Seite 2: Gesund ernähren: Vitalstoffmangel im Alter vorbeugen

Aminosäuren

Es gibt 20 Aminosäuren, die wir nutzen. 8 davon sind essentiell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Vieles wissen wir noch nicht, aber es wird immer weiter geforscht. Essentiell (müssen mit der Nahrung aufgenommen werden): Valin, Methionin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin, Lysin und bei Kindern Tyrosin.

Aminosäuren sind die kleinste Eiweißeinheit im Körper. Sie sind für viele Vorgänge lebenswichtig:

  • für die Abwehr
  • Bestandteil unserer Zellmembran (Hülle)
  • jeder Muskel würde ohne Aminosäuren stillstehen
  • sie transportieren Vitalstoffe zu den Zellen
  • sie sind wichtig für alle Stoffwechselvorgänge

Beispiel: Lysin

  • stimuliert die körpereigene Abwehr
  • hilft die Leistungsfähigkeit zu steigern
  • hilft die Konzentrationsfähigkeit zu steigern
  • hilft bei Herzerkrankungen

Zu den Risikogruppen gehören ältere Menschen, Kantinenessen (Essen das lange warm gehalten wird) und Vegetarier, die sich nicht abwechslungsreich ernähren.

Lysin ist natürlich enthalten in: Buchweizen, Hafer, Hirse, Hülsenfrüchten, Sojabohne, Nüsse, Truthahn, Ente, Rind, Kalb, Schwein, Eigelb, Kuh-, Schafs-, Ziegenmilch, Käse und Fisch allgemein. In Algenpräparaten (Spirulina und Chorella) sind ebenfalls Aminosäuren und viele Vitamine enthalten.

Wie war das mit dem Fett und den Fettsäuren?

Fett wurde in den letzten Jahren oft verteufelt, zu viel tierische Fette waren vor allem das Problem. Wir brauchen Fett aber lebensnotwendig. Es kommt wie immer auf die richtige Mischung an. Fettsäuren sorgen für eine gesunde Herzfunktion, beugen Gefäßschäden vor und sind wichtig für die gesunde Blutbildung. Der Körper kann mit Ausnahme der Linol- und der Linolensäure alle notwendigen Fettsäuren selber herstellen. Linolensäure (Omega-3-Fettsäuren) kann zu EPS und DHS umgewandelt werden.

Linolsäure (Omega-6-Fettsäuren) kann zu Gamma-Linolensäure (GLS) umgewandelt werden. Gamma-Linolensäure vermindert die Entzündungsneigung, hat eine günstige Wirkung auf hohen Blutdruck, Rheuma, Hautausschläge, Allergien und vieles mehr. Das Verhältnis der Aufnahme sollte 5 (Linolsäure) : 1 (Linolensäure) sein. Leider ist z. Z. das Verhältnis oft 20:1 durch zuviel Fleischkonsum und zu wenig Fisch und gute pflanzliche Öle.

Da die Umwandlung von so vielen Faktoren abhängig ist, ist es manchmal hilfreich über Nahrungsergänzungsmittel die direkte Zufuhr mit Hilfe von Präparaten Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) und Omega-6-Fettsäuren (Nachtkerzenöl oder Borretschsamenöl) zuzuführen. Besonders gut von der Zusammensetzung ist Olivenöl und Rapsöl (gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren).

Wenn Sie als Abwechslung Walnussöl, Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl und Sojaöl benutzen, ist das gut. Benutzen Sie es ausschließlich - bedenken Sie bitte wegen des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren - wird es im Körper verstärkt oxidierten und damit der Verbrauch von Vitamin E erhöhen.

Oxidation bedeutet einfach ausgedrückt, die chemische Reaktion eines Stoffes, wenn sie mit Sauerstoff in Verbindung kommt. Ein Beispiel: Wurst in der Frischetheke kommt mit Sauerstoff in Verbindung. Dadurch entsteht oxidiertes Cholesterin. Meiden sollten Sie alle gehärteten Fette in Fertigprodukten, Margarine und so weiter.

Was sind eigentlich sekundäre Pflanzenstoffe?

Sie sind erst in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, denn sie sind nicht, wie die primären, zum Überleben wichtig, sondern tragen dazu bei, dass wir schneller gesund werden und länger fit und jung bleiben. Es sind Schutzstoffe mit vielerlei Namen. Beispiele finden Sie in dem Buch von Friedrich Bohlmann „Essen als Medizin“ im GU Verlag erschienen. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen, man bekommt viele Informationen und man hat viel Spaß beim Lesen.

Aktiv im AlterCarotinoide z.B. gelb/orange Farben wie in Möhren, die das Vitamin A freisetzen, sind krebsvorbeugend, abwehrstärkend und gut für unsere Augen. Glucosinolate machen sich durch ihre Abbauprodukte – die scharfen Senföle bemerkbar.

Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl, Kresse, Kohlrabi, Rettich, Rosenkohl, Rotkohl und natürlich Senf enthalten größere Mengen davon. Sie gelangen mit der Nahrung in den ganzen Körper und werden ausgeatmet oder über den Urin ausgeschieden. Diese Reise durch den Körper nutzen sie, um gegen Bakterien vorzugehen und Entgiftungsenzyme zu aktivieren. Sie gelten als Krebs vorbeugend und helfen den Cholesterinspiegel zu senken.

Phytosterine sind in Samen und Öle enthalten. Diese Substanz hilft erhöhte Cholesterinwerte absenken. Man geht davon aus, dass sie krebserregende Stoffe im Darmtrakt binden können und sie so unschädlich machen – das heißt zu harmlosen Stoffen umwandeln. Unraffinierte Öle (kaltgepresste native Öl) haben sehr viel mehr Phytosterine zu bieten als raffinierte.

10.06.2012 © seit 08.2007 Renate Reimer  
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