Kräuter pflanzen: Welche Kräuter passen gut zusammen?

Viele Menschen lieben das Aroma frischer Kräuter, die man ohne großen Aufwand im Garten oder Blumentopf selber ziehen kann. Wer die Kräuter selbst pflanzen und ernten will, sollte sich mit der Frage beschäftigen: "Welche Kräuter passen gut zusammen?"

Kräuter selbst anpflanzen, welche Kräuter passen gut zusammen, Tipps und TricksDenn es gibt Regeln, welche Kräuter gut zusammen passen bzw., welche eher getrennt voneinander angepflanzt werden sollten. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Kräuter sorgen nicht nur für Abwechslung in der Küche, sondern bereiten ein einmaliges Dufterlebnis. Nicht zuletzt holt man sich eine grüne Apotheke ins Haus.

Es macht viel Freude einen eigenen Kräuter- oder auch Gemüsegarten anzulegen oder wenigstens - wenn kein Garten vorhanden ist - einige Pflanzen in der Wohnung (an einem sonnigen Fensterplatz) oder auf dem Balkon zu ziehen. Das Aroma selbst gezogener Kräuter ist um ein Vielfaches intensiver, als bei gekauften Pflanzen.

Kauf von passenden Kräutern

Achten Sie bei gekauften Kräutern in Töpfen darauf, sie sogleich zu trennen (2 oder sogar 3 Teile), damit sie genügend Platz haben zu gedeihen. Sie werden dadurch angeregt, üppig auszutreiben. Pflanzt man die Kräuter zu eng, besteht die Gefahr, dass sie nach einmaligem Ernten sehr schnell verkümmern. Basilikum ist ein gutes Beispiel dafür. (Siehe hierzu auch den Artikel: "Basilikum selbst anbauen und ernten")

Kräuter pflanzen: Beschaffenheit des Bodens beachten

Kräuter kaufenNatürlich spielt bei der Wahl der Kräuter und erfolgreichen Aufzucht auch die Beschaffenheit des Bodens eine wichtige Rolle. Die meisten Kräuter sind jedoch in dieser Hinsicht sehr unkompliziert und kommen problemlos miteinander aus.

Sandige Böden: Sie halten kein Wasser und haben außerdem kaum Nährstoffe. Gibt man Nährstoffe hinzu, werden diese schnell ausgeschwemmt. Um sandige Böden mit Nährstoffen aufzuwerten, verwenden Sie am besten Kompost, den Sie unter den Boden mischen. Einige mediterrane Kräuter kommen sehr gut mit dem Sandboden zurecht: Lavendel, Koriander, Thymian, Fenchel, Oregano, Estragon, Borretsch und Bohnenkraut.

Tonige, klumpige Böden: Sie halten zwar das Wasser, doch die Erdporen sind so dicht, dass es manche Pflanzen schwer haben, Wasser zu ziehen. Kräuter, deren Wurzeln tief in den Boden reichen, kommen mit diesem Boden gut klar: Beinwell, Wermut, Liebstöckel und Alant.

Lehmige Böden: Sie sind sehr nährstoffreich und bieten gute Wachstumsbedingungen für fast alle Kräuter. Man braucht gar nicht düngen, nur den Boden ab und an etwas aufhacken. Folgende Kräuter lieben lehmige Böden: Rosmarin, Salbei, Thymian, Lorbeer, Kümmel, Koriander, Dill, Basilikum und Fenchel.

Welche Kräuter passen sehr gut zusammen?

