Seite 2: Geldanlage: Sparen im Niedrigzinsumfeld

Depot & Co. – eine echte Alternative zu Tages- und Festgeld?

Doch welche Alternativen gibt es, wenn Fest- und Tagesgeld nur vor sich hindümpeln und im Niedrigzinsumfeld ein wenig an Attraktivität verloren haben? Sie komplett aus dem Portfolio zu streichen und durch andere Investments zu ersetzen, scheint verlockend, wäre aber übertrieben. Tagesgeld als Notgroschen und Festgeld als laufzeitgebundenes Produkt bleiben auch künftig wichtige Bausteine der persönlichen Anlagestrategie. Sie sollten lediglich – sofern die eigenen Finanzen es erlauben – neu gewichtet und um andere Investments ergänzt werden.

Hier kommen dann Wertpapiere und das Depot ins Spiel. Dazu muss die Scheu vor Fonds, Anleihen und Zertifikaten überwunden werden, die das Anlageverhalten vieler Verbraucher kennzeichnet. Die Angst vor Verlusten vernebelt dabei ein wenig den Blick für die Chancen. Denn Fonds bringen auf lange Sicht die bessere Rendite, obwohl sie steten Schwankungen unterliegen und zwischendurch auch rote Zahlen schreiben. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ist ein langsamer und konservativer Einstieg die optimale Lösung.

Voraussetzung ist ein Depot, das bei vielen Banken kostenfrei eingerichtet werden kann. Ob auch die Depotführung gebührenfrei ist, wird von den Unternehmen recht unterschiedlich gehandhabt. Mal wird ein Depotbestand verlangt, damit die Jahresgebühr entfällt, mal muss, zum Beispiel im Rahmen eines Sparplans, eine bestimmte Anzahl an Transaktionen erfolgen. Ideal für Einsteiger sind Wertpapierdepots, die ohne Wenn und Aber kostenlos sind. Denn jeder Cent, der nicht für Gebühren aufgebracht wird, kommt dem eigenen Vermögen zugute. Ein Depotvergleich hilft, möglichst günstig in das Wertpapiergeschäft zu starten.

Für den Anfang ist ein Fondssparplan, über den regelmäßig in einen namhaften Aktien- oder Garantiefonds investiert wird, der Weg, den Experten aufzeigen. Welche Papiere infrage kommen, sollte in Ruhe anhand des Fondsangebots der jeweiligen Bank geklärt werden. Wichtig: Es gibt keinerlei Gewähr für einen Gewinn und es sind durchaus auch Verluste möglich.

Die Sicherheit, wie sie von Fest- und Tagesgeld bekannt ist – vor allem mit Blick auf den Kapitalerhalt – sucht man bei Wertpapieren vergebens. Auch bei der Einlagensicherung gelten andere Spielregeln. Die Sicherungsgrenze von 100.000 Euro je Kunde und Bank greift hier nicht. Das sollte allerdings niemanden abschrecken, es zumindest mit kleinen monatlichen Sparbeträgen zu versuchen. Möglich sind Sparpläne ab 50, teils auch schon ab 25 Euro im Monat.

Im Überblick – Tipps zum Sparen im Niedrigzinsumfeld

Die wichtigsten Tipps noch einmal im Überblick:

  • Tagesgeld ist ideal für den Notgroschen, der nicht mehr als das Dreifache des Monatsgehalts betragen sollte.
  • Um einen möglichst hohen Zins zu halten, führt kein Weg an einem Tagesgeldvergleich vorbei – zum Beispiel, um von Neukundenaktionen zu profitieren. Ein Wechsel des Anbieters nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, bringt bisweilen aber viel.
  • Festgeld als weiterer Baustein der Anlagestrategie ist nur dann sinnvoll, wenn für die vereinbarte Laufzeit auf das Kapital verzichtet werden kann und ausreichend Guthaben vorhanden ist.
  • Angesichts der aktuellen Zinsentwicklung sind kurze und mittlere Anlagezeiträume bis maximal drei Jahre interessant. Alles darüber hinaus bietet zwar mehr Zinsen, entbehrt aber jeder Flexibilität.
  • Gerade in Zeiten niedriger Zinsen lohnt sich auch ein Blick auf Wertpapiere. Sie bergen auf der einen Seite Risiken, aber auch die Chance auf eine hohe Rendite.
  • Um Gebühren zu sparen, sollte ein komplett kostenfreies Depot gewählt werden.
  • Für den Einstieg bietet sich ein Fondssparplan an. Dadurch, dass sowohl bei hohen als auch bei niedrigeren Kursen Anteile erworben werben, gleichen sich die Schwankungen weitgehend aus (Cost-Average-Effect) und das Risiko von Verlusten wird minimiert.
  • Bei der Auswahl der Fonds sollte auf den Ausgabeausschlag geachtet werden. Viele Banken bieten Fonds mit einem um bis zu 100 Prozent reduzierten Aufschlag an – das macht sich auf Dauer bemerkbar.

Fazit: Auch in einer Niedrigzinsphase kann effektiv gespart werden

Unbestritten: In Zeiten niedriger Zinsen wird es schwerer, Geld rentabel anzulegen. Gleichwohl: Es ist nicht unmöglich. Um das Beste aus der Situation zu machen, müssen notfalls alte Gewohnheiten über Bord geworfen werden und andere Lösungen in den Fokus rücken. Die Tatsache, dass die Anlagestrategie sich grundsätzlich am Budget orientieren muss, bleibt davon völlig unberührt. In dieser Hinsicht gilt auch bei der Geldanlage: Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel.

Als Grundlage bietet sich Tagesgeld an, wenngleich es in den vergangenen Monaten an Glanz verloren hat. Es ist sicher, täglich verfügbar und für geringere Beträge derzeit das Optimum. Wenn mehr Kapital vorhanden ist, kann es zu einem etwas höheren Zins als Festgeld angelegt werden, wobei längere Laufzeiten nach aktuellem Stand der Dinge außen vor bleiben sollten. Dadurch bleiben Sparer flexibel und können rasch auf Zinsänderungen reagieren. Eine andere Option, die einen etwas höheren Kapitaleinsatz erfordert, wäre ein Mix mehrerer Laufzeiten.

Eine solche Streuung bietet sich für die gesamte Geldanlage an, um nicht nur auf einem Bein zu stehen, das im Fall von Tagesgeld gerade etwas schwächelt. Die Kombination von Tages- und Festgeld ist ein erster Schritt. Noch besser wäre es, die Klaviatur der Anlagestrategie um Wertpapiere zu erweitern. Ein solcher Schritt gleicht bei vielen Sparern dem Sprung ins kalte Wasser. Um einen Schock zu vermeiden, sollten anfangs kleine Brötchen gebacken werden. So gewöhnt man sich langsam an das neue Terrain und findet vielleicht sogar Gefallen daran.

Autoren Hinweis: Kilian Fromeyer ist Geschäftsführer der Aslander & Fromeyer Vergleichsportale GmbH, die Ihnen seit Januar 2013 auf ihrem neuen Informations- und Serviceportal AsFro.de Vergleiche sämtlicher Finanz- und Versicherungsprodukte zur Verfügung stellt.

09.06.2016 © seit 03.2013 Kilian Fromeyer  
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