Seite 2: Wie lerne ich zielorientiert? - Kurs "Lernen lernen" Teil 2

Wozu Ziele setzen?

"Es gibt keinen günstigen Wind für den, der nicht weiß, in welche Richtung er segeln will." (Wilhelm von Oranien-Nassau)

Agieren statt reagieren

Ziele helfen uns zu "'agieren"anstatt zu "reagieren". Im Alltag erleben wir oft unerwartete Situationen, auf die wir "'reagieren" müssen. Vielleicht werden Sie gefragt, ob Sie eine bestimmte Aufgabe übernehmen können oder Sie bekommen eine Einladung zu einer "gemütlichen Runde". Klare Ziele helfen Ihnen in solchen Situation zu "agieren", sie liefern Maßstäbe für Entscheidungen. Außerdem haben Ziele den Vorteil sich selbst überprüfen: Wie erfolgreich sind meine Handlungen?

Effektiv arbeiten

hausaufgabenZiele helfen effektiv zu arbeiten. Mit einem klaren Ziel vor Augen können Sie all Ihre Energie darauf richten. Ihre Energie verpufft nicht in Tätigkeiten, die Ihnen gar nicht so wichtig sind. Sie können sie gewinnbringend und sinnvoll einsetzen.

Langfristig denken und handeln

Ziele helfen langfristig zu denken und zu handeln. Sie können leichter kurzfristige Motivationstiefs überstehen und Ihre Begeisterung und Ausdauer über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten.

Der Beginn eines Vorhabens ist meist interessant, wir sind motiviert und energievoll. Bei jedem Vorhaben kommt ein Punkt, an dem es mühsam wird, wo nichts mehr oder es nur äußerst langsam weiter geht. Meist lohnt es sich durchzuhalten und soviel Motivation, wie möglich aufrecht zu erhalten.

Wie wichtig dies für einen langfristigen Erfolg ist, zeigt die "Wolters-Studie":

Die Wolters-Studie

In den 80ziger Jahren führten Psychologiestudenten mit H.P. Wolters eine empirische Studie in verschiedenen Berufsgruppen durch. Sie suchten nach spezifischen Verhaltensweisen, die erfolgreiche Menschen (Manager, Selbständige etc.) von deren Gegenteil unterschied.

Die Ergebnisse der Studie wurden polarisiert, um die Unterschiede besser kenntlich zu machen. Auf keinen der "Versuchspersonen" trafen "alle" Merkmale der einen oder anderen Gruppe zu - aber es ließen sich signifikante Gewichtungen feststellen. Die "polarisierten Ergebnisse" wurden in das Schema "Macher" und "Konsumenten" eingeteilt.

 

Macher

 

 

Konsumenten

 

... haben die Fähigkeit Bedürfnisse aufzuschieben. Sie haben gelernt zu warten, bis eine Belohnung "angemessen" ist. ... müssen ihre Bedürfnisse "möglichst schnell" stillen. Wenn Sie auf eine Belohnung warten müssen, wird sie uninteressant oder wirkt sich negativ auf ihre Stimmungen aus. (z.B. schlechte Laune)
... können sich selbst für einen Erfolg oder eine Anstrengung belohnen. ... sind auf die Anerkennung oder das Lob anderer angewiesen. Bleibt das Lob aus, wird eine Sache für sie schnell uninteressant.
... haben gelernt in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Sie interpretieren solche Situationen als "Herausforderungen". ... versuchen Streß oder "Unruhe" in ihrem Leben zu vermeiden. Sie legen sich Rechtfertigungen zurecht, warum sie etwas nicht können oder nicht wollen.
... übernehmen gern Verantwortung. Auch auf die Gefahr hin, zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn etwas schief geht. ... überlassen gerne anderen die Führung. Wenn etwas schief geht, stehen andere im Rampenlicht und können - da man selbst nichts dafür kann - entsprechend "verurteilt werden".
... können sich auf ein Thema einlassen und es konzentriert bearbeiten. Bei schwierigen Themen bleiben sie solange am Ball, bis sie es verstanden haben. ... schweifen gerne ab und können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren. Wird ein Thema als "schwer" oder "zu komplex" empfunden, werfen Sie schnell die Flinte ins Korn und versuchen erst gar nicht den Aufwand zu bringen, der für ein Verstehen notwendig wäre.
... setzten sich selbst Ziele und nehmen diese als Ansporn. Sie entwickeln auch bei Umsetzungsproblemen eine erstaunliche Beharrlichkeit, ihr Ziel trotzdem erreichen zu wollen. Sie können begründen, warum ein bestimmtes Ziel für sie - oder ihre Karriere - wichtig und wertvoll ist. ... reagieren auf die "Erfordernisse des Alltags". Ziele ergeben sich aus äußeren Einflüssen wie: Eltern, Schule, Arbeitsstelle o.ä.. Treten Probleme in der Umsetzung auf, neigen sie dazu aufzugeben. Sie können den Sinn und Nutzen kaum aus ihrer eigenen Motivation begründen.

Wenn Sie zielorientiert Denken und Handeln können Sie Aufgaben leichter lösen, als wenn Sie an die Probleme denken, die dabei auftreten können. Wenn Sie ein Ziel erreicht haben, versetzt Sie dies wahrscheinlich in einen positiven Zustand, in dem Ihnen "die Welt zu Füßen liegt". Erfolg versetzt uns in einen energievollen Zustand - körperlich wie emotional. Kreatives und innovatives Denken fällt uns leichter, unsere Denkfähigkeit ist erhöht, wir können Aufgaben leichter lösen. Ebenso Probleme - Probleme werden zu einem Zwischenstadium auf dem Weg zum Erfolg und sind kein Dauerzustand, mit dem man klarkommen muß oder den es auszuhalten gilt.

The winner is always a part of the answer - the loser is always a part of the problem

Frei übersetzt und auf die obige Unterscheidung angepaßt:
Der Macher ist immer ein Teil der Antwort - der Konsument ist ein Teil des Problems.

21.02.2019 © seit 03.2006 Petra Sütterlin  
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