Alte Katze: Alterskrankheiten und Pflege im Alter

Unsere Wohnungskatzen werden immer älter. In einigen Fällen erreichen sie sogar ein Alter von über 20 Jahren. Doch mit zunehmendem Alter treten ebenso wie beim Menschen verschiedene Erkrankungen auf. Katzen altern allerdings nicht sichtbar. Ihre Haare vergrauen nicht.

Eine ältere Katze kann an ihrem Verhalten erkannt werden. Sie ist nicht mehr so aktiv wie ein Jungtier und geht bei schlechtem, kaltem und nassem Wetter nicht mehr so gerne nach draußen. Einige Katzen können bereits mit acht Jahren schon erste Symptome der Alterung zeigen, andere Tiere sind mit 15 Jahren unverändert jung.

Häufige Krankheiten einer alten Katze

Mit zunehmendem Alter lassen die Organfunktionen nach. Die Knorpel der Gelenke und die Zähne nutzen sich ab. Die Zellen sind nicht mehr in der Lage, sich schnell genug zu erneuern. Da auch die Funktion des Immunsystems mit dem Alter abnimmt, sind Seniorkatzen anfälliger für Infektionskrankheiten. 

Diabetes mellitus

Seniorkatzen bewegen sich weniger. Sie schlafen länger und sind nicht mehr aktiv. Da auch der Stoffwechsel nachlässt, wird die Energie aus dem Futter nicht mehr so schnell abgebaut. Übergewicht ist die Folge. Wird die Bauchspeicheldrüse durch falsche, fettreiche Nahrung stark belastet, kann Diabetes mellitus auftreten. Die Beta-Zellen in den Langerhans´schen Inseln produzieren nicht mehr ausreichend Insulin. Der im Blut enthaltene Zucker kann nicht durch die Zellwand aufgenommen werden und steht nicht für die Energiegewinnung zur Verfügung. Um das Energiedefizit auszugleichen, werden Fett und Muskeln abgebaut. Die Katze magert trotz Heißhungers ab, das Fell wird struppig. Durch die erhöhte Wasseraufnahme wird vermehrt unkonzentrierter Harn ausgeschieden. 

Arthrosen

Durch altersbedingte Veränderungen, Entzündungen oder Übergewicht werden die Gelenke stark beansprucht. Der Gelenkknorpel regeneriert sich nicht mehr ausreichend. Die Knorpelschicht wird immer dünner, es wird nicht mehr genügend Gelenkschmiere (Synovia) gebildet. Die Knochenenden reiben aneinander und bereiten der Katze Schmerzen. Die Bewegungen sind steif und eingeschränkt. Oft fällt auf, dass die Katze nicht mehr auf höher gelegene Liegeflächen springt.

Kognitive Dysfunktion

Auch unsere Katzen können an Alzheimer leiden. Degenerationen (Abbauvorgänge) im Gehirns führen zu Verhaltensänderungen. Das Gehirn leidet unter der mangelnden Sauerstoffzufuhr und Ablagerung von Stoffwechselendprodukten in den Gefäßen. Die Seniorkatze wirkt desorientiert. Sie findet sich in der gewohnten Umgebung nicht mehr so gut zurecht. Häufig treten auch Probleme beim fressen und trinken auf. Durchschnittlich tritt die kognitive Dysfunktion bei der Hälfte aller Katzen in einem Alter über 15 Jahren auf.

Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems

Im Alter ist der Herzmuskel nicht mehr so leistungsfähig wie in jungen Jahren. Der Herzmuskel verdickt sich. Kann er nicht mehr mit genug Sauerstoff versorgt werden, kommt es zu einer Erschlaffung. Es wird nicht mehr genügend Blut aus dem Herz in das Gefäßsystem gepumpt. Die Herzklappen schließen bei einer alten Katze oft nicht mehr vollständig. Durch den Rückfluss des Blutes entstehen Wirbelströme. Die Versorgung der anderen Organe mit Sauerstoff ist verringert. Die Katze ist müde und atmet schwer. Der Herzschlag ist beschleunigt. Die Leistungsfähigkeit ist vermindert. Die Schlafphasen nehmen zu. Im Bauchraum lagert sich vermehrt Flüssigkeit ab. Der Bauch erscheint aufgetrieben.

Nierenerkrankungen

Bei alten Katzen nimmt die Nierenfunktion immer weiter ab. Durch kleine Thromben werden die Nierengefäße verstopft, Infarkte bilden sich. Sobald mehr als 70 % des Nierengewebes zerstört sind, können die Schadstoffe nicht mehr aus dem Blut gefiltert werden. Im Blut steigen die Werte von Harnstoff und Kreatinin an. Durch die Konzentration der Schadstoffe ist der Katze übel. Sie erbricht häufig und magert ab. Das Durstgefühl ist gesteigert. Das Fell wirkt struppig und glanzlos. 

