Seite 2: Haustiere: Wie Sie Hamster artgerecht halten

Die Gestaltung des Lebensraumes von Hamstern

Hamster artgerecht in der Wohnung halten TierschutzDie wichtigste Regel beim Kauf oder Bau eines Geheges – es kann nie zu groß sein! Die Richtlinien der TVT besagen: mindestens 70 x 50 x 40, besser 100 x 50 x 50 cm (B x T x H). Jedoch gilt – je größer, desto besser.

Die Stiftung für den Tierschutz "VIER PFOTEN" empfiehlt eine Mindestgröße von mindestens 2 m² pro Tier. Weil Freiauslauf im ganzen Wohnraum für den Hamster mehr Stress als Bereicherung bedeutet, ist es auf Dauer nicht zu empfehlen. Viel wichtiger ist ein großzügiges, gut strukturiertes Gehege, welches einem Abenteuerspielplatz oder einer Spielkiste gleicht.

Leider gibt es in den Tierhandlungen überwiegend Käfige, die zu klein für eine artgerechte Haltung sind. Passen Sie bitte auf beim Erwerb der Unterkunft! Der Abstand zwischen den Gitterstäben sollte bei Zwerghamstern zwischen 5 und 6 mm liegen, bei Goldhamstern höchstens 10 mm betragen. Die Gitterstäbe müssen unbedingt waagrecht sein.

Dem Hamster muss außerdem eine Rückzugsmöglichkeit geboten werden, wo er tagsüber ungestört schlafen und seine Futtervorräte unterbringen kann. Zum Polstern eignen sich Heu und unbehandelter Zellstoff (z. B. ungebleichtes Toilettenpapier). Im Handel erhältliche synthetische Hamsterwatte ist ungeeignet, weil sie die Backentaschen verstopft. Außerdem kann sich der Hamster damit die Extremitäten abschnüren.

Von sogenannten Hamsterheimen aus Kunststoffröhren und -kugeln ist dringend abzuraten. Sie sind unnatürlich, bieten keine Rückzugsmöglichkeiten und bergen die Gefahr von Wärmestaus.

Die gesunde Ernährung

In Freiheit lebende Hamster sind den Großteil ihrer aktiven Zeit mit Nahrungssuche beschäftigt. Mit der Versorgung durch den Menschen fällt das weg. Durch eine mindestens zweimalige Fütterung pro Tag kann man die Tiere zur Aktivität anregen.

Außerdem sollte man Gemüse und Obst nicht mundgerecht zerkleinern, denn die Tiere zerteilen mit ihren starken Zähnen selbst ganze Karotten problemlos und haben gleichzeitig eine Beschäftigung. Das Futter sollte nicht immer in einem Napf angeboten werden, sondern an verschiedenen Orten des Geheges verteilt, oder sogar versteckt werden (z. B. unter Heu, in einem Papierknäuel, in einer kleinen geschlossenen Papierschachtel).

ACHTUNG: Hartes Brot ist zum Zähneabwetzen nicht geeignet. Es ist zu kalorienreich und enthält oft auch Zucker. Für die meisten Tierarten gibt es bereits Fertigfuttermischungen, sehr oft in Form von Pellets. Das ist zwar sehr praktisch, jedoch fällt damit ein wichtiger Aspekt weg: die Beschäftigung mit Nahrung unterschiedlichen Geschmacks und unterschiedlicher Struktur.

Generell sollte auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, da diese Fertigfutter oft Farbstoffe und andere Zusatzstoffe (wie zum Beispiel Zucker) enthalten. Hamster sind Gemischtköstler. Das bedeutet, sie benötigen für ihren Stoffwechsel auch tierisches Eiweiß. Ihre natürliche Nahrung besteht aus Körnern, Gräsern, Blättern, Kräutern, Wurzeln und Insekten. Das in Tierhandlungen herkömmlich angebotene Futter ist gerade gut genug als Grundnahrungsmittel und muss daher mit kleinen Mengen ungespritztem Grün- und Saftfutter ergänzt werden.

Es eignen sich z. B. Karotten, Blattsalat, Gurken, Zucchini, Löwenzahnblätter, Wiesengräser oder Küchenkräuter. Verträgliche Obstsorten sind: Äpfel, harte Birnen, Weintrauben, Beeren und Trockenfrüchte. Zwei- bis dreimal in der Woche sollte man etwas Sauerrahm, Hüttenkäse, Naturjoghurt, aber auch Mehlwürmer oder Grillen für die Versorgung mit tierischem Eiweiß füttern. Zum Abwetzen der Zähne kann man Zweige von Birken, Obstbäumen oder Haselnusssträuchern anbieten.

Hamster brauchen Auslauf

Sollten Sie daran denken, den Hamster frei im Wohnzimmer herumlaufen zu lassen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Heben Sie den Kleinen nicht einfach aus dem Käfig und setzten ihn auf den Boden. Das würde ihn sehr verschrecken. Stellen Sie ihn mit samt seinem Käfig auf den Boden. Er wird den Ausgang selbst finden.
  • Verstecken Sie auf gar keinen Fall Futter in der Wohnung. Hamster sind gut darin, Verstecke zu finden und dann kann es passieren, dass er sich irgendwo einnistet und nicht mehr in sein Hamsterheim zurückgeht.
  • Hamster können Höhen nicht abschätzen und sind daher sehr absturzgefährdet.
  • Passen Sie auf, wo Sie sich hinsetzen!
  • Auch Blumen, Grünpflanzen, Elektrokabel, aber auch andere Heimtiere wie Hunde oder Katzen stellen eine große Gefahr für den Hamster dar.
  • Lassen Sie ihn nie unbeaufsichtigt!
  • Ein großzügiges abgeschlossenes Areal mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten, wo der Hamster auch nicht entwischen kann, ist sicher eine sinnvollere Lösung als ihn frei in der Wohnung laufen zu lassen.
07.06.2012 © seit 02.2012 Leonie Papies
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