texte überlieferte, die zu diesem Thema existieren. Es ist zwar durchaus legitim weitere antike Aufzeichnungen zur Untermauerung einer Theorie heranzuziehen, doch ob eine Passage aus Homers Odyssee (9 Jhd. v.Chr.), die das Land der Phäaken beschreibt etwas damit zu tun hat ist absolut ungesichert, wenngleich sie deutliche Parallelen aufweist.

Weder die Berichte von Herodot von Halikarnassos, noch die Sintflutgeschichte der Bibel oder Ähnliches dürfen mit Platons Texten verflochten werden, da keinerlei gesicherter Bezug zum Orignal nachgewiesen werden kann. Deshalb gilt es deutlich festzuhalten, daß ausschließlich die Überlieferung Platons die historische Grundlage für das Thema Atlantis bildet.

Die zweite Richtung, aus der über Atlantis diskutiert wird und hauptsächlich für die Verwirrung in unseren Köpfen verantwortlich ist, ist der Esotherik zuzurechnen. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts begeisterte ein gewisser Edgar Cayce als Wunderheiler und Hypnotiseur sein Publikum mit übersinnlichen Aussagen über dieses Sujet. So prophezeite er beispielsweise, daß Atlantis kurz vor der Jahrtausendwende vor der Insel Bimini auftauchen sollte, beschrieb in seinen Seancen die Zerstörung der damaligen Insel durch Kernenergie, sowie allerlei seltsame Fluggeräte.

Es kamen noch weitere gewagte Aussagen durch die Hellseherin und Begründerein der theosophischen Geheimlehre Helena Blavatzky hinzu und wurden durch spätere Behauptungen selbsternannter Channelmedien unterstützt. Ob deren Sendungen aus dem Jenseits ihre Berechtigung haben, läßt sich nicht beurteilen. Auf jeden Fall haben sie rein gar nichts mit Platons Ursprungsberichten zu tun.

Die Vermischung dieser beiden Strömungen führte unweigerlich zu einer brisanten Mixtur aus echter Wissenschaft, halbherziger Forschung und esotherischer Spekulation, was schließlich Atlantis zu einem chaotischen Mythos für Spinner und Verrückte degenerieren ließ. Der Mißbrauch für ideologische Zwecke, sowie etliche, frei erfundene Phantasiefilme taten ein Übriges. Dieser Aufsatz dient also dazu diese Verwirrung in Wissen aufzulösen.

Atlantis... die wahre Herkunft

Mit etwa 70 Jahren schreibt Platon sein Hauptwerk, das eine Zusammenfassung des gesamten damaligen Wissens darstellt. Es sind unter Anderem die gesammelten Erkenntnisse der pythargoräischen Medizin, der Physiologie, Psychologie und Astronomoie. Lediglich zwei Auszüge daraus, die beiden Dialoge "Timaios" und "Kritias" nennen zum allerersten mal in der Literaturgeschichte das Wort Atlantis. Alles, was später folgt bezieht sich auf diese von Platon genannte Bezeichnung, die er eindeutig als Versuch der Übersetzung aus dem Ägyptischen deklariert (griechische Bedeutung: Tochter des Atlas / ägyptisches Ursprungswort: unbekannt). Doch woher hatte Platon seine Informationen?

Platon selbst nennt innerhalb der Texte seine Quelle, die durch genealogische Untersuchungen des Ahnenforschers John Davies bestätigt wurde. Es war Solon (640-559 v.Chr.), einer der sieben Weisen des antiken Griechenlandes und Mitbegründer der athenischen Staatsdemokratie, der diese Aufzeichnungen aus Ägypten mitbrachte.

Er war der Großvater des Kritias, der wiederum der Onkel Platons war. Unter diesen historischen Persönlichkeiten wurden die Manuskripte weitergegeben, bis sie schließlich ihren Niederschlag in Platons Schriften fanden.

Über Solon sind der Geschichtsschreibung viele Einzelheiten bekannt. So war er als Großkaufmann für seine ausgedehnten Reisen berühmt, auf denen er Sitten, Recht und Geschichte der verschiedenen Völker kennenlernte. Er begab sich um etwa 560 v.Chr. nach Ägypten und besuchte die Stadt Sais im Delta des Nils.

Dort stand der Tempel der Neith, der als eine der berühmtesten Universitäten der Epoche galt. Hier stieß er auf Stelen mit eingravierten Atlantis-Texten und befragte daraufhin die Priester, die ihm mit Hilfe weiterer Papyri erschöpfende Auskunft gaben. Daraus fertigte Solon das besagte Manuskript, das er später mit nach Griechenland brachte und über Kritias an dessen Neffen Platon vererbte.

Die Existenz dieses Tempels wurde bereits durch archäologische Ausgrabungen bewiesen und die Reise Solons in den Hafen von Naukratis, der 16 Kilometer von Sais entfernt lag, ist ebenfalls verbrieft. Ungefähr 300 vor Christus, noch bevor der Tempel um das Jahr Null von den Römern zerstört worden ist, besuchte Krantor von Soloi (330-275 v.Chr.) ebenfalls diesen Tempel und bestätigte die Schriftrollen, aus denen Solon sein Wissen schöpfte, gesehen zu haben.