  • Kamille fördert das Wachstum von Dill, Schnittlauch, Majoran, Kerbel und Pimpinelle.
  • Petersilie verträgt sich mit Erdbeeren, Dill und Schnittlauch.
  • Ringelblumen vertragen sich sehr gut mit Erdbeeren und verbessern den Boden.
  • Rosmarin fördert Basilikum, was ganz praktisch ist, denn beide sind nicht winterfest und können nebeneinander gepflanzt werden, wobei Basilikum mehr Wasser benötigt als Rosmarin. Das ist bei der Pflege zu beachten; der Abstand sollte daher nicht zu eng bemessen werden.
  • Salbei fördert besonders gut das Wachstum von Oregano und Bohnenkraut.
  • Thymian verträgt sich mit allen mediterranen Kräutern, z. B. Fenchel, Koriander, Estragon, Borretsch und Bohnenkraut.
  • Ysop fördert Lavendel und Bohnenkraut.
  • Zitronenmelisse kann mit beliebig anderen Kräutern zusammen gepflanzt werden. Sie fördert das Wachstum aller anderen Kräuter. Vorsicht ist nur in Verbindung mit Basilikum angebracht.

Welche Kräuter passen nicht zusammen?

  • Basilikum und Melisse sollten getrennt voneinander angepflanzt werden.
  • Estragon und Dill vertragen sich nicht sonderlich gut.
  • Fenchel und Koriander sollten nicht gemeinsam in einem Topf gepflanzt werden. Sie mögen sich nicht.
  • Lavendel sollte genügend Abstand zu anderen Kräutern bekommen, denn er braucht schlicht Platz, um gut gedeihen zu können.
  • Liebstöckel ist eigentlich ein Einzelgänger, da er - unter anderem - sehr viel Platz für sich beansprucht. Doch er kann das Wachstum von Fenchel und Petersilie fördern, wenn er neben sie gepflanzt wird.
  • Pfefferminze und Kamille vertragen sich nicht sonderlich gut miteinander.
  • Thymian und Majoran: Beide sollten keinesfalls nebeneinander gepflanzt werden. Sie vertragen sich überhaupt nicht (auch geschmacklich nicht). Oft werden sie dennoch zusammen gepflanzt, wobei der Majoran meist den Kürzeren zieht und eingeht.
  • Der Wermut ist ein Einzelgänger - er sollte für sich alleine stehen.

Welche Kräuter passen mit anderen Pflanzen gut zusammen?

Wer neben Kräutern auch Gemüsesorten anpflanzt, kann jene Sorten, die sich besonders gut fördern, gemischt anpflanzen.

  • Basilikum versteht sich besonders gut mit Tomaten. Doch auch Gurken und Kohlrabi profitieren von ihm.
  • Brennnessel fördert Obstbäume und Sträucher. Sie hält Blattläuse fern und verbessert den Boden.
  • Bohnenkraut soll Blattläuse abwehren und kann mit allen Bohnenarten gut zusammen angepflanzt werden. Auch besteht eine gute Partnerschaft mit Erdbeeren und Blattsalaten.
  • Borretsch fördert alle Pflanzen, die durch Insekten bestäubt werden, z. B. Gurken und Zucchini.
  • Dill fördert Gurken, Zucchini, Karotten und Kopfsalat. Er sollte aber nicht mit Tomaten zusammen angepflanzt werden. Auch verträgt er sich sehr gut mit der Roten Bete und Kohl.
  • Gartenkresse passt gut zusammen mit Radieschen und allen Sorten von Blattsalaten.
  • Kamille verbessert grundsätzlich den Boden. Sie wird sich ihren Weg durch den Garten selbst suchen. Lassen Sie sie gedeihen, unabhängig davon, wo sie wächst.
  • Kapuzinerkresse fördert sehr gut Radieschen, Kartoffeln, Tomaten und Zucchini. Wundern Sie sich nicht, wenn sie Blattläuse und Ameisen anzieht und beherbergt. Alle anderen Pflanzen können dadurch in Ruhe gedeihen. Die Kapuzinerkresse kann auch sehr gut in der Nähe von Jungbäumen angepflanzt werden. Sie hält nicht nur die Läuse von ihnen fern, sondern fördert ihre Gesundung.
  • Kerbel fördert Salat.
  • Knoblauch hält Blattläuse fern durch seinen Geruch. Er fördert insbesondere Gurken, Karotten, Salat und Tomaten, aber auch Erdbeeren und Rosen.
  • Lavendel wird gerne in einem Beet mit Rosen gepflanzt, da er Blattläuse abwehren soll. Doch darüber gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen. Manche Menschen sind davon überzeugt, andere hingegen haben dennoch Läuse auf den Rosen. Als gesichert gilt jedoch, dass er Ameisen vertreibt.
  • Majoran fördert Radieschen und Karotten.
  • Petersilie ist grundsätzlich ein Einzelgänger, sofern sie nicht mit obigen angegebenen Kräutern zusammengepflanzt wird. Doch in der Nähe von Kartoffeln und Radieschen gedeiht sie meist sehr gut.
  • Pfefferminze fördert das Wachstum und Gedeihen von Wein.
  • Ringelblumen fördern alle Sorten von Kohl und Kartoffeln.
  • Rosmarin verträgt sich hervorragend mit Tomaten und Karotten.
  • Salbei soll Schnecken fernhalten und fördert alles, was im Garten wächst.
  • Schnittlauch fördert Kohl (alle Sorten), Karotten und Blattsalate.
  • Thymian ist gut für die Erde und hält Blattläuse und Ameisen fern. Er duftet sehr intensiv.
  • Wermut ist zwar ein Einzelgänger, doch er schützt Johannisbeeren vor Säulenrost.


