Seite 2: Urknallhypothese: Hindernis für die kosmologische Forschung

Es ist anzunehmen, daß das Universum einer Schwingung (Oszillation) unterliegt, das heißt, nach einer Ausdehnungsphase bis zu einem Maximum (Amplitude) kontrahiert es wieder bis zu einem Minimum, um sich dann wieder auszudehnen. Das Universum „pulsiert“ um einen Gleichgewichtszustand, den es auf Grund der Bewegung nicht einnehmen wird. Die Beschleunigung ist dann mit der Annahme erklärbar, daß sich das Universum derzeit einige Winkelgrade nach dem Minimum befindet. Auch ließe die Oszillation Erklärungen für die Geometrie des Universums zu, indem sich die Schwingung nicht in einer Ebene, sondern im Raum vollzieht.

Galaxie urknalltheorieEs erscheint sinnvoll, nach den Kräften zu suchen, die diese Gleichgewichtsreaktion steuern.

Ziehe man jedoch nur die allgemeine Gravitation in Betracht, käme ein oszillierendes Universum nicht zustande, da es durch die allgemeine Gravitation in sich zusammenstürzen würde.

Es muß folglich zur Gravitation eine Gegenkraft existieren, die den Schwingungsprozeß aufrechterhalten kann.

Eine plausible Annahme könnte sein, daß das Universum einer Rotation unterliegt. Damit würden Zentrifugalkräfte entstehen, die mit der Gravitation zusammenwirken und ein Kräftegleichgewicht bilden. Diese alles überspannende Rotation, die allgemeine Zentrifugation, wird überlagert durch eine Vielzahl kleiner, lokaler Rotationen, die als Folge der allgemeinen Zentrifugation anzusehen sind und durch sie initiiert werden.

Dadurch rotieren alle Galaxien in sich. Ohne Rotation könnten sie nicht dauerhaft bestehen, wie auch ohne Rotation das Universum nicht dauerhaft bestehen könnte, und schon gar nicht könnte es beschleunigt expandieren. Gelänge es, in den lokalen Rotationsbewegungen der Galaxien die durch die Gesamtrotation zwingend hervorgerufenen Coriolisverschiebungen nachzuweisen, könnte diese Darstellung einer Bestätigung näherkommen.

Solchen möglichen Beobachtungsergebnissen vorgreifend könnte die folgende Überlegung stehen. Es gibt im Universum kein einziges Objekt, das nicht einer Rotation unterliegt. Alles rotiert, nur das Universum nicht?

Mit diesem Postulat würde ja das Universum losgelöst von sich selbst dargestellt. Daß diese Rotation bisher noch nicht in Betracht gezogen wurde, mag daran liegen, daß die gesamte gegenwärtige Kosmologie den Urknall als Axiom ansieht. Die Bewegung der Materie aus einer Explosion heraus kann aber keine Gesamtrotation erzeugen.

Der Beweis dafür ist elementar. Ohne einen mathematischen Apparat zu bemühen, ist dafür die folgende Erklärung schlüssig. Alle Kräfte, die bei der Explosion eines Punktes auftreten können, bewegen sich radial vom Explosionszentrum weg, weil eine Kraft, deren Ursprung ein Punkt ist, keine andere Richtung zuläßt. Wenn eine Rotation entstehen soll, müßten weitere nichtradiale Kräfte vorhanden sein. Diese lägen dann aber außerhalb des Explosionszentrums, kämen also nicht ursächlich aus der Explosion.

Oder aber das Explosionszentrum war kein Punkt, sondern ein Raum. Der aber soll ja nach Ansicht der Urknalltheoretiker zum Zeitpunkt der Explosion noch gar nicht existiert haben. Zum anderen könnten aus der alleinigen Existenz radialer Kräfte auch keine lokalen Rotationen entstehen, dafür fehlte die auslösende oder initiierende Kraft.

Die Annahme einer Gesamtrotation des Universums darf jedoch nicht den Fehlschluß initiieren, es müsse ein ortsfestes Zentrum des Universums geben, eine Art Rotationsachse. Es muß eher angenommen werden, daß das Rotationszentrum selbst einer vierdimensionalen Bewegung in Raum und Zeit unterliegt, die durch ständig veränderliche Inhomogenitäten in der Massenverteilung hervorgerufen wird.

In allen bisherigen Theorien gibt es kein brauchbares Postulat für eine der Gravitation entgegenwirkende Kraft, die einen Gesamtkollaps ausschließen könnte. Die „dunkle Materie“ ist keines, da man ihre Existenz nicht beweisen kann. Eine solche Kraft muß aber existieren, da ja das Universum nicht zusammenstürzt. Der gegenwärtig etablierte Ausweg auf die Definition sogenannter „dunkler Energie“ oder „dunkler Materie“ ist eine nicht beweisbare Fiktion.

Auch eine evtl. Annahme, es könnte sich um die Trägheitsbewegung handeln, der die Materie nach dem Urknall folgt, muß wegen der experimentellen Bestätigung der Expansionsbeschleunigung verworfen werden. Zudem müßte unter dieser Annahme das Universum nach einer Endzeit wieder in eine Singularität zusammenfallen.

Um diese Widersprüche zu lösen, hatte Einstein die Idee einer kosmologischen Konstanten eingebracht, mit der eine Art universelle Abstoßung begründet wurde, ein Postulat, mit dem die Expansionsbeschleunigung erklärbar wurde. Die Herkunft der universellen Abstoßung konnte jedoch mit der kosmologischen Konstanten nicht erklärt werden.

Dennoch war die Idee genial, denn sie kongruiert mit der Annahme einer allgemeinen Rotation des Universums, die zu einer allgemeinen Zentrifugation führt – eben diese universelle Abstoßung.

Diese Kongruenz kann jedoch unter dem axiomatischen Festhalten an der Annahme der Existenz eines Urknalls nicht dargestellt werden, weil die ihm zwingend folgende radiale Expansion der Materie von einer Gesamtrotation frei wäre.

Mit der Definition der dunklen Materie wurde die kosmologische Konstante dann wieder verworfen, obwohl letztere eine bessere Erklärung geliefert hätte. Einstein jedoch ging von einem statischen Universum aus und eliminierte damit seine Idee selbst. Die Annahme eines statischen Universums kann man als philosophischen Irrtum Einsteins interpretieren.

Denn in der Raumzeit ist die Materie in ständiger Bewegung, was alle Beobachtungen kosmischer Objekte belegen. Es ist deshalb völlig auszuschließen, daß das Universum als ganzes statisch ist. Die Bewegung ist eine der gesamten Materie innewohnende Grundeigenschaft, Materie ohne Bewegung gibt es nicht.

Diese Aussage ergibt sich auch aus dem Hubble-Gesetz v = H(t)*d. Darin ist v die häufig Fluchtgeschwindigkeit genannte Expansionsgeschwindigkeit der kosmischen Objekte im Raum zur kosmischen Zeit t in der Entfernung d. Aus der Gegenwartszeit t0 ergibt sich die Hubble-Konstante H0 = H(t0), deren Konstanz jedoch nicht für das Universum insgesamt gilt, sondern von der im vermessenen Raumbereich vorherrschenden Zentrifugation abhängt.

Durch Messungen in unterschiedlichen Entfernungen an verschiedenen kosmischen Objekten wird sie um das Jahr 2000 herum zu 15...30 km/(s*Mio. Lichtjahre) angegeben. Neuere Berechnungen geben 64,8...74,6 km/(s*Mpc), das sind 19,9...22,9 km/(s*Mio. Lichtjahre) an.

Verschiedene Autoren deuten diese differierenden Ergebnisse als Meßunsicherheiten wegen ungenauer Bestimmung der Entfernungen zu den Objekten und wegen verschiedener Methoden der Messung. Unter der Annahme einer allgemeinen Zentrifugation lassen sich diese Differenzen jedoch als gesetzmäßig interpretieren, weil in verschiedenen Bereichen des Universums, aus denen die Meßwerte erlangt wurden, auch unterschiedliche Bedingungen für die Zentrifugation vorliegen, folglich auch unterschiedliche Werte für die Hubble-Konstante entstehen müssen.

Die Werte sind also nicht „ungenau“, vielmehr entsprechen sie den Bedingungen der vermessenen Objekte in der Raumzeit.

Aus den obigen Darstellungen folgt eine ultimative Entscheidung. Wenn in lokalen Rotationen kosmischer Objekte Coriolisverschiebungen, die bei einer Gesamtrotation zwingend vorhanden sein müßten, bei der radialen Expansion aber nicht vorhanden sein könnten, nachgewiesen werden können, hat es einen Urknall nicht gegeben.

28.09.2015 © seit 02.2011 Dr. Manfred Pohl  
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