Inhaltsübersicht Timaios und Kritias

Voranzuschicken ist, daß zur Beurteilung des eigentlichen Inhalts eine Beeinflussung durch die Atlantis-Hysterie des beginnenden 20ten Jahrhunderts völlig ausgeschlossen werden muß. Daher ist es notwendig Übersetzungen zu verwenden, die vor 1920 erstellt worden sind. Diese Bedingung ist in diesem Fall durch eine Übertragung ins Deutsche aus dem Jahre 1856 von Hieronymus Müller erfüllt und kann aus diesem Grund die Essenz der Texte in Reinform wiedergeben.

Der Dialog "Timaios" ist ein Gespräch zwischen Sokrates und Timaios, in dem Letzerer nacherzählt, was ihm von Kritias über Solons Aufenthalt in Sais gesagt wurde. Solon habe sich dort von einem alten ägyptischen Priester belehren lassen müssen, daß das urgriechische Volk viel älter sei als es selbst glaubte und seine Göttermythologie nichts anderes als ein Kindermärchen sei.

Dies läge daran, daß sie in alter Zeit noch keine Schrift besaßen und dieses Wissen von vor 9.000 Jahren verloren gegangen sei (also 9.000+ Besuchsdatum Solons= 9.560 v.Chr.). Timaios gibt in wörtlicher Rede das Gespräch zwischen Solon und dem Priester wieder, das sich um eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Atlantern und den Urgriechen dreht. Die Atlanter seien ein hervorragendes Volk mit bewundernswerten Errungenschaften gewesen und hätten zu dieser Zeit den gesamten Mittelmeerraum beherrscht. Späterhin sollen sie selbst und ihre Insel durch eine Sintflut und ein gewaltiges Erdbeben ausgelöscht worden sein.

Im Dialog "Kritias" erzählt Kritias selbst, was er von seinem Großvater Solon als Kind über Atlantis gehört hatte. Er betont, daß alle Namen Übersetzungen seien und man sich nicht wundern solle wenn Barbaren (damals gängiger Ausdruck für alle Nichtgriechen) hellenische Namen trügen. Danach beginnt eine außergewöhnlich exakte Beschreibung der Insel Atlantis mit Angaben über Lage, Form, Klima, Fauna, Bodenschätze und so weiter. In der gleichen Präzision beschreibt er die Hauptstadt Atlantis´ und überliefert uns für jede Einzelheit genaue Maßangaben. Er schildert Sitten und Errungenschaften der Atlanter, sowie das Kriegswesen mit kompletter Ausstattung, als auch spezielle Riten des Königtums. Dies alles in einer unglaublichen Schärfe, die nicht zu übertreffen ist.

Beide Dialoge zusammen ergeben weniger als 6 Seiten in einer Seitengröße von A4. Obwohl das an Umfang bereits alles ist, sind sie außergewöhnlich detailverliebt und liefern exakte Angaben über Position, Dimension, Topographie, Geologie, Meteorologie und einer Vielzahl anderer wissenschaftlicher Disziplinen. Deshalb ist es um so verwunderlicher, daß Atlantis bereits an über 50 Stellen auf der Erde lokalisiert worden sein soll.

Nicht nur die Plazierung dieser Texte in Platons semi-lexikalischem Hauptwerk bezeugt die Authentizität dieser Berichte, sondern auch der Autor selbst läßt seine Protagonisten mehrfach betonen, daß es sich hier um die Wiedergabe der historischen Wahrheit handle.

Neueste Erkenntnisse

Die folgende Passage bezieht sich ausschließlich auf das Werk eines unbekannten Autors und darf durchaus als eine unverschleierte Empfehlung angesehen werden. In seinem Manuskript "Notfall Atlantis" weist er mit spielerischer Leichtigkeit zentrale Denkfehler bei der Suche nach der versunkenen Kultur nach und bringt damit die Forschung von inzwischen 2.400 Jahren in Bedrängnis. Hier einige Beispiele:

Durch eine kommunikationswissenschaftliche Analyse der Ursprungstexte in einer wertungsfreien Übersetzung von Hieronymus Müller (1856/Leipzig) belegt er eindeutig, daß Atlantis in der Originalfassung niemals als Kontinent, sondern mehr als ein halbes Dutzend mal unzweifelhaft als Insel mit bestimmter Größe bezeichnet wird.

Lediglich an einer Stelle läßt sich ein Kontinent hineininterpretieren, dies aber auch nur, sofern man eine Übersetzung aus der Zeit nach 1920 verwendet. Dort ist dann zu lesen; (Atlantis war) ...eine Insel, die größer war als Asien und Libyen zusammen...

Die richtige Übersetzung (so zu finden bei H. Müller) lautet jedoch;
...eine Insel, welche mächtiger war als Asien und Libyen zusammen...

