Katzen zusammenführen und aneinander gewöhnen

In diesem Leitfaden wollen wir Tipps geben, wie man Katzen erfolgreich zusammenführen kann. Wenn eine neue Katze in einen Haushalt aufgenommen werden soll, in dem bereits ein anderer Stubentiger regiert, ist dies in der Regel nicht ganz einfach. Um die Tiere aneinander zu gewöhnen, können Sie als Mensch aber einiges tun, damit dies gelingt.

Problematisch wird es meist dann, wenn bereits ein anderer Kater oder Katze seit Jahren Herrscher im Revier ist. Handelt es sich beim gewünschten Pärchen obendrein um Katzen, die ausschließlich innerhalb der vier Wände gehalten werden, ist es um so notwendiger, die Eingliederung des Neuankömmlings sorgfältig vorzubereiten. 

Katzen haben ihren eigenen Kopf

Während Hunde als Rudeltiere soziale Bindungen zu Artgenossen und Menschen unterhalten, sind Katzen generell Einzelgänger. Ausnahme ist der König der Felsen, der Löwe, denn diese Großkatzen leben und jagen in einer hierarchisch geordneten Gemeinschaft und pflegen dabei ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Alle anderen Katzenarten treffen sich nur zur Paarung mit Artgenossen, egal ob Bengaltiger, Luchs, Siamkatze oder der Straßentiger vom Bauernhof. Ist ein Kater zudem nicht kastriert, kommt oft ein ausgeprägtes Revierverhalten dazu, sodass das aneinander Gewöhnen zum nervenaufreibenden Geduldsspiel werden kann – oder ganz scheitert. 

Katzen zusammenführen: Die Vorbereitung

Katzenhalter sollten niemals davon ausgehen, dass der Neuankömmling von der alteingesessenen Hauskatze mit offenen Armen empfangen wird. Es ist immer besser, auf den Extremfall vorbereitet zu sein, um direkt eingreifen zu können. Außerdem können Sie selbst einige Maßnahmen ergreifen und einen möglichst stressfreien Eingewöhnungsprozess vorbereiten, der allen Beteiligten hilft. Denn wenn die Eingewöhnung scheitert - und die Tiere zu Feinden werden - bleibt oft keine andere Lösung, als sich von einer Katze wieder zu trennen.

Welche Mittel können helfen?

Generell ist es hilfreich eine kleine Notfallapotheke einzurichten, d. h. einige Mittel zur Hand zu haben, die die Stubentiger beruhigen.
Darin sollte zu finden sein:

  • Baldrian zur Beruhigung 
  • Katzenminze, die vor allem zur Ablenkung ideal ist
  • Bachblüten, insbesondere Rescue. Insgesamt sind 38 Bachblüten als Tropfenpräparat oder als Globulin (Zuckerkügelchen aus Rohrzucker) im Handel erhältlich. Dabei besteht eine Variation nicht aus Blüten, sondern aus einem speziell aufbereiteten Quellwasser. Für Katzenhalter, die den Gemütszustand ihres Stubentigers positiv beeinflussen wollen, sind die psychisch wirksamen Bachblüten der Alternativmedizin interessant, die sich seit den 1930er Jahren bewährt haben. Dazu gehören Mimulus bei Angst, aber auch Aspen, Cherry Plum, Red Chestnut sowie Rock Rose. Detaillierte Informationen sind im Bach-Blüten-Portal zu finden.
  • Alternativ kann ein der Tierheilpraktiker Globuli aus der homöopathischen Naturheilkunde verordnen, falls eine Katz überängstlich ist, nicht mehr schlafen oder fressen will. Diese Präparate sind ebenso frei verkäuflich wie Bach-Blüten und werden auch online angeboten. Problem bei der richtigen Wahl und Dosierung ist nicht nur die Fülle von Sorten. Entscheidend ist die Stärke der Globuli, denn die winzigen Zuckerkügelchen werden mit einer sogenannten Urtinktur durchtränkt, die teilweise bis auf atomare Verhältnisse verdünnt wurde. Genauere Informationen sind im Globuli-Portal beschrieben.

Katzen mit Katzen bekannt machen

Katzen leben gut ohne eine soziale Struktur. Es ist unwahrscheinlich, dass sie das Bedürfnis nach einem Gefährten verspüren, obwohl sich Herrchen oder Frauchen eine zweite Katze wünschen. Katzen lassen sich nicht zwingen, andere Artgenossen zu mögen. Einige werden sich leicht mit einem Neuankömmling anfreunden. Andere werden nie miteinander auskommen. Manche schaffen es leider nur, in einem Waffenstillstand nebeneinander zu leben, in dem sie sich vollständig ignorieren. 