Lebererkrankungen

Funktionsstörungen der Leber treten bei alten Katzen oft ab dem 16. Lebensjahr auf. In die Leberzellen wird Fett eingelagert. Nicht mehr funktionsfähiges Lebergewebe wird durch Bindegewebe ersetzt. Es treten abwechselnd Durchfall und Verstopfung auf.

Funktionsstörungen der Schilddrüse

Von dem Ungleichgewicht des Hormonstoffwechsels im Alter kann auch die Schilddrüse betroffen sein. Bei einer Unterfunktion ist der Stoffwechsel verlangsamt. Die Katze lagert verstärkt Fett ein und wird träge. Bei einer Überfunktion ist der Stoffwechsel beschleunigt. Die Energie aus der Nahrung wird zu schnell abgebaut. Der Herzschlag ist schnell, die Katze magert ab. Da auch vermehrt Kalzium aus den Knochen gelöst wird, werden die Knochen dünn und brüchig. Häufige Verletzungen sind die Folge.

Nachlassen der Sehkraft und des Gehörs

Häufig sind die Linsen alter Katzen getrübt. Die Umgebung wird nur noch schemenhaft wahrgenommen. Diese Einschränkung wird von der Katze durch ihren guten Geruchssinn ausgeglichen. Ist auch die Hörfähigkeit durch altersbedingte Verknöcherungen des Innenohrs eingeschränkt, kann die Katze die Geräusche nicht mehr zuordnen. Sie reagiert schreckhaft und ängstlich.

Wie wichtig sind Vorsorgeuntersuchungen bei einer Seniorkatze?

Um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und die Lebensqualität der Seniorkatze zu erhöhen, sollte mindestens einmal pro Jahr eine geriatrische Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung werden die wichtigsten Organfunktionen überprüft. Liegt der Verdacht auf eine Herzschwäche vor, sollte auch ein Herzultraschall durchgeführt werden. 

Leben mit einer Seniorkatze

Alte Katzen haben andere Bedürfnisse als Jungtiere. Sie bevorzugen einen warmen, sicheren Ruheplatz, der vor Zugluft geschützt ist. Da sie in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, sollten für erhöhte Liegeflächen Aufstiegshilfen montiert werden. Eventuell benötigt die Katze eine Toilette mit einem niedrigeren Rand.

Um die alte Katze auch geistig fit zu halten, kann Intelligenzspielzeug eingesetzt werden. Futterbälle oder versteckte Leckerchen gestalten den Alltag abwechslungsreich. Das Futter sollte dem Alter der Katze angepasst werden. Reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und mit geringerem Energiegehalt entspricht Seniorfutter den Bedürfnissen der älteren Katze. Zusätzlich sollte ein höherer Anteil an leicht verdaulichem Eiweiß enthalten sein.

Unterstützung eines beschwerdefreien Alterns

Altern ist ein unvermeidlicher Prozess. Das Altern der Katze selbst kann nicht aufgehalten werden. Durch unterstützende Maßnahmen kann die Lebensqualität erhöht werden.
Mikronährstoffe unterstützen die Funktion des Gehirns und der Organe. Phenylalanin beeinflusst die Ausschüttung von Botenstoffen positiv und verringert Angstzustände. Spurenelemente, wie Selen und Zink, unterstützen das Immunsystem und den Zellstoffwechsel. Durch Spermidin wird der Alterungsprozess der Zellen verlangsamt. Die Telomeren der Chromosomen verkürzen sich langsamer. 

Bei Infektionen müssen nicht immer sofort Antibiotika verabreicht werden. BigMed unterstützen den Körper bei der Abwehr von Viren und Bakterien. VirusReg oder BakterioReg wirken auf alle pathogenen Krankheitserreger. Durch TumorReg kann das Wachstum der Tumorzellen verlangsamt werden. 

Um einer Seniorkatze eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, ist meistens eine individuelle Schmerztherapie notwendig. Analgetika können durch Therapien mit Salus Talent oder Papimi unterstützt werden. Ioneninduktion bedingt eine Lösung von Verspannungen und Unterbrechung der Schmerzbahn.

Worauf sollte bei einer alten Katze geachtet werden?

Jede Veränderung des Verhaltens sollte von einem Tierarzt abgeklärt werden, damit Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Geht die Katze wackelig oder springt nicht, können Schmerzen die Ursache sein. Blutiger Harn kann durch Nierenversagen verursacht werden.

Eine sofortige Euthanasie ist meistens nicht erforderlich. Rechtzeitige Behandlungen ermöglichen auch einer alten Katze ein lebenswertes Seniorenleben.

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01.11.2019 © seit 10.2019 Philognosie Team  
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