Dies ist leicht durch Platons Originalmanuskripte nachzuprüfen, wo das griechische Wort "meizon" steht, das im Sinne von "machtvoller" und "bedeutender" zu übersetzen ist. Anmerkung: Bereits nach dieser Feststellung müßten alle Enzyklopädien geändert werden!

Ferner muß angeführt werden, daß Atlantis keinesfalls im Atlantik gelegen haben muß, denn dieser Ozean bekam, genau so wie das Atlasgebirge seine Bezeichnung erst durch die beiden besprochenen Dialoge aus der Feder Platons. Der Grund für diese unhaltbare Annahme liegt in der Textstelle in der man lesen kann, daß Atlantis "jenseits der Säulen des Herakles" gelegen haben soll.

Dies wurde zwar im Nachhinein eine eindeutige Bezeichnung für die Straße von Gibraltar, doch im Ursprung ist es die allgemeine Bezeichnung für irgend eine Meerenge (z.B auch die Hafeneinfahrt in Zypern). Weiterhin gilt zu bemerken, daß Platons Ursprungstexte in bezug auf die Säulen des Herakles von "pro stoma" sprechen, was nicht nur jenseits, sondern auch "vor" den Säulen des Herakles bedeutet. Es ist also absolut unangebracht die Insel Atlantis zwanghaft in den heutigen Atlantik zu verlegen.

Weiterhin taucht in den Atlantistexten der Landstrich "Gadeiros" auf, der gern mit der damaligen griechischen Bezeichnung "Gadereike" für das heutige Cadiz gleichgesetzt wird. Es wird jedoch dabei vergessen, daß Platon explizit betont, daß "Gadeiros" ein Wort aus der unbekannten Sprache der Atlanter ist und deswegen keinesfalls griechisch gewesen sein kann. Darüber hinaus ist "Gadeiros" einer von zehn Gauen, in die die komplette Insel Atlantis aufgeteilt worden sein soll, aber sicher keine Stadt. Auch dies ist eine ergebnislose Fährte auf die die Wissenschaft bisher gelockt wurde.

Auffällig ist, daß Platon den Ausdruck "Meer" für alles verwendet, was flüssig ist - egal ob Salzwasser, Süßwasser, Flüsse oder Regen. Deshalb bekommt auch die Aussage; ...ebenso versank auch die Insel Atlantis im Meere und verschwand... eine völlig andere Bedeutung, da die Insel nicht unbedingt in einem Salzwasser-Ozean verschwunden sein muß.

Insbesondere, wenn man den Satz nicht aus dem Zusammenhang reißt ergibt sich noch eine andere Folgerung. Vollständig lautet er nämlich:
Späterhin brach eine Zeit gewaltiger Erdbeben und Überschwemmungen herein, und es kam ein Tag und eine Nacht voller entsetzlicher Schrecken, wo die ganze Masse eurer Krieger (der Urgriechen) von der Erde verschlungen wurde; ebenso versank auch die Insel Atlantis im Meere und verschwand.

Was bedeutet das? Wenn das Urgiechenland nur durch Erdbeben und Überschwemmungen verwüstet wurde und sich deren Landmasse nicht senkte, trifft das ebenso auf Atlantis zu. Dies ist bis hier hin lediglich eine Interpretation, doch der anschließende Satz bringt endlich Klarheit.

Daher ist das dortige Meer auch heute noch unbefahrbar und unerforschbar, infolge der ungeheuren Schlammassen, welche die sinkende Insel aufhäufte.

Logischerweise kann die Insel nach der Katastrophe nicht tiefer gelegen haben, als deren heruntergespülten Schlammassen. Folglich ist Atlantis genau so versunken, wie wir es noch im heutigen Sprachgebrauch für eine durch Hochwasser heimgesuchte Stadt ausdrücken. Wenn nun aber die Insel Atlantis nicht mehr per Schiff erreichbar war, muß sie umschlossen von Schlamm oder Sumpf gewesen sein. Abgesehen davon, daß sie deshalb garantiert nicht unter dem Meeresspiegel zu suchen ist, ist das erschreckend Ergebnis;

Atlantis existierte nach der Katastrophe noch!!!

Fazit

Dies waren lediglich einige der verblüffenden Erkenntnisse, doch die Serie füllt, wie bereits erwähnt ein ganzes Buch. Deshalb lege ich den interessierten Lesern das Manuskript des unter dem Pseudonym arbeitenden Autors "a.petit" ans Herz, das endlich Ordnung in die phantasievollen Exzesse über Atlantis bringt. Er selbst wartet mit unglaublichem Beweismaterial auf, von dem er sagt nicht minder erstaunt gewesen zu sein, als ich es war oder Sie es sein werden...

K.H. Eichhorn - www.expedition-atlantis.com

08.09.2017 © seit 07.2005 Philognosie Team  

Weitere Bilder, Informationen und Berichte finden Sie in Deutsch und Englisch auf der entsprechenden Website -> Expedition nach Atlantis.

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