Futterplatz und Rückzugsort

Die besten Voraussetzungen sind geschaffen, wenn es keine Konkurrenz um Futter oder sichere Schlafplätze gibt. In der Anfangszeit kann es sinnvoll sein, Futter in mehreren Räumen bereitzustellen. Auch das Herrichten von Höhlen, Kisten und Nischen hat sich in der Praxis als Vorteilhaft erwiesen.

Werden die Stubentiger ausschließlich im Haus gehalten, sind getrennte Katzentoiletten ebenso wichtig. Als Faustregel gilt übrigens, immer mindestens ein Katzenklo mehr bereitzuhalten, als Katzen im Haushalt leben. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, die Katzen auf Dauer aneinander zu gewöhnen. Es gibt genügend Beispiele, dass sich die Haustiger schon nach kurzer Zeit gegenseitig akzeptieren. Wenn man Glück hat, gehen sie sogar eine enge Bindung miteinander ein. 

Spielmöglichkeiten und Katzenbaum

Junge Katze an alte Katze gewöhnen

Insbesondere junge Kätzchen spielen den ganzen Tag, nur unterbrochen von einem kurzen Schlaf und dem Fressen. Aber auch alte Kater und Katzen lassen sich gelegentlich zu diesem Vergnügen hinreißen. Hat die alteingesessene Katze einen Kratzbaum, eventuell mit Höhle und Spielseilen, ist es eine gute Idee einen zweiten Baum in gebührendem Abstand aufzustellen.

Bälle, Lochkugeln mit Katzenminze darin und anderes Katzenspielzeug, das Sie auch selber machen können, kann dafür sorgen, dass die beiden Stubentiger voneinander abgelenkt werden. Auf diese Weise ergeben sich spezielle Situationen, in denen die Katzen ungewollt miteinander spielen. Oft bricht dann das Eis und beide lernen so, respektvoll miteinander umzugehen.

Manchmal kann man so vermeiden , dass die Beziehung der beiden Katzen gewalttätig wird und auf einer Seite von Angst geprägt ist. Kommt es so weit, ist es ungemein schwierig, die Verhaltensmuster zu ändern.

Katzen aneinander gewöhnen – die Tipps & Tricks!

Ein Kätzchen ist für eine Hauskatze weniger eine Bedrohung als eine erwachsene Katze, da junge Stubentiger sexuell noch nicht ausgereift sind. Soll eine erwachsene Katze oder ein gestandener Kater in den Haushalt eingeführt werden, kann eine Kastration hilfreich sein. Dieser medizinische Eingriff ist in einigen Bundesländern und gesamt Österreich ohnehin vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Katzenhalter sollten diese Möglichkeit auch unbedingt wahrnehmen, denn durch den drastisch gesunkenen Hormonspiegel reagieren Katzen nach dem Eingriff fast immer deutlich weniger aggressiv. Zudem verhindert dies bei einem gemischten Paar ungewollten Nachwuchs. Allerdings verbietet sich diese Maßnahme von selbst, wenn es sich um Edelkatzen mit Stammbaum handelt, die zur Nachzucht angeschafft wurden.

Das Timing ist entscheidend.

Katzen zusammenführen braucht Zeit und Ruhe. Wählen Sie eine Zeit, wenn der Haushalt ruhig ist. Vermeiden Sie Feierlichkeiten, Partys, Besuche von Verwandten oder Freunden und nehmen Sie sich die Zeit, um sich auf beide Katzen zu konzentrieren. Hier bietet sich oft eine Urlaubszeit an, bei der man selbst längere Zeit durchgehend zu Hause sein kann.

Geruch ist wichtig!

Denken Sie daran, dass Geruch für die Kommunikation und das Wohlbefinden von Katzen unerlässlich ist. Deshalb ist es von Vorteil der neuen Katze einen Platz anzubieten, an dem sie etwas aus ihrem alten Zuhause findet. Außerdem sollten Sie beide Katzen streicheln, ohne sich die Hände zu waschen. So transferieren Sie den Geruch und mischen die Düfte, was erheblich zur Entspannung der Atmosphäre beitragen kann. Hier kommt auch wieder Katzenminze ins Spiel, denn dem Aroma dieser Pflanze kann kaum ein Stubentiger widerstehen.

Außerdem kann es vorteilhaft sein, die neue Katze zuerst in einem separaten Raum zu halten. Ihr Geruch dringt durch die Tür, sodass sich Ihr alter Haustiger schon daran gewöhnen kann - und umgekehrt. Um sicherzugehen, dass sich beide durch die Tür wahrnehmen, riechen und hören können, können Sie Futter an beiden Seiten platzieren.

Der Sockentrick

Hilfreich kann es auch sein, wenn Sie mit einer sauberen Socke über das Gesicht der neuen Katze reiben, um deren Gesichtspheromone zu erfassen. Die Socke geben Sie anschließend der anderen Katze, die das Kleidungsstück genau untersuchen wird.