Gründe: Warum passen bestimmte Kräuter zusammen?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür, warum sich manche Pflanzen gegenseitig unterstützen (oder auch hemmen). Einige Gründe werden im Folgenden stichpunktartig aufgezählt:

  • Generell gilt: Mischkulturen sind Monokulturen prinzipiell immer vorzuziehen, da Monokulturen für bestimmte Schädlinge ein Schlaraffenland darstellen.
  • Düfte der Pflanzenart A wirken abschreckend auf bestimmte Pflanzenschädlinge, die wiederum eine Pflanzenart B bevorzugt befallen. Daher profitiert B von A, wenn sie nebeneinander gepflanzt werden.
  • Hemmende oder fördernde Substanzen werden über Wurzeln abgegeben bzw. aufgenommen. Daher ergänzen sich manche Pflanzen hervorragend. Was eine nicht braucht und abgibt, ist für die andere Pflanze wichtige Nahrung.
  • Bestimmte Substanzen töten Bakterien oder Pilze, die wiederum bestimmte Pflanzenarten bevorzugt befallen.
  • Pflanzen haben unterschiedliche Nährstoffansprüche. Es gibt z. B. Pflanzen, die dem Boden viel Nährstoffe entziehen (Starkzehrer), während andere wiederum mit sehr wenig Nährstoffen auskommen (Schwachzehrer). Eine Kombination kann sich daher für beide lohnen. Kräuter sind z. B. insgesamt Schwachzehrer, während z. B. alle Kohlsorten zu den Starkzehrern gehören.
  • Manche Pflanzenarten verbessern den Boden für die Ansprüche anderer Pflanzen. Auch hier lohnt sich eine Nachbarschaft.
  • Manche Pflanzen sollten genug eigenen Platz bekommen, da sie relativ groß werden wollen. Deshalb sollte man abwägen, ob sich eine Nachbarschaft lohnt.

Wir alle profitieren von langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen, welche Pflanzen sich fördern und welche sich schwächen. Stößt man bei der eigenen Recherche auf Widersprüche, hilft nur eines: selbst ausprobieren, beobachten und vergleichen. Denn es gibt neben den Pflanzen selbst eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die sich auf eine gute oder schlechte Nachbarschaft auswirken können.

Viel Erfolg beim Pflanzen der eigenen Kräuter!

25.07.2017 © seit 03.2012 Cassandra B.  

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Passen Basilikum und Rosmarin wirklich zusammen? Gastgärtner

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