Wichtig ist, dass der Raum für den neuen Hausbewohner katzengerecht gestaltet ist. Eine Katzentoilette und Spielzeug sollten ebenso selbstverständlich sein, wie ein kuscheliger Schlafplatz und vielleicht eine Höhle oder ein Kratzbaum.  

Nach etwa zwei oder drei Tagen tauschen Sie die Katzen aus. Der Neuankömmling kann so den Rest der Wohnung inspizieren, während Ihre alte Katze sich an den neuen Geruch gewöhnt.

Katzen zusammenführen dauert seine Zeit

Erst nach weiteren zwei bis vier Tagen sollten beide Katzen erstmals unter Ihrer Kontrolle aufeinander treffen. Dazu sollten Sie im nächsten Schritt mit jeder der Katzen in der Nähe der Tür spielen und so eine positive Assoziation mit dem Geruch der anderen Katze aufbauen. Das Vergnügen des Spiels soll den Katzen helfen, den Geruch des anderen mit Spaß und Vergnügen in Verbindung zu bringen.

Wenn alles gut läuft und Ihre Katzen nicht unter der Tür zischen oder knurren, können Sie nach einer Woche versuchen, die Katzen visuell in Kontakt zu bringen. Am Anfang kann eine Barriere - wie ein Glasfenster, Fliegengitter o. ä. - hilfreich sein. Ratsam ist zudem, dass beide Katzen durch einen Menschen betreut werden, wenn der Vorhang aufgeht.

Füttern Sie beide, spielen Sie mit den Katzen und geben Sie ihnen Leckereien im Blickfeld der anderen Katze. Aber erzwingen Sie sie nichts! Wenn eine Katze ihr Futter nicht direkt neben dem anderen Kuscheliger frisst, versuchen Sie, den Futternapf ein Stück entfernt aufzustellen. Die Katzen sollten selbst bestimmen, welche Nähe sie zulassen wollen. Wenn beide Katzen bequem fressen, versuchen Sie, die Schüsseln anzunähern. 

Der letzte Schritt in diesem Prozess besteht darin, die Katzen von Angesicht zu Angesicht zusammenzubringen.

Wenn die Katzen sich völlig ignorieren oder ein bisschen zischen und dann weggehen, ist dies kein Grund zur Sorge. Es dauert, bis Ihre Katzen erfahren, dass der andere ein Freund und kein Feind ist. Beobachten Sie die Katzen weiter und lassen Sie sie die Dinge in ihrem eigenen Tempo angehen. Eingreifen müssen Sie nur, wenn sie anfangen sich durchgehend zu schikanieren oder brutal zu jagen. Kleinere Statuskämpfe sind durchaus normal - aber ein dauerhafter Kleinkrieg ist es nicht.

Es kann Zeit und ein bisschen Geduld kosten, aber eine gute Vorbereitung und eine ruhige Umgangsweise haben gute Chancen, auf lange Sicht belohnt zu werden.

Wenn es nicht funktioniert

Katzen haben einen eigenen Willen, einen ausgeprägten Charakter und so possierlich sie auch sind, vergessen Sie nie – es sind Raubtiere!

Sie sollten wissen, dass es in der Tat auch Katzenmobbing gibt. Jagt eine Katze der anderen permanent hinterher, kämpft mit ihr, obwohl sie sich bereits deutlich erkennbar ergeben hat, schneidet sie vom Futter ab und macht ihr auf jede erdenkliche Weise das Leben zur Hölle, dann ist es Ihre Pflicht beide zu trennen, bevor schlimmeres passiert. Um diesem Desaster vorzubeugen, hilft nur eine gewissenhafte Vorbereitung, um Katzen aneinander zu gewöhnen.

Katzen harmonisch zusammenzuführen ist am Ende immer ein Glücksspiel, wobei Sie durch Ihr Dazutun das Risiko eines Fehlschlages drastisch reduzieren und so dem Glück auf die Sprünge helfen können.

Faktor Mensch: Selbst die Ruhe bewahren

Entscheidend für die harmonische Zusammenführung von Katzen ist nicht nur der Charakter der niedlichen Raubtiere, sondern vor allem der Mensch. Ihre Stimmungen und Verhaltensweisen werden von den Stubentigern sehr genau registriert, denn Katzen sind hochsensible, empfindsame Wesen mit einem ausgeprägten siebten Sinn. Sind Sie übernervös, aufgeregt oder ungeduldig, können Sie selbst ein Bach-Blüten-Präparat, Baldrian oder homöopathische Globuli einnehmen.

Um eine innere Ausgeglichenheit und Ruhe zu erreichen, bietet sich auch die EFT Methode an, die auf der Traditionellen Chinesischen Medizin beruht. Hier können Sie eine beruhigende Affirmationen anwenden, um selbst ausgeglichen und ruhig zu bleiben und so ein Vorbild für Ihre Katzen sein. 

Mehr zu "Katzenleben & Katzenalter"

07.11.2019 © seit 10.2019 Philognosie Team  
Kommentar